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Stadt Wolfsburg Deshalb streikten Wolfsburger Lehrer und Förderfachkräfte
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Deshalb streikten Wolfsburger Lehrer und Förderfachkräfte
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00:21 02.03.2019
Auch der Schulhund streikte: Beschäftigte mehrerer Wolfsburger Schulen legten am Mittwoch die Arbeit nieder.
Auch der Schulhund streikte: Beschäftigte mehrerer Wolfsburger Schulen legten am Mittwoch die Arbeit nieder. Quelle: Frederike Müller
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Wolfsburg

Normalerweise hätte Giacomo Gualato seinen Tag in der Peter-Pan-Schule verbracht und sich um die Förderschüler in seiner Klasse gekümmert. Diesen Mittwoch mussten die Erst- und Zweitklässler jedoch ohne seine Unterstützung des pädagogischen Mitarbeiters auskommen: Er beteiligte sich am Warnstreik der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

„In den letzten Jahren ist besonders im Bildungsbereich die Arbeit mehr geworden, wir müssen mehr Kompetenzfelder abdecken“, erklärt Gualato. „Außerdem sind wir als Landesbeschäftigte im Vergleich zu Bund und Kommunen benachteiligt.“

Warnstreik in Wolfsburg, Demonstration in Bremen

Konkret geht es den Arbeitnehmern um sechs Prozent mehr Gehalt, beziehungsweise mindestens 200 Euro mehr im Monat. Für dieses Ziel streikten am Mittwoch therapeutische und pädagogische Fachkräfte sowie tariflich angestellte Lehrer mehrerer Wolfsburger Schulen. Ein Teil fuhr zum großen Warnstreik nach Bremen, der Rest blieb in Wolfsburg und traf sich im Mehrgenerationenhaus.

Tariflich angestellt ist auch Lehrer Kay Groneberg von der Wohltbergschule. Weil ein Wechsel der Krankenversicherung für ihn nachteilig gewesen wäre, entschied er sich für Tarif statt Verbeamtung und kämpft jetzt für mehr Gehalt – zumal er im Ausland ganz andere Erfahrungen gemacht hat: „In Seoul und Kairo habe ich genauso viel verdient wie die Gymnasiallehrer.“

Weitere Forderung: Vollzeit für pädagogische und therapeutische Mitarbeiter

Ein weiteres Anliegen der Streikenden: Die „Zwangsteilzeit“ für pädagogische und therapeutische Mitarbeiter. Das Land Niedersachsen beschäftigt sie seit einigen Jahren zu höchstens 80 Prozent, also 31 Wochenstunden. „Wer alleine ist – vielleicht sogar noch mit Kindern – muss einen zweiten Job haben“, kritisiert Simone Wawrzyniak, therapeutische Fachkraft an der Peter-Pan-Schule.

Langsam wird es dringend, denn zwei Verhandlungsrunden sind schon gescheitert – heute starten GEW und die Länder-Arbeitgeber den dritten Versuch.

Von Frederike Müller