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Stadt Wolfsburg Stadt Wolfsburg verstärkt Engagement gegen häusliche Gewalt
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Stadt Wolfsburg verstärkt Engagement gegen häusliche Gewalt

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11:11 02.07.2020
Traurig: Noch immer werden viel zu viele Frauen Opfer von häuslicher Gewalt. Quelle: dpa
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Wolfsburg

Die Stadt Wolfsburg will die Zusammenarbeit mit ihren Kooperationspartnern zum Engagement gegen häusliche Gewalt ausweiten. Anlass ist ein Fall von schwerer häuslicher Gewalt in Wolfsburg, der kürzlich durch einen Prozess am Amtsgericht öffentlich wurde und für Entsetzen sorgte

Rund 17 Jahre lang musste eine 32 Jahre alte Frau psychische und physische Gewalt durch ihren Partner ertragen. Das Martyrium gipfelte in einer fast drei Stunden andauernden Prügelattacke, bei der das Opfer krankenhausreif geschlagen wurde, während der gemeinsame Sohn den Angriff miterleben musste. Das Amtsgericht verurteilte den Mann wegen Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe.

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Anlaufstellen für Opfer häuslicher Gewalt bekannter machen

Die psychischen Folgen für die Frau und ihren Sohn seien vermutlich drastisch und kaum vorstellbar, meint Antje Biniek, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wolfsburg. „Um Frauen in solchen Situationen zur Seite stehen zu können, müssen die vorhandenen Hilfsangebote in Wolfsburg als Anlaufstellen noch bekannter werden. Hier gilt es, neue Ideen zu entwickeln, sodass Betroffene einen unkomplizierten Zugang erhalten", so Biniek.

Gleichzeitig müsse das Bewusstsein der Bevölkerung geschärft sowie Zivilcourage gefördert werden, denn häusliche Gewalt sei keine Privatsache. Die Stadt Wolfsburg arbeite bereits interdisziplinär mit zahlreichen Kooperationspartnern zum Thema häusliche Gewalt zusammen. Den jüngsten Vorfall sieht Antje Biniek als Weckruf für eine kritische Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung von Partnerschaftsgewalt und der frühzeitigen Erkennung durch Institutionen und Anlaufstellen: „Das Thema häusliche Gewalt muss ganzheitlich betrachtet und geprüft werden, sodass den betroffenen Personen schnell und effektiv geholfen werden kann und gleichzeitig die Arbeit mit den Tätern nicht vernachlässigt wird.“

Nach den Sommerferien sollen erste Ansätze und Konzepte entwickelt werden

Das bedeute unter anderem, dass Fachkräfte, welche in der Lebenswelt von Familien und Partnerschaften eine Rolle spielen und Anzeichen häuslicher Gewalt erkennen könnten, regelmäßig und zielgerichtet geschult werden müssen. Nach den Sommerferien möchte die Gleichstellungsbeauftragte in enger Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Fachbereichen die ersten Ansätze und Konzepte entwickeln.

In Deutschland erfährt nach Angaben der Stadt jede vierte Frau mindestens einmal körperliche oder sexuelle Gewalt durch den aktuellen oder einen früheren Partner. Laut des Bundeskriminalamts seie im Jahr 2018 insgesamt 140 755 Menschen von Partnerschaftsgewalt betroffen – davon waren knapp 114 393 weiblich. Dabei spiele das Alter oder die soziale Schicht der Frauen keine Rolle.

Von der Redaktion