Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Stadt Wolfsburg Von Pferden und Pferdestärken: Reit- und Fahrverein feiert 95-jähriges Bestehen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Von Pferden und Pferdestärken: Reit- und Fahrverein feiert 95-jähriges Bestehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 22.04.2019
Gehört dazu: Bei den Schleppjagden kam es nicht selten vor, dass die Reiter unfreiwillig abstiegen. Quelle: Gero Gerewitz, Sammlung: Remo Azara
Alt-Wolfsburg

Schleppjagden, Europameisterschaften und weltberühmte Pferdesportler wie Fritz Thiedemann: Der Reit- und Fahrverein Wolfsburg blickt auf eine erfolgreiche Geschichte zurück. In diesem Jahr wird er 95 Jahre alt – und feiert mit Jubliläumsmonat und Tag der offenen Stalltür.

Seine größten Erfolge verdankt der Verein nicht nur Pferden und Reitern, sondern auch VW, denn der Autohersteller war und ist eng mit dem Pferdehof in Alt-Wolfsburg verknüpft. Ex-VW-Chef Carl Hahn zum Beispiel ist noch heute Mitglied im Vereinsrat. Noch deutlicher zeigt sich die Verquickung aber an einer anderen Person: Horst Münzner. Er war nicht nur VW-Vorstand, sondern übernahm in den Sechzigern auch die Leitung des Reit- und Fahrvereins. „Münzner war von Anfang an in die Reiterei mit eingebunden und ist auch privat hier geritten“, weiß Remo Azara aus dem Vereinsrat.

„Eigentlich müsste das Reiterstadion Horst-Münzner-Stadion genannt werden.“

Unter ihm blühte der Verein auf, 1966 stellte er sein erstes großes Turnier auf die Beine. „Da saß der halbe VW-Vorstand hier und hat zugeguckt“, berichtet Azara. Für seine Verdienste zeichnete der Verein Münzner an dessen 70. Geburtstag sogar zum Ehrenpräsidenten aus. Eine Würdigung, die noch gar nicht weit genug reicht, meint Azara: „Eigentlich müsste das Reiterstadion Horst-Münzner-Stadion genannt werden.“

Auch sonst wimmelt es in der Geschichte des Vereins von VW-Funktionären: Manager Hans-Joachim und seine Frau Edith Zimmermann waren lange für die Rechen- und Meldestelle bei Turnieren zuständig, auf einem Foto gratuliert Vorstandsmitglied Werner Svetlik der Wolfsburger Dressurreiterin Monika Voy zum Erfolg, und sogar ein Buch über die Verknüpfung von Konzern und Verein ist erschienen: „Von roten Röcken und goldenen Käfern“.

Berühmte Reiter, fröhliche Unfälle und ganz viel VW: Das Archiv des Vereins bietet interessante Einblicke. Die historischen Bilder stammen aus Remo Azaras Sammlung, abfotografiert hat sie Gero Gerewitz.

Inzwischen hat sich das Profil des Vereins gewandelt. Das weiß auch Azara, der früher noch selbst im roten Rock bei Schleppjagden vom Schloss aus rund um Wolfsburg mitgeritten ist. Damals fuhren mehrere Busse die Zuschauer von einem interessanten Hindernis zum nächsten. Doch Schleppjagden gibt es nun nicht mehr und auch keine internationalen Spring- und Dressurturniere. „International spielt der Verein keine Rolle mehr. Dazu fehlt das Geld“, sagt Azara. Auch VW habe sich als Sponsor etwas zurückgezogen – Fördermittel und Aufmerksamkeit fließen eher in den Fußball. „Man kann in 90 Minuten in einer modernen Arena mehr Menschen binden als in einer Vier-Tage-Nonstop-Veranstaltung mit zahlreichen Wettkampfplätzen“, so Azara.

Heute ist das Motto: „Reiten für alle“

Der Verein macht das Beste daraus. Er hat sich auf Jugendausbildung und Kinderförderung spezialisiert. Im Pony-Club lernen schon die ganz Kleinen Pferdepflege und Verantwortung. Außerdem hält der Verein Schulpferde, um auch jenen Reitunterricht geben zu können, die kein eigenes Ross haben. „Das bieten wir heute an: Reiten für alle“, sagt Azara.

Am Samstag, 25. Mai, lädt der Verein zum Tag der offenen Stalltür mit Jubiläumsshow zum 95. Vereinsgeburtstag ein. Und vom 31. Mai bis 2. Juni findet wieder das traditionelle Reit- und Springturnier „Wolfsburger Klassiker“ statt.

Von Frederike Müller

Grillen, Spaziergänge, Osterfeuer: Der Wettergott meint es gut mit der Region Wolfsburg. Dem perfekten Festwochenende steht laut den Vorhersagen von Experten nichts im Wege.

19.04.2019

Wieder am Nordkopf: Ein 42-jähriger Algerier hat am Donnerstagnachmittag einen 29-jährigen Mann aus Mali mit einem Messer im Gesicht verletzt. Die Polizei nahm den Täter fest, das Opfer musste im Klinikum behandelt werden.

18.04.2019

Der tragische Unfall eines nicht einmal zweijährigen Krippenkindes an einem Regenrückhaltebecken hat fassungslos gemacht. Auch wenn rechtlich alles korrekt war: Die Stadt will die Sicherheit von Spielplätzen in der Nähe solcher Becken prüfen.

21.04.2019