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Stadt Wolfsburg Tag des Einbruchschutzes: Polizei gibt Tipps
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Tag des Einbruchschutzes: Polizei gibt Tipps
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10:04 27.10.2019
Viel zu oft haben Einbrecher noch immer leichtes Spiel. Quelle: dpa
Wolfsburg

„Opfer von Einbrüchen leiden häufig ihr Leben lang unter der Situation“, beschreibt der Präventionsexperte der Wolfsburger Polizei, Mario Dedolf, die posttraumatischen Folgen von Einbruchsdiebstählen in private Häuser und Wohnungen, und weist damit auf die einsetzende dunkle Jahreszeit hin – und damit auf den Beginn der „Einbruchssaison“. Am Sonntag, 27. Oktober, ist der Tag des Einbruchschutzes.

Einbruchszahlen gehen zurück

Die Einbruchszahlen steigen nach polizeilicher Erfahrung in den dunklen Monaten von Oktober bis März, was auch die Polizeiliche Kriminalstatistik belegt. Doch es gibt gute Nachrichten: Die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle in Niedersachsen ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Diesen landesweiten Trend in dem problematischen Deliktsbereich verzeichnete die Polizei ebenso in Wolfsburg: Nach 288 Einbrüchen im Jahr 2017 wurde im letzten Jahr insgesamt ein Rückgang um knapp 14 Prozent auf 249 Wohnungseinbrüche für 2018 registriert.

Täter kommen häufig über die Autobahn

Die Analyse der klassischen Wohnhauseinbrüche im Wolfsburger Stadtgebiet in 2018 belege, dass keine Schwerpunkte bezüglich der Tatorte und Tatzeiten festzustellen sind. Dennoch: Zumeist wählen die Täter Einfamilienhäuser aus. Diese befinden sich naturgemäß eher in den Ortsteilen. „Klare Handschrift der Täter von außerhalb ist, dass sie über die Autobahnen kommen“, weiß Polizeisprecher Sven-Marco Clauß. Gerade in den Wintermonaten wurden fast täglich Taten in jeweils unterschiedlichen Stadtteilen oder Ortsteilen registriert. Dadurch werde die Fahndung nach den Tätern erschwert. Aufgrund dessen sank auch die Aufklärungsquote auf 16,87 Prozent.

Meist Einfamilienhäuser betroffen

Neben den Einbrüchen in Wohnhäusern kam es zudem im Jahr 2018 zu Einbrüchen in Wohnungen in Mehrfamilienhäusern im Innenstadtbereich. In diesen Fällen nutzten die Täter die Sorglosigkeit der Bewohner aus und gelangten während der Tageszeit ohne gewaltsames Öffnen der Außentüren in die Wohnblocks. In den Häusern wurden wahllos einzelne Wohnungen brachial aufgebrochen.

Täter haben noch zu oft leichtes Spiel

Obwohl Einbrüche das Sicherheitsgefühl der Bürger in hohe Maße beeinflussen, ist Einbruchsschutz in vielen Eigenheimen und Wohnungen bisher leider noch Wunschbild, weiß Dedolf. Oftmals haben die Einbrecher leichtes Spiel. Ausgestattet mit einem einfachen Schraubendreher lassen sich die meisten verbauten Fenster kinderleicht innerhalb weniger Sekunden öffnen.

Polizei und Partner fahren Aufklärungskampagne

Zusammen mit Kooperationspartnern aus der Versicherungswirtschaft, den Industrieverbänden und Errichterfirmen haben die Polizeien der Bundesländer deswegen gemeinsam mit der Bundespolizei die bundesweite Öffentlichkeitskampagne K-einbruch gestartet. Ziel ist, die Bevölkerung für eine eigenverantwortliche Einbruchsvorsorge zu sensibilisieren, um damit letztlich einen Rückgang der Einbruchskriminalität zu bewirken.

Und die Kampagnen zeigt Wirkung: 41,66 Prozent der Taten blieben im letzten Jahr im Versuch stecken, 2016 waren es noch rund 30 Prozent. Effektiver Einbruchschutz zahle sich für Eigenheimbesitzer aus. Denn: „Die Täter versuchen natürlich schnell fertig zu sein und lassen oftmals bei zusätzlichen Sicherungen von ihrem Vorhaben ab“, erklärt Clauß.

Wo gibt es Infos zum Einbruchsschutz

Einbruchssicherung wird staatlich über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. Die polizeilichen Beratungsstellen dienen als zentrale Anlaufstellen für erste Informationen zum Thema Einbruchschutz. Mario Dedolf ist für das Wolfsburger Stadtgebiet zuständig und bietet Sicherheitsanalysen für Wohnhäuser und Wohnungen an. Weitere Informationen gibt es auf den Internetseiten www.polizei-beratung.de und www-k-einbruch.de.

Um noch mehr Bürger zu erreichen, findet unter dem Motto „Eine Stunde mehr für mehr Sicherheit" jährlich zur Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit – in diesem Jahr der 27. Oktober – der Tag des Einbruchschutzes statt. Dedolf schlägt vor, die dadurch gewonnene zusätzliche Stunde zu nutzen, um sich über Einbruchsschutz zu informieren und die Sicherheitsempfehlungen der Polizei in dem Alltag umzusetzen.

Von Steffen Schmidt

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