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Stadt Wolfsburg Treibjagd: Ärger um fehlende Absperrungen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Treibjagd: Ärger um fehlende Absperrungen
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20:00 24.11.2019
Die Jäger sind zufrieden mit sich: Am Ende blickten sie auf 86 getötete Tiere herab. Quelle: tim schulze
Wolfsburg

Rund 700 Hektar Wald wurden am Samstag zum Großjagdgebiet. Die niedersächsischen Landesforsten hatten zur Jagd auf Wildschweine und Rehe eingeladen. Mit 28 erschossenen Rehen und 58 Wildscheinen ist damit die winterliche Jagdsaison eröffnet. Einigen Ärger gab es allerdings um fehlende Absperrungen.

Jäger und Förster wollen Wildbestand regulieren

Laut eigener Aussage will der Landesforst mit seinen regelmäßigen Jagden für ein Gleichgewicht bei Wald und Wild sorgen. „In diesem Jahr sind es wieder zwei Wildarten, die unser Eingreifen unbedingt notwendig machen“, meint dazu Forstdirektor Andreas Baderschneider, Leiter des Niedersächsischen Forstamtes Wolfenbüttel. Das seien zum einen die Rehe, zu deren Leibspeise jung sprießende Buchen und andere Laubbaumschösslinge gehören.

Wolfsburgs Jäger und Förster sind zufrieden mit sich: Einen Vormittag lang haben sie den Wald durchkämmt und das Wild aufgescheucht, bis es den Schützen vor die Büchsenmündung lief. Das Resultat: 28 Rehe und 58 Wildschweine sind tot. (Warnung: explizite Fotos)

Und weil aus östlicher Richtung die Afrikanische Schweinepest (ASP) nach Deutschland überzuschwappen drohe, wollen die Jäger außerdem den Wildschweinbestand so gering wie möglich halten, um ein Ausbreiten gegebenenfalls zu bremsen.

Im Einsatz: Jäger, Treiber und Hunde

Gemeinsam mit Forstamtsrat Dirk Schäfer, Stadtförster von Wolfsburg, hatten zahlreiche Helfer die rund sechsstündige Aktion am Samstag bis ins Detail vorbereitet und dazu insgesamt 150 Jäger, Treiber und Helfer aus ganz Niedersachsen im Waldgebiet zwischen den Hattorfer Teichen und der Feldmark Nordsteimke versammelt. Für die sogenannte „Beunruhigungsjagd“, eine Form der Treibjagd, scheuchten Treiber mit lärmenden Instrumenten und stöbernden Hunden das Wild aus der Deckung und möglichst direkt vor die Büchsenmündungen der etwa 90 Jäger.

Das Resultat: 58 Wildschweine und 28 Rehe mussten ihr Leben lassen. Amtsleiter Baderschneider war damit eigentlich zufrieden, hätte jedoch das Verhältnis genau umgekehrt noch lieber gesehen. „Das Rehwild richtet ungleich höhere Sachschäden an als die Wildschweine“, sagte er.

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Insgesamt sei die Jagd gut verlaufen, berichten Förster und Jäger. Nur ein Hund wurde leicht verletzt, weil er sich mit einem Dachs angelegt habe.

Spaziergänger kritisieren fehlende Absperrungen

Getrübt wurde der Jagdvormittag allerdings durch fehlende Absperrungen. Stefanie Beck war am Samstag vom Rabenberg aus im Wald unterwegs und entdeckte auf ihrer weiten Tour nur ein einziges Flatterband. „Und auch da hat kein Schild zusätzlich auf die Jagd hingewiesen.“ Auch in Gesprächen mit anderen Spaziergängern, Joggern und Fahrradfahrern wurde klar: „Hier wusste niemand über die Jagd Bescheid. Was wäre denn gewesen, wenn Kinder durch die Bäume gelaufen wären?“

Förster spricht von „Sabotage“

Förster Dirk Schäfer erklärt, ursprünglich sei der Jagdbereich der Landesforsten sorgfältig abgesperrt worden: Nicht nur Flatterbänder, sondern auch daran hängende Hinweisschilder hätten das Areal an allen Wegen gekennzeichnet. Allerdings seien im Laufe des Vormittags 20 bis 30 dieser Absperrungen „sabotiert“ worden. Das Schild und teils auch das Flatterband sei an diesen Stellen verschwunden. „Das haben wir in dieser Form noch nie erlebt“, sagt Schäfer, der dahinter Jagdgegner oder beratungsresistente Spaziergänger vermutet. Und Schäfer beschwichtigt: „Solche Absperrungen sollen die Sicherheit lediglich optimieren. Das heißt nicht, dass jeder, der doch in dieses Gebiet ist, sofort in Lebensgefahr schwebt.“

Die Wolfsburgerin Stefanie Beck stellt das nicht zufrieden: „Selbst wenn jemand die Absperrungen abgebaut hat: Die Jäger müssten das kontrollieren. Sie sind für die Sicherheit verantwortlich.“

Von Burkhard Heuer und Frederike Müller

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