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Stadt Wolfsburg Verzweifelt gesucht: Betreuungspersonal für Kitas
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Verzweifelt gesucht: Betreuungspersonal für Kitas
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06:07 15.07.2019
Ein Mann mit einem Kind auf dem Arm und einem an der Hand: Für Niedersachsens Kitas fehlen Betreuungskräfte. Quelle: dpa
Wolfsburg/Gifhorn/Peine

Kommunen müssen derzeit nicht nur bauen, um ausreichend Betreuungsplätze für Kinder zu schaffen, sondern auch ausreichend geeignetes Personal einstellen. Das ist aber leichter gesagt als getan, denn auf dem Arbeitsmarkt stehen bei weitem nicht genügend Fachkräfte zur Verfügung.

„Das sind in der Regel Erzieher, Sozialpädagogische Assistenten und Heilerziehungspfleger, die eine Ausbildung absolvieren. Aber auch Akademiker wie Sozialpädagogen und Sozialarbeiter finden dort Arbeitsplätze“, sagt Christine Gudd von der Arbeitsagentur.

Lange und teure Ausbildung

Die zweijährige Ausbildung von Sozialpädagogischen Assistenten findet an Berufsfachschulen statt. Im Anschluss haben sie die Möglichkeit, noch einmal zwei Jahre zu einer Fachschule zu gehen, um Erzieher zu werden. Diese Ausbildung dauert also insgesamt vier Jahre. Die Ausbildung zum Erzieher wird auch in Teilzeit angeboten, dann müssen hierfür drei Jahre eingeplant werden. Eine Vergütung gibt es nicht, im Gegenteil: In vielen Fällen ist ein Schulgeld zu zahlen.

„Diese Ausbildung ist hochgradig unattraktiv. Sie ist sehr lang und muss auch noch selbst bezahlt werden“, bemängelt Thorsten Bullerdiek, Sprecher des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebunds. Er fordert eine duale Ausbildung im Rahmen des bewährten Konzepts von Lehre und Schule mit ordentlichen Auszubildenden-Gehältern.

Kultusminsister Grant Hendrik Tonne (SPD). Quelle: HAZ-Archiv

Ministerium: Problem ist bekannt

Das Problem habe man erkannt, heißt es aus dem Niedersächsischen Kultusministerium. Zwar halte man laut Kultusminister Grant Hendrik (SPD) Tonne den Beruf schon jetzt für attraktiv – immerhin seien in Niedersachsen mehr als 15 300 jungen Menschen in der Ausbildung. „Dennoch gibt es einen Plan, der die Attraktivität der Ausbildung steigern und das Tätigkeitsfeld Kita für weitere qualifizierte Fachkräfte öffnen soll“, sagt Tonne.

Wesentliche Punkte werden zum bevorstehenden Schuljahr 2019/2020 umgesetzt. Die Zahl der Ausbildungsplätze soll um bis zu 500 pro Jahr gesteigert, die Ausbildung zum Sozialpädagogischen Assistenten in Teilzeit möglich und das Schulgeld abgeschafft werden. Außerdem wird auf Quereinsteiger und weitere Ausbildungswege gesetzt.

Von Kerstin Wosnitza

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