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Stadt Wolfsburg plant interkommunales Gewerbegebiet am Autobahnkreuz Königslutter

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20:00 27.11.2020
Autobahnkreuz Wolfsburg-Königslutter: Hier soll ein interkommunales Gewerbegebiet mit Beteiligung der Stadt Wolfsburg entstehen.
Autobahnkreuz Wolfsburg-Königslutter: Hier soll ein interkommunales Gewerbegebiet mit Beteiligung der Stadt Wolfsburg entstehen. Quelle: Matthias Leitzke (Archiv)
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Wolfsburg

Die Stadt Wolfsburg plant ein interