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Stadt Wolfsburg Fußball-Fans verabredeten sich wohl gezielt zum „Kloppen“
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Fußball-Fans verabredeten sich wohl gezielt zum „Kloppen“
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18:53 04.11.2019
Fußball-Fans aus Wolfsburg und Braunschweig verabredeten sich vor dem Braunschweiger Bahnhof zu einer Prügelei. Quelle: Archiv
Wolfsburg

Es war wohl eine gezielte Verabredung zum „Kloppen“. Gewaltbereite Fußballfans aus Wolfsburg und Braunschweig trafen Sonntagnacht am Braunschweiger Bahnhof aufeinander – und bereiteten sich auf dem Vorplatz auf eine Prügelei vor (WAZ berichtete). Bundes- und Landespolizei griffen schnell ein. „Es kam zu keinen Straftaten“, sagt Martin Ackert, Sprecher der Bundespolizei.

VfL-Derbys: Polizei setzt auf strikte Trennung der Gruppen

Doch es hätte ganz anders ausgehen können. Denn zwischen den so genannten Risikofans – also Fans, die gern Stunk machen und vor Gewalt nicht zurückschrecken – des VfL Wolfsburg, Eintracht Braunschweig und Hannover 96 herrscht eine ausgeprägte Feindschaft. „Deshalb achten wir bei Heim-Derbys auch immer auf eine strikte Trennung dieser Fangruppen“, sagt Wolfsburgs Polizeisprecher Sven-Marco Claus. In der Regel werden die Fans in Gruppen von Polizisten zu Fuß oder auf Pferden voneinander getrennt begleitet.

Ähnlich war es Sonntagnacht in Braunschweig. Rund 250 VfL-Fans fuhren mit dem Zug vom Dortmund-Spiel zurück nach Wolfsburg. In Braunschweig mussten sie umsteigen. Rund 100 gewaltbereite Fans wollten aber nicht nur umsteigen, sondern hatten Lust auf Kloppe. Ein Rädelsführer machte eine Ansage – und schon versammelten sich die Chaoten auf dem Vorplatz. Sie legten Handschuhe, Mundschutz und andere Schutzbekleidung an. „Es war klar, worauf es hinauslaufen sollte“, so Bundespolizei-Sprecher Ackert.

Es liegt nahe, dass es zu einer spontanen Verabredung kam

Just in dem Moment waren auch Risikofans von Eintracht Braunschweig zur Stelle – ebenfalls bereit für eine Schlägerei. „Es liegt nahe, dass es zu einer spontanen Verabredung beider Gruppen gekommen war“, so Ackert.

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Doch die Polizisten griffen schnell und souverän ein, trennten die Gruppen voneinander. Weil sich vor allem die Wolfsburger sehr aggressiv zeigten, mussten Pfefferspray, Schlagstock und Diensthund eingesetzt werden, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Dass die Kräfte – insgesamt rund 50 Mann – so fix zur Stelle waren, liegt auch daran, dass die VfL-Anhänger von Dortmund aus im Zug von Bundespolizisten begleitet worden sind. „Wir nehmen jede Woche eine intensive Reiseanalyse des Fußballfanverkehrs vor und ahnen so schon, wo es zu brenzligen Situationen kommen könnte“, erklärt Ackert. Auch so genannte szenekundige Beamte sind bei vielen Reisen der Fans mit dabei.

VfL Fußball GmbH und Fanprojekt sind informierte

Die VfL Fußball GmbH ist über den Vorfall informiert, möchte sich aber noch nicht äußern. „Grundsätzlich stehen wir bei allen Spielen im Dialog mit Fanwesen und Polizei“, sagt Sprecher Sven Froberg. Auch das Fanprojekt Wolfsburg befindet sich in stetigem Austausch mit den Partnern. „Gewaltprävention ist eine der zentralen Aufgaben des Fanprojekts“, sagt Stadtsprecherin Monia Meier. Man wolle die vorgefallene Konfliktsituation im Nachgang aufarbeiten.

Das ist das Fanprojekt Wolfsburg

Das Fanprojekt Wolfsburg ist eine besondere Form der Jugend- und Sozialarbeit. Es wendet sich primär an alle Fußballfans des VfL Wolfsburg zwischen 12 und 27 Jahren, unabhängig von Geschlecht und sozialer Herkunft. Die Mitarbeitenden des Fanprojekts nehmen an der Lebenswelt der jungen Fußballfans teil, denn besonders wichtig ist hier eine solide Vertrauensbasis. Dies geschieht durch die Begleitung zu den Heim- und Auswärtsspielen des VfL Wolfsburg sowie durch das regelmäßige Aufsuchen der Zielgruppe an ihren Treffpunkten.

Weitere Aufgaben des Fanprojekts sind unter anderem die Organisation von Jugendbegegnungen und Schaffung von Freizeitangeboten, Bildungsarbeit und kulturpädagogische Arbeit sowie die Unterstützung von Fußballanhängern bei der Selbstorganisation im Bereich ehrenamtliches Engagement.

Das Fanprojekt Wolfsburg ist mit dem Aufstieg des VfL in die 1. Fußball-Bundesliga 1997 ins Leben gerufen worden. Gewaltprävention ist eine der zentralen Aufgaben. Neben den Fans sind die wichtigsten Kooperationspartner die VfL Fußball GmbH, die Stadt Wolfsburg und die Polizeiinspektion Wolfsburg-Helmstedt. Das Fanprojekt Wolfsburg befindet sich demnach nicht nur nach konkreten Vorfällen, sondern stetig im Austausch mit Polizei und Verein. Konflikte, besondere Vorkommnisse sowie Lösungsansätze werden innerhalb des Netzwerks aktiv angesprochen und im gemeinsamen Gespräch versachlicht und geklärt.

Von Claudia Jeske

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