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Stadt Wolfsburg „Verrückt? Na und!“: Schüler lernen Umgang mit psychischen Krisen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg „Verrückt? Na und!“: Schüler lernen Umgang mit psychischen Krisen
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11:20 14.06.2019
Fachleute aus verschiedenen Richtungen: Nicht nur Therapeutin Jessica Keuthen (re.) sprach mit den Schülern, sondern auch ein Betroffener – der den Jugendlichen seine Erfahrungen schildern konnte. Quelle: Boris Baschin
Detmerode

„Yoga“, „lesen“, „Entspannungsübungen“, aber auch „Netflix“ – das alles steht auf Karteikarten, die eine Schulklasse der Anne-Marie-Tausch-Schule zusammengetragen hat. Zusammen ergeben die Stichpunkte den „Erste-Hilfe-Koffer für die Psyche“. Denn die Schülerinnen und Schüler haben in einem Workshop gelernt, mit psychischen Krisen umzugehen, bei sich selbst und bei anderen.

Einen Vormittag lang setzten sich die Schüler mit Fragen auseinander wie: „Wie erkenne ich, dass es mir nicht gut geht?“ und „Was hilft mir?“. Und das kann eben die Yoga-Einheit sein oder auch mal ein entspannter Abend mit Netflix. Für die Schülerinnen und Schüler eine wertvolle Lektion: „Das Verständnis für psychische Probleme muss gestärkt werden“, erklärt Hauswirtschaftsschülerin Kimberley Lausch eindringlich.Die Dozentin und Diplom-Pädagogin Jessica Keuthen stimmt ihr zu: „Das Ziel ist, mit dem Tabu zu brechen.“

„Das Verständnis für psychische Probleme muss gestärkt werden“: Die Schülerinnen Nicole Wollmerstedt, Sina Mühr und Kimberly Lausch sind überzeugt vom Workshop-Konzept. Quelle: Boris Baschin

Dabei geht es nicht nur um eigene Krisen, sondern auch solche im Umfeld. „Wenn jemandem nicht gut geht, wissen wir jetzt, welche Hilfe nötig ist“, resümiert Nicole Wollmerstedt. Und ihre Freundin Sina Mühr ergänzt: „Es gibt viele, denen ich versuche zu helfen. Hier lerne ich, mich noch besser in sie hineinzuversetzen.“

Betroffene berichten den Schülern aus erster Hand

Konzipiert wurde der eintägige Workshop „Verrückt! Na und?“ vom Verein „Irrsinnig Menschlich“ aus Leipzig. Die Wolfsburger Regionalgruppe besucht seit 2007 regelmäßig die Berufsschule Anne-Marie-Tausch, um den Schülern zu helfen, psychischen Krisen vorzubeugen. Neben den fachlichen Experten sind jedes Mal auch „persönliche Experten“ mit dabei – als (ehemals) selbst Betroffene können sie den Schülern und Schülerinnen besonders eindrücklich näherbringen, wie man mit psychischen Problemen umgehen kann.

Krisenbewältigung auf dem Stundenplan: Im Stuhlkreis und in Grüppchen erarbeiten die Schüler selbst Leitfäden, um sich und anderen zu helfen. Quelle: Boris Baschin

In diesem Jahr saß zum ersten Mal auch eine Gruppe von erwachsenen Wolfsburgern mit dabei: Fachleute aus Beratungsstellen vor Ort lassen sich gerade weiterbilden, um bald selbst mit dem Projekt „Verrückt? Na und!“ an Wolfsburger Schulen zu gehen.

Und noch etwas ist neu: Zum ersten Mal beteiligt sich auch die Bürgerstiftung Wolfsburg an dem Projekt – und steuert wolfsburgweit ganze 10.000 Euro bei. „Schülergesundheit ist eine wichtige Herausforderung“, findet Geschäftsführer Manfred Hüller. „Wir möchten die Präventionsarbeit unterstützen.“ Das freut auch die Sozialdezernentin Monika Müller, die dem Workshop ebenfalls einen Besuche abstattete. Obwohl eigentlich die Krankenkassen das Projekt komplett tragen und nicht nur bezuschussen sollten, wie sie findet.

Auch andere Schulen können Klassen anmelden

Anmelden – und einen Anteil vom Fördergeld bekommen – können sich alle Schulen im Stadtgebiet, das Projekt richtet sich an Klassen ab Jahrgang Acht.

Ein willkommener Scheck: 10000 Euro spendete die Bürgerstiftung, damit auch andere Schulen ungehindert daran teilnehmen können (v.l.: Andrea Beyer vom Sozialpsychiatrischen Dienst, Sozialdezernentin Monika Müller, Jugendpsychiaterin Jennifer Siemann, Petra Blume vom Sozialpsychiatrischen Dienst, Schulleiterin Anja Laade und Manfred Hüller von der Bürgerstiftung). Quelle: Boris Baschin

Von Frederike Müller

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