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Stadt Wolfsburg Vorlesetag: Nicole Ziemann-Witt schreibt und trägt ihre Geschichten vor
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Vorlesetag: Nicole Ziemann-Witt schreibt und trägt ihre Geschichten vor
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08:00 22.10.2019
Kinderbuchautorin: Nicole Ziemann-Witt aus Gamsen schreibt nicht nur gerne Geschichten, sie liest diese auch gerne vor. Quelle: Thorsten Behrens
Peine/Gifhorn/Wolfsburg

Vor dem Lesen steht das Schreiben. Nicole Ziemann-Witt versteht sich auf beides. Sie ist Kinderbuchautorin – und bringt ihre Geschichten unter anderem in Schulen zu Gehör. „Ich schreibe Kindergeschichten, weil ich selbst gerne lese“, sagt die Gamsenerin. Kindergeschichten sind voller Phantasie, heben sich vom alltäglichen Leben ab, erklärt sie.

Beim Thema Kindergeschichten weiß die 45-Jährige, wovon sie spricht. Sie hat selbst zwei Kinder, mit denen sie – und mit ihrem Ehemann – in Gamsen lebt. Sie arbeitet aktuell als Büroangestellte und kann ihr Hobby daher meist nur am Wochenende oder abends ausleben. Oder in der Gifhorner Literaturwerkstatt, in der sie seit mehreren Jahren aktiv ist – und sowohl Impulse setzt als auch erhält.

Bilder auf Tapetenrollen

Und: „Ich bin eher so ein Träumer.“ Daher wolle sie auch Kinder mit ihren Geschichten bewegen, sich selbst welche auszudenken. Das gelinge gut über Lesungen. „Vorlesen ist wichtig. Als Autorin muss ich raus, denke ich, den Kindern die Bücher zeigen, sie einbinden in das, was zwischen den Buchdeckeln passiert. Ihnen durch Vorlesen zeigen, dass Lesen Spaß macht. Und die Rückmeldungen geben mir Recht.“ Dabei greift Nicole Ziemann-Witt gerne auf Material zurück, das auf den ersten Blick nichts mit ihrem Buch zu tun hat – und das man wahrscheinlich nicht unbedingt bei einer Lesung vermuten würde. „Ich bringe Bilder auf Tapetenrollen mit. Das gibt schon manchmal irritierte Blicke der Lehrer, wenn ich so bepackt in der Schule auftauche. Aber um die Kinder in die Geschichte zu ziehen, sind die Bilder klasse.“ Daher gibt es bei anderen Veranstaltungen auch kleine Bilder zum Ausmalen mit den Charakteren ihres ersten Kinderbuches.

Künftig auch Krimis

Mittlerweile schreibt die gebürtige Schneverdingerin und gelernte Industriekauffrau am zweiten Kinderbuch, und auch eines für Erwachsene hat sie in Arbeit. Doch warum Schulthemen? „Da kann ich die Schule mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten und zeigen. Außerdem kennen Kinder ab sechs, sieben Jahren den Schulalltag, können die Dinge in den Geschichten erkennen.“ Aber das Buch, das sie ihrem Patenkind gewidmet hat – „Ich habe ihm gesagt, ich schreibe dir mal eine Geschichte, und dann habe ich das getan“ – bietet ihr auch die Möglichkeit für Kritik am Schulsystem, das sie für zu steif hält. Auch deswegen gestaltet sie ihre Lesungen locker – zumindest die für Kinder. Denn gerade ist sie dabei, ein neues literarisches Spielfeld zu entdecken, auf dem sie sich auch lesend tummeln möchte: Krimis.

