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Stadt Wolfsburg Ausstellung im Schloss: „Brauchen wir denn wirklich diese Italiener?“
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Ausstellung im Schloss: „Brauchen wir denn wirklich diese Italiener?“
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15:34 30.08.2019
Gute Zusammenarbeit: Kulturdezernent Dennis Weilmann, Susanne Pfleger (Städtische Galerie), Barbara Tarullo (italienische Konsularagentur), Anita Placenti-Grau (ISZ), Alexander Kraus (ISZ) und Dora Balistreri (italienische Konsularagentur) freuen sich auf Besucher. Quelle: Boris Baschin
Alt-Wolfsburg

„Brauchen wir denn wirklich diese Italiener?“ – das ist der Titel einer Fotoreportage über Wolfsburg, die 1962 in einer Illustrierten erschien. Der Fotograf Benno Wundshammer hatte einige Zeit in Wolfsburg verbracht und das Leben der frisch angekommenen Italiener in zahllosen Fotografien festgehalten. Wie ihre Lebenswelt in den 1960ern aussah und was die Bilder auch über die Deutschen dieser Zeit verraten, ist jetzt in der Städtischen Galerie im Schloss zu sehen: Die Ausstellung „Punti di vista“ öffnet am Samstag, 31. August, um 18 Uhr.

Was ist Schnappschuss, was ist inszeniert?

Bei der Ankunft in Wolfsburg, beim Geldverdienen im VW-Werk, beim Geldausgeben in der Innenstadt, zu Feierabend in den neu aufgebauten Unterkünften – kaum ein Lebensbereich der italienischen Neu-Wolfsburger scheint dem Fotografen Wundshammer entgangen zu sein. Dabei habe der ehemalige Propaganda-Fotograf der Nazis allerdings auch einige Stereotype bedient, und teilweise sogar inszeniert, erklärt Kurator Alexander Kraus vom Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS).

Bei vielen Bildern muss man sich tatsächlich fragen, was ein spontaner Schnappschuss und was ein bewusst gestelltes Bild ist – einige Klischees sind einfach zu auffällig, manche ,Momentaufnahmen’ zu perfekt arrangiert. Trotzdem verraten die Bilder viel über den Alltag der italienischen Gastarbeiter der 60er, und über Wolfsburg zu der Zeit. Schon im Text von Wundshammers Reportage sprechen nämlich vor allem die alteingesessenen Wolfsburger über die Italiener. „Die Italiener selbst kommen in der Reportage kaum zu Wort“, meint Kurator Alexander Kraus. Und was die Deutschen da so sagen, lässt sie nicht besonders gastfreundlich erscheinen. Das zeigt sich auch an einer Audio-Station in der Ausstellung: Hier kann der Besucher sich Statements anhören, die die Wolfsburger ebenfalls 1962 in einer Studie getätigt haben.

Ankunft in Wolfsburg: In seinen Fotografien hat Benno Wundshammer viele Lebenssituationen der neuen Gastarbeiter eingefangen – bei manchen scheint er etwas nachgeholfen zu haben. Quelle: Boris Baschin

Doch die Aussteller (neben der Galerie und dem ISZ ist die italienische Konsularagentur beteiligt) fangen das Problem elegant ab: Sie haben die Bildauswahl um viele Fotos ergänzt, die die Italiener selbst gemacht haben. So erfahren die Zuschauer verschiedene Blickwinkeln – punti di vista eben.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung „Punti di vista“ läuft vom 31. August bis zum 3. November. Besuchen kann man sie dienstags von 13 bis 20 Uhr, mittwochs bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags von 13 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr.

Am Samstag eröffnet die Ausstellung um 18 Uhr im Gartensaal des Schlosses mit Imbiss, Apero und einer amerikanischen Tanz-Performance. Auch danach folgen einige Events rund um die Ausstellung, zum Beispiel am Dienstag, 15. Oktober, um 18 Uhr eine Podiumsdiskussion „Das Bild des Italieners“ mit Daniela Cavallo vom VW-Betriebsrat, Eleonora Marrone vom Vini d’Italia und anderen.

Das gesamte Begleitprogramm finden Sie auf waz-online.de.

