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Stadt Wolfsburg Von der Polizei angeschossen: Schäferhund noch auf der Flucht
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Von der Polizei angeschossen: Schäferhund noch auf der Flucht
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19:36 23.09.2019
Läuft vermutlich noch immer durch Vorsfelde: Ein Schäferhund ist von der Polizei angeschossen worden – der Hundehalter selbst war stark betrunken. Quelle: Archiv
Vorsfelde

Die Polizei hat am Sonntagabend im der Straße Zum Heidgarten einen Hund angeschossen. Dieser habe zuvor zwei Beamte angegriffen. Das verletzte Tier lief weg und konnte bislang nicht eingefangen werden.

„Am Sonntagabend wurden zwei Polizisten zu einem betrunkenen Mann gerufen, der dort im Bereich eines Mehrfamilienhauses hilflos am Boden lag“, berichtet Polizeisprecher Sven-Marco Claus. Der 39-jährige Vorsfelder habe sich aufgerappelt und versucht, in seine Wohnung zu gelangen. Als die Tür sich nicht öffnete, habe sein Schäferhund die Polizisten angefallen. Einer der beiden Beamten gab einen Schuss auf das Tier ab, woraufhin es weglief. „Wir gehen davon aus, dass der Hund getroffen wurde“, so Claus. Das Tier sei jedoch zu schnell gewesen, um mehr zu erkennen, und auch Blutspuren habe man nicht gesehen.

Suchtrupps haben keinen Erfolg

Auf Facebook schlägt der Fall hohe Wellen. Einige Wolfsburger geben an, sie hätten den blutüberströmten Hund gesehen, aber nicht einfangen können. Auch von einigen Suchtrupps ist die Rede, von denen jedoch keiner Erfolg hatte. Ein Facebook-Nutzer postet ein Bild einer blutigen Hundeleine, die er in der Nähe gefunden habe.

Und es wird Kritik laut, sowohl an dem Besitzer, der das Tier nicht unter Kontrolle gehabt habe, als auch an der Polizei, die doch sicher nicht gleich hätte schießen müssen – oder wenn, dann doch so, dass der Hund sofort tot sei.

Dreimal rückte die Polizei wegen des Hundebesitzers aus

Denn die Polizei wusste, worauf sie sich einließ: „Die Kollegen waren schon vorbereitet auf die Situation“, gibt Polizeisprecher Claus zu. Denn es war bereits ihre dritte Begegnung mit Hund und Herrchen an diesem Tag. Gegen 15 Uhr hatten Anwohner die Polizei zu einem Spielplatz an der Schönebecker Straße gerufen, wo sich mehrere Erwachsene versammelt hatten, unter anderem der 39-Jährige. Sein Schäferhund sei schon zu diesem Zeitpunkt knurrend auf die Polizisten zugegangen, so Claus. Erst auf Aufforderung habe der Besitzer ihn angeleint.

Der zweite Einsatz folgte nur eine stunde später. Der 39-Jährige lag stark alkoholisiert auf einer Wiese an der Waldenburger Straße, sein Hund behinderte Rettungskräfte, die ihn untersuchen wollten.

Der 39-Jährige Halter hatte über drei Promille

Um 17.30 Uhr schließlich folgte der fatale Einsatz an der Wohnungstür. Der Hundebesitzer wurde dabei in Gewahrsam genommen und wies über drei Promille Blutalkohol auf.

Am nächsten Morgen suchten sowohl die Polizei als auch der Besitzer und andere Wolfsburger weiter. Laut Facebook-Kommentaren wurde das Tier zuletzt gegen Vormittag gesehen. „Wir hatten mehrere Anrufe, dass er gesichtet worden sei“, meint auch Polizeisprecher Claus. „Aber wir kamen wohl jedes Mal zu spät. Hoffentlich gelingt es noch, ihn mit Hilfe der Feuerwehr einzufangen und medizinisch zu versorgen.“ Dann könne man mit besserer Ausrüstung, zum Beispiel einer Fangschlinge, den Hund sicherer einfangen.

Bereits vor einem Monat hatte die Polizei zwei Hunde erschossen

Die Wolfsburger Polizei wird sich trotzdem noch einige Kritik gefallen lassen müssen. Denn vor nicht einmal einem Monat hatten Beamte in einer Wohnung in Westhagen ebenfalls auf zwei Hunde geschossen und sie getötet.

Griff zur Waffe: Die Polizei hat schon zum dritten Mal in einem Monat auf einen Hund gefeuert. Quelle: Britta Schulze

Claudia Gummert von der Tierhilfe Wolfsburg kennt sich mit verletzten und entlaufenen Tieren gut aus und rät derweil den Wolfsburgern, nicht zu mehreren auf den Hund zuzugehen: „Man sollte nicht versuchen, ihn gemeinschaftlich einzufangen, sonst vertreibt man ihn nur. Besser wäre es, wenn er zur Ruhe kommt und von seiner Familie gefunden wird. Vertraute Stimmen sind immer besser.“

Hinweise nimmt die Polizei unter der Nummer 110 entgegen.

Von Frederike Müller

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