Aus Sicht der Staatsanwaltschaft besteht ein Verdacht, dass Nahrstedt Schreiber anonymer Briefe ist, die Stadtwerke-Vorstand Markus Karp über Monate hinweg in ein schlechtes Licht rückten und die Verleumdungen enthielten (WAZ berichtete). Nahrstedt selbst sagt: „Ich bin unschuldig.“ Trotzdem ist er vom Dienst freigestellt. Schlüssel und Diensthandy musste er abgeben, zudem hat er Hausverbot. „Es gibt Indizien, die einen Anfangsverdacht rechtfertigen, mehr nicht“, sagte Klaus Ziehe, Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Dabei gehe es um Inhalt, Form und Art der Verteilung der anonymen Briefe.
„Möglicherweise enthalten sie Informationen, die nur der Beschuldigte haben konnte.“ Auch Zeugenaussagen hätten eine Rolle gespielt. Ziehe: „Ob der Verdacht hinreichend ist, wissen wir in ein paar Wochen.“ Derzeit gebe es in dem Fall nur einen Beschuldigten. Keine Rolle gespielt habe, dass der Beschuldigte ebenso wie andere Zeugen zuvor einen Speicheltest abgelehnt hatte. Nahrstedt selbst zeigte sich nach der Durchsuchung fassungslos. „Ich werde zu unrecht verdächtigt.“
Im Beisein von Betriebsrats-Chef Dalibor Dreznjak hatten Polizisten nicht nur Büro und Privathaus, sondern auch zwei Autos durchsucht. Laut Dreznjak habe sich Nahrstedt „sehr kooperativ“ gezeigt und habe alle geforderten Unterlagen sofort ausgehändigt.
jl