Das Begleitprogramm zur Ausstellung

• Dienstag, 3. September, um 18 Uhr: Kuratorenführung durch die Ausstellung mit Susanne Pfleger (Direktorin Städtische Galerie Wolfsburg) und Alexander Kraus (Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation)

• Donnerstag, 5. September, um 12.30 Uhr: Kunstgespräch in der Mittagspause, Städtische Galerie Wolfsburg

• Dienstag, 10. September, um 18 Uhr: Jan Plamper (Historiker und Professor für Geschichte am Goldsmiths College der University of London): „Das neue Wir. Warum Migration dazugehört: Eine andere Geschichte der Deutschen“ Lesung und anschließende Diskussion, Moderation: Alexander Kraus (Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation), Städtische Galerie Wolfsburg

• Freitag, 13. September, von 10 bis 19 Uhr: Sonderöffnungszeit der Ausstellung in der Städtischen Galerie Wolfsburg, ab 19.30 Uhr Konzert der Italienischen Konsularagentur Wolfsburg im Gartensaal Schloss Wolfsburg

• Sonntag, 15. September, von 14 bis 17 Uhr: Offenes Atelier – Malen, Zeichnen & vieles mehr im Schloss Wolfsburg

• Sonntag, 1. Oktober, um 18 Uhr: „Fotografie im Dialog: Reportagefotografie zwischen Kunst und Geschichte.“ Andreas Beitin (Direktor Kunstmuseum Wolfsburg) im Gespräch mit Alexander Kraus (Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation)

• Mittwoch, 4. Oktober, von 10 bis 19 Uhr: Sonderöffnungszeit der Ausstellung in der Städtischen Galerie Wolfsburg, ab 19.30 Uhr Konzert der Italienischen Konsularagentur Wolfsburg im Gartensaal Schloss Wolfsburg

• Dienstag, 8. Oktober, um 18 Uhr: „Fotografie im Dialog: Fotojournalismus als Spiegel der sozialen Wirklichkeit?“ Barbara Hofmann-Johnson (Leiterin Museum für Photographie Braunschweig) im Gespräch mit Alexander Kraus (Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation), Städtische Galerie Wolfsburg

• Donnerstag, 10. Oktober, um 12.30 Uhr: Kunstgespräch in der Mittagspause, Städtische Galerie Wolfsburg

• Dienstag, 15. Oktober, um 18 Uhr: Podiumsdiskussion „Das Bild des Italieners.“ Mit Daniela Cavallo (stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei der Volkswagen AG), Hans Karweik (Journalist), Marlies Ottimofiore (ehemalige Mitarbeiterin der Italienischen Konsularagentur), Eleonora Marrone (Geschäftsführerin des Vini D’Italia). Moderation: Dora Balistreri (Italienische Konsularagentur Wolfsburg) und Alexander Kraus (Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation), Städtische Galerie Wolfsburg

• Dienstag, 22. Oktober, um 18 Uhr: Michael Siems: „Arbeiten, wohnen, mitbestimmen – Wandel migrantischen Lebens in Wolfsburg zwischen den 1960er und 1970er Jahren.“ Moderation: Alexander Kraus (Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation), Städtische Galerie Wolfsburg

• Dienstag, 29. Oktober, um 18 Uhr: „Sei foto, sei punti di vista.“ In jeweils fünf bis zehn Minuten analysieren und diskutieren Italienerinnen, Italiener und Italienkenner eine Fotografie aus der Ausstellung. Mit Silvestro Gurrieri (Vorstandsvorsitzender des Kunstvereins creARTE), Paola Massei (Künstlerin und Angestellte bei der Volkswagen AG), Quinto Provenziani (Künstler), Fabio Schillaci (Stabstelle für Sonderplanungen und Projektsteuerung der Stadt Wolfsburg), Anke-Catrin Paulsen (Geschäftsführerin des Vereins Freunde und Förderer der italienischen Kultur in Wolfsburg), Anita Placenti-Grau (Leiterin Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation). Moderation: Dora Balistreri (Italienische Konsularagentur Wolfsburg) und Alexander Kraus (Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation), Städtische Galerie Wolfsburg

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