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Stadt Wolfsburg Thiamethoxam: Irgendwo zwischen Pflanzenschutz und Insektengift
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Thiamethoxam: Irgendwo zwischen Pflanzenschutz und Insektengift

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17:04 25.04.2021
Gefährlich für Bienen: Thiamethoxam kann sie orientierungslos machen – ob das in Wolfsburg schon mal vorgekommen ist, lässt sich nicht sagen
Gefährlich für Bienen: Thiamethoxam kann sie orientierungslos machen – ob das in Wolfsburg schon mal vorgekommen ist, lässt sich nicht sagen Quelle: Uwe Anspach
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Wolfsburg

Wie gefährlich ist das Insektengift Thiamethoxam wirklich? Landwirte, Imker und Naturschützer in Wolfsburg haben sich dazu ausgetauscht – allerdings ohne sich zu einigen.

Seit 2009 ist Thiamethoxam in Deutschland verboten. Für 2021 jedoch gibt es in manchen Bundesländern eine Notfallzulassung, sodass auch auf Wolfsburger Zuckerrübenfeldern behandeltes Saatgut in den Boden kam.

Studienergebnisse gehen weit auseinander

Beim gemeinsamen Gespräch der Interessengruppen prallten zwei Welten aufeinander: Hansgeorg Pudack vom Umweltamt der Stadt zitierte zum Beispiel die US-amerikanische Umweltbehörde, die solchen Insektiziden in Böden und Gewässern eine Halbwertszeit von über 140 Tagen bescheinigt. Die Landwirte hingegen führten eine englische Studie ins Feld, nach derer bei mitteleuropäischen Niederschlagsverhältnissen die Halbwertzeit bei nur 35 Tagen liegt.

Außerdem verwiesen die Landwirte auf die Auflagen zum Umweltschutz, die sie bei der Verwendung des Gifts zu erfüllen haben und auf die Kontrollen, denen sie dabei unterliegen.

Ob in Wolfsburg schon einmal ein Bienenvolk an einem Pflanzenschutzmittel verstorben ist, lässt sich derweil nicht mehr belegen. Imkervorstand Willi Schedler verwies aber darauf, dass Thiamethoxam bei Bienen generell wie ein Nervengift wirken kann: Die Tiere verlieren die Orientierung und sterben.

„Keine wesentliche Annäherung“

Wirkliche Ergebnisse brachte das Gespräch also nicht. „Es gab auf beiden Seiten Verständnis für die gegenseitigen Positionen, ohne dass es zu einer wesentlichen Annäherung der unterschiedlichen Ansichten kam“, heißt es im gemeinsamen Protokoll.

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Immerhin beschlossen Landwirte, Imker und Naturschützer, sich in Zukunft besser auszutauschen. In diesem Frühjahr hatten die Imker nur erfahren, dass in Wolfsburg Thiamethoxam eingesetzt werde, allerdings nicht wo und von wem. Und auch diese Information kam nicht von den Landwirten selbst, sondern von Nordzucker. Als Vertragspartner hat Nordzucker den Landwirten das behandelte Saatgut angeboten und war gesetzlich verpflichtet, die Imker zu informieren.