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Stadt Wolfsburg Trauriger Trend: Immer mehr Wolfsburger werden betrunken am Steuer erwischt
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Trauriger Trend: Immer mehr Wolfsburger werden betrunken am Steuer erwischt
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00:17 06.07.2019
Stopp: Immer häufiger zieht die Polizei Wolfsburg alkoholisierte Autofahrer aus dem Verkehr. Quelle: dpa
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Wolfsburg

Allzu locker im Umgang mit Alkohol im Straßenverkehr nehmen es die Wolfsburger. Die Polizei hat in den vergangenen Monaten eine deutliche Zunahme der Alkoholfahrten und auch der Unfälle unter Alkohol registriert. „Ein bedenklicher Trend“, sagt Polizeisprecher Thomas Figge.

Polizei: Hemmschwelle sinkt

Die Hemmschwelle, sich betrunken ans Steuer eines Fahrzeugs zu setzen, wird immer niedriger. Und im gleichen Zug wird immer häufiger auch das Fahrrad Mittel der Wahl, wenn man zu tief ins Glas geschaut hat. Beides empfiehlt sich natürlich gar nicht.

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Unterschied zwischen Ordnungswidrigkeit und Straftat

Gesetzlich gibt es Unterschiede: Autofahrer, die einen Promillewert zischen 0,5 und 1,09 haben und keinerlei Ausfallerscheinungen aufweisen, kassieren zwar eine deftige Strafe und bekommen Punkte in Flensburg – aber die Tat wird „nur“ als Ordnungswidrigkeit gewertet. Wer darüber liegt, also mehr als 1,1 Promille im Blut hat, gilt als absolut fahruntüchtig und gefährdet mit seinem Verhalten nicht nur sich und andere. Das wird als Straftat gewertet.

Zahlen: Betrunken im Straßenverkehr

Die Polizei Wolfsburg registriert die Zunahme von Alkoholfahrten – sowohl mit dem Auto als auch mit dem Fahrrad – hier die Zahlen im Detail von April bis Juni 2018:

April: vier Fälle von völliger Fahruntüchtigkeit – die Promillewerte: 2,6 (Rad), 1,97 (Mofa), 1,55 (Pkw), 1,22 (Pkw); zwei Verkehrsunfälle Fahren unter Alkohol – 1,62 und 0,57 Promille.

Mai: neun Fälle von völliger Fahruntüchtigkeit – die Promillewerte: 2,4 (Rad), 2,07 (Rad), 1,9 (Rad), 2,54 (Pkw), 1,93 (Pkw), 1,75 (Pkw), 1,53 (Pkw), 1,27 (Pkw), 1,65 (Pkw mit Widerstand); zwei Verkehrsunfälle Fahren unter Alkohol – 1,37 (Pkw-Fahranfänger), 1,89 (Pkw) und 2,54 (Rad).

Juni: elf Fälle von völliger Fahruntüchtigkeit – die Promillewerte: 2,45 (Rad), 1,84 (Rad), 1,93 (Rad), 1,9 (Rad mit Widerstand), 1,1 (S-Pedelec), 2,27 (Rad mit Widerstand), 2,78 (Pkw), 1,72 (Pkw), 1,57 (Pkw), 1,26 (Pkw), 2,18 (Pkw in Kombination mit Drogen), 0,33 (Pkw in Kombination mit Drogen); zwei Verkehrsunfälle Fahren unter Alkohol – 2,22 und 2,44 Promille.

Prost: Wer Alkohol trinkt, sollte aufs Autofahren verzichten. Quelle: ddpa

Polizeisprecher Thomas Figge: „Wir beobachten diese Entwicklung mit großer Sorge. Anscheinend ist den Betroffenen immer noch nicht klar, dass alkoholisierte Fahrzeugführer nicht nur für sich eine Gefahr darstellen. Auch und insbesondere bei unbeteiligten Verkehrsteilnehmern werden durch dieses rücksichtslose Verhalten Leib und Leben gefährdet.“

Polizei appelliert an die Vernunft der Autofahrer

Figge appelliert deshalb: „Nutzen sie öffentliche Verkehrsmittel oder bilden sie Fahrgemeinschaften. Und behalten Sie die Zügel des Handelns in den eigenen Händen und übergeben sie diese nicht dem Alkohol.“

Im aktuellsten Fall zogen die Beamten am Dienstagabend einen Polo-Fahrer in Westhagen aus dem Verkehr, der mit 1,17 Promille hinterm Steuer seines Wagens saß. Gegen 21.30 Uhr stoppte die Polizei den Mann auf der Jenaer Straße, weil er vergessen hatte, sich anzuschnallen. Bei der Kontrolle stellten die Beamten starken Alkoholgeruch fest und ließen ihn pusten – 1,17 Promille. Daraufhin wurden dem 32-Jährigen eine Blutprobe entnommen und der Führerschein sichergestellt.

Von Claudia Jeske