Unterricht per Videokonferenz: In der Eichendorffschule funktioniert es
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Stadt Wolfsburg Unterricht per Videokonferenz: In der Eichendorffschule funktioniert es
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06:00 15.05.2020
Läuft gut: Vitali Pritzkau setzt auf digitales Lernen. Quelle: Privat
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Köhlerberg

Die Wolfsburger Schulen fahren ihren Betrieb in der Corona-Krise langsam wieder hoch. Noch können nicht alle Schüler in die Klassenräume kommen, deshalb gibt es Live-Unterricht per Videokonferenz. Mit Handy, Tablet oder Laptop. In der Eichendorff-Oberschule funktioniere das gut, sagt Vitali Pritzkau, Mathelehrer und Mathematik-Fachkonferenzleiter.

Seit einigen Wochen trifft er sich täglich von 8 bis 8.45 Uhr mit über 40 Schülern aus seinen zwei fünften Klassen zum digitalen Matheunterricht – gleichzeitig. „Schüler haben eine Tagesstruktur, die auch fürs Lernen wichtig ist“, erklärt Pritzkau.

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Digitalisierung in der Schule ist wichtig

Er hat schon lange vor Corona immer wieder darauf hingewiesen, dass die Digitalisierung in der Schule und beim Lernen wichtig ist. Bereits im Jahr 2010 entwickelte der Wolfsburger mit Experten die digitale Lernplattform Mathehilfe24.

Der Online-Unterricht funktioniere gut. „Es ist eine tolle Arbeitsatmosphäre“, lobt der Lehrer. Und es sei eine gute Erfahrung. Für ihn, aber auch für die Schüler. „Sie erleben, dass sie trotz großer Lerngruppe ruhig und konzentriert arbeiten können“, sagt Vitali Pritzkau.

Manchmal gibt es sogar „Zuschauer“

Manchmal gibt es sogar „Zuschauer“: Eltern und Kollegen sind gern bei der Videokonferenz dabei. Dann sind es sogar über 50 Personen gleichzeitig in einem (virtuellen) Raum, die den Unterricht verfolgen.

Wegen der Schulschließungen durch Corona war für die Eichendorffschule schnell klar, dass eine digitale Lösung für Oberschule und Gymnasium her muss. Karl-Heinz Müller, Leiter des Schulzentrum Eichendorffschule, hatte zusammen mit dem IT-Experten eine Lösung parat: Office 365 wurde für alle Lehrkräfte wie Schüler der Eichendorffschule praktisch über Nacht eingerichtet.

Schnelle Lösung ist möglich

Mit Office-Teams war nun auch ein virtueller Live-Unterricht per Videokonferenz möglich. „Ich bin tief beeindruckt, wie schnell eine digitale Lösung für den Unterrichtsersatz geschaffen wurde“, lobt Pritzkau. „Was manchmal Jahre braucht, geht auch mal schnell über Nacht.“

Seit dem 23. April trifft er sich mit über 40 Schülern seiner zwei fünften Klassen zum Matheunterricht. „Ich bin positiv überrascht, mit welchem Interesse und welcher Motivation die Schüler an dem Unterricht teilnehmen.“ Los geht es mit einer Morgenübung, bei der die Grundrechenarten geübt werden. Pritzkaus Tablet ist die neue Tafel, auf der der Mathelehrer die Aufgaben Schritt für Schritt löst. „Jeder Schüler sieht auf seinem Endgerät, wie die Aufgabe gerechnet werden muss und vergleicht sie mit seinem Ergebnis.“

Auch Eltern dürfen zuschauen – und fragen

Nicht nur Schüler, sondern auch Eltern dürfen zuschauen – und Fragen stellen. „Sie tun es auch, wenn ich mal etwas nicht so gut erklärt habe“, räumt Pritzkau ein. „So kommen wir auch im Homeoffice effektiv mit dem Unterrichtsstoff weiter. Vielleicht sogar besser als im Klassenzimmer.“

Ein Problem gibt es bei all den guten Nachrichten: Leider können nicht alle Schüler am Online-Unterricht teilnehmen. Weil eine Familie zum Beispiel drei Kinder und nur einen Computer hat. Deswegen richtet Pritzkau einen Appell an die Politik: „ Jeder Schüler sollte ein digitales Endgerät für den Online-Unterricht zur Verfügung gestellt bekommen. Am besten ein Tablet mit digitalem Stift!“ Und: Schnelles und freies Internet sollte in Coronazeiten für Schüler und Eltern kostenlos sein.

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Von Sylvia Telge