Das ist der Vorlesetag

Am Freitag, 15. November, ist wieder bundesweiter Vorlesetag. Seit 2004 wird er ausgerichtet und ist eine gemeinsame Initiative von DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung. Im vergangenen Jahr waren mehr als 680 000 Vorleser und Zuhörer dabei – in Kindergärten, Schulen, Altenheimen, bei besonderen Aktionen. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto „Sport und Bewegung“. Eine Fußballgeschichte in einem echten Stadion lesen und danach über den Rasen flitzen? Sich wie Affen, Elefanten oder Roboter bewegen, die gerade in einer Geschichte aufgetaucht sind? Alles ist möglich, wie in den Geschichten, die vorgelesen werden. Wer mitmachen möchte – als Vorleser seiner eigenen Lieblingsbücher, Zuhörer oder Leseort – findet viele Infos unter www.vorlesetag.de. Dort kann man sich auch registrieren, damit andere Interessierte vielleicht ein passendes Gegenstück finden. Wer für seinen Ort auf der Internetseite keinen Eintrag findet, hat folgende Möglichkeiten: Als potentieller Vorleser sich selbst direkt an Schule, Kindergarten, Altenheim vor Ort wenden, als Zuhörer beispielsweise in Buchhandlungen und Büchereien vor Ort anfragen, ob es Veranstaltungen gibt, oder als jemand, der einen Leseort zur Verfügung stellen möchte, örtliche Politiker, Autoren oder Personen des täglichen Lebens – oder als Schule oder Kindergarten vielleicht auch Eltern und Großeltern – anfragen, ob sie vorlesen möchten.

Nächste Lesung steht an

„Professor Besenstiel und sein Wumpelgumpel“ heißt das erste Werk der Gamsenerin, es ist im Dezember vorigen Jahres erschienen – und der Professor Besenstiel und sein Wumpelgumpel haben seither einige Ecken im Landkreis Gifhorn kennen gelernt. „Ich habe schätzungsweise zehn bis zwölf Lesungen seither gemacht. Ich habe Spaß daran“, sagt die Autorin. Und die nächste steht bereits an, am Vorlesetag, 15. November, um 16 Uhr im Gifhorner Kaufhaus Schütte. Der Eintritt ist frei.

Veranstaltungen in der Region

Viele Veranstaltungen zum Vorlesetag sind quasi nicht öffentlich – beispielsweise Lesungen in Schulen, Kindergärten, Altenheimen. Doch es gibt auch Aktionen, an denen – fast – jeder teilnehmen kann, manchmal allerdings ist die Teilnahme an diesen Aktionen einer bestimmten Zielgruppe (Kinder, Jugendliche, Erwachsene) vorbehalten, kostenpflichtig oder nur nach Anmeldung möglich. Hier gibt es eine Auswahl der öffentlichen Aktionen in der Region Gifhorn/Wolfsburg/Peine.

* Auch das Planetarium Wolfsburg im Uhlandweg 2 lädt in diesem Jahr wieder zum Vorlesetag unter den Sternenhimmel ein. Gelesen werden ab 16 Uhr Mythen und Sagen aus der Antike, die sich auch unter den Sternen wiederentdecken lassen. Diese Veranstaltung ist kostenlos. Eine Voranmeldung wird empfohlen unter Tel. (0 53 61) 8 99 93 20.

* Für Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren gibt es in EMMA – Museumswohnung im Kavalierhaus ab 15 Uhr eine Lesung in Gifhorn. Die Teilnahme kostet zwei Euro, Anmeldung unter Tel. (0 53 71) 9 45 91 06 oder per E-Mail an museumswohnung@museen-gifhorn.de.

* Geschichten zum Träumen für Kinder zwischen sechs und neun Jahren gibt es in der Buchhandlung Thalia in Peine, Breite Straße 8. Die Kinder dürfen ihre Kuscheldecken mitbringen und ihre Eltern. Einlass ist ab 18.50 Uhr, gelesen wird von 19 bis 20.30 Uhr. Der Eintritt kostet drei Euro. Die Teilnehmerzahl ist auf 50 Kinder beschränkt. Anmeldung unter Tel. (0 51 71) 50 57 90.

Richtig Lesen lernen: 70 Leselernhelfer engagieren sich

Vorlesen steht bundesweit hoch im Kurs – zumindest am 15. November. Bei den Leselernhelfern dagegen ist Vorlesen das ganze Jahr über Programm. Denn es ist ein wichtiger Baustein, um Kinder beim selber Lesen zu fördern.

„Lesen, Vorlesen und Bücher sind wichtig, weil man ohne Lesen zu können (vor allen Dingen sinnerfassend) keiner Schulstunde folgen kann. Völlig egal, um welche Fächer es sich handelt. Aber natürlich ist es jedes Mal spannend, ein neues Buch aufzuschlagen, sich zu fragen, was einen erwartet. Es ist das grenzenloseste Abenteuer!“, sagt Annette Polonyi vom Verein Mentor – Die Leselernhelfer Isenbüttel.

Auch „Sprachbegleiterbetreuung“ wird angeboten

Der Verein betreut Kinder von der 2. bis zur 9. Klasse – von Grundschulen, einer Realschule und einer IGS. „Sie müssen, wie wir immer so schön sagen, förderwillig sein, da es keinen Sinn hat, mit einem Kind zu arbeiten, dass keinen Spaß an einer Lesestunde hat. Das ist in den elf Jahren, in denen es uns jetzt gibt, aber erst ein paar mal vorgekommen.“ Bei Kindern aus geflüchteten Familien bieten die Leselernhelfer eine „Sprachbegleiterbetreuung“ an. Sobald die Kinder dann einigermaßen lesen können, wird es eine normale Mentorenstunde, in der gelesen, erzählt, gespielt und gerätselt wird. Ein Mentor trifft sich einmal die Woche eine Stunde lang mit einem Schulkind zum gemeinsamen Lesen.

Leselernhelfer: Rund 70 Mitglieder des Isenbütteler Vereins setzen sich derzeit für die Leseförderung von Kindern ein. Quelle: Andreas Endermann

„Wir vermuten schon, dass es in vielen Familien keine Bücher mehr gibt. Teils aus Desinteresse, teils aus finanziellen Gründen. Wobei es gerade Bücher auf Flohmärkten für sehr wenig Geld gibt und man ja auch die öffentlichen Büchereien besuchen könnte. Allerdings ist es manchmal für Eltern schwierig, die eigenen Kinder an Bücher heranzuführen. Oft klappt es besser, wenn es andere machen. Das ist ja auch bei der Nachhilfe so. Die Kinder machen zu Hause dicht, woanders klappt es“, sagt sie. Oft werde anfangs vorgelesen, damit die Kinder Vertrauen fassen. Später lesen beide gemeinsam, noch später abwechselnd – je nach Neigung des Kindes.

Sofort Feuer und Flamme

Leselernhelfer werden ganz unterschiedliche Menschen – rund 70 sind es derzeit im Bereich Isenbüttel. „Unsere jüngste war 31, musste aus beruflichen Gründen erstmal aufhören, unsere älteste ist 81. Sie kommen aus den verschiedensten Berufen, die meisten haben keine pädagogische Vorbildung, was aber auch nicht nötig ist. Sie lieben alle Bücher, arbeiten gerne mit Kindern und möchten die Liebe zum Buch weitergeben“, erzählt Annette Polonyi. Sie selbst entdeckte ihre Leidenschafts fürs Lesen schon früh. „Mich konnte man früher immer in der Bücherei finden, oder aber, wenn ich alle für mich wichtigen Bücher gelesen hatte, in einem Schreibwarengeschäft, das auch Bücher verkaufte. Dort las ich heimlich in einer Ecke die neuen Bücher bis ich eines Tages entdeckt wurde und nicht weiterlesen durfte. Dann blieb mir nur die Bücherei und auf neue Bücher zu sparen. Flohmärkte gab es damals leider noch nicht. 2008 fragte mich die damalige Konrektorin der Grundschule Isenbüttel, ob wir gemeinsam einen Mentor-Verein aufbauen wollten. Ich war sofort Feuer und Flamme!“

Kontakt zu Mentor – Die Leselernhelfer Isenbüttel

Die Leselernhelfer sind suchen dringend weitere Unterstützung – nicht nur in der Samtgemeinde Isenbüttel, wo sie über Annette Polony per Telefon (0 53 74) 97 70, per E-Mail mentor-isenbuettel@web.de, oder über die Internet-Seite www.mentor-isenbuettel.de erreichbar sind. Der Bundesverband mit allen angeschlossenen Vereinen findet sich unter www.mentor-bundesverband.de.

Von Thorsten Behrens

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