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Stadt Wolfsburg Schüler radeln gegen Depressionen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Schüler radeln gegen Depressionen
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20:00 09.07.2019
„Mut zu reden“-Tour: Oberbürgermeister Klaus Mohrs (r.) empfing Mark Bialas (v.l.) und Merlin Beyer im Wolfsburger Rathaus. Quelle: Sylvia Telge
Wolfsburg

Das ist wirklich ungewöhnlich für zwei Vierzehnjährige: Die Jugendlichen Mark Bialas und Merlin Beyer sind gerade auf ihrer „Mut zu reden“-Radtour unterwegs, um über das Tabuthema Depressionen zu sprechen. Start war am Montag in Goslar, gestern machten die Jungs von der IGS Wittingen in Wolfsburg Station, Ziel ist am 13. Juli Rostock. Oberbürgermeister Klaus empfing sie und ihren Begleiter Reiko Marx vom Verein „World Youth Expedition“ im Rathaus.

Durch Extremsportler inspiriert

Der OB ist beeindruckt von dem Projekt: „Dass ihr euch gerade solch einem Tabuthema wie Depressionen widmet, ist vorbildlich.“ Die Idee, 400 Kilometer mit dem Rad zu fahren und in 13 Etappenorten mit ganz normalen Bürgern, aber auch mit Vertretern der Städte und Medien über Depressionen zu sprechen, kam ihnen im Herbst nach einem Vortrag von Extremsportler Joachim Franz. Der Wolfsburger will junge Leute motivieren, sich für die Gesellschaft zu engagieren – mit eigenen Projekten, die die Schüler von A bis Z selbst organisieren.

Mark Bialas und Merlin Beyer waren sofort Feuer und Flamme und bewarben sich für einen Workshop, in dem genau solche Projekt entwickelt wurden. Die Radtour, die auf die Depressionen aufmerksam machen will, gefiel der Jury so gut, dass die Kulturstiftung der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg die Aktion unterstützt.

Familien sind selbst betroffen

Die Jungs wählten das Thema Depressionen ganz bewusst. „Unsere Familien sind selbst davon betroffen“, erklärt Mark Bialas. Sie wüssten aus eigener Erfahrung, was Selbstmorde oder-versuche auslösen. Die Schüler wissen auch, dass sie diese Krankheit „nicht wegzaubern“ können, „aber vielleicht ermuntern wir Menschen, offen darüber zu sprechen“, so Bialas. Vier Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Depressionen, die Dunkelziffer ist noch höher. Die Krankheit sei oft Grund für Selbstmorde. Über 5000 Betroffene nehmen sich pro Jahr das Leben. „wenn wir diese hohe Zahl senken könnten, wäre das schön“, so Merlin Beyer.

Die Tour ist stramm. 400 Kilometer in fünf Tagen. Bereits am ersten Tag merkten die Schüler, dass der Zeitplan so eng war, dass keine Zeit für Pausen blieb. Deshalb nahmen sie für eine Teilstrecke das Auto. Falls es künftig noch mal eng wird, wollen sie das wieder tun. „Radeln ist gut, aber die Gespräche mit den Menschen sind noch wichtiger“, unterstreicht Mark Bialas.

Von Sylvia Telge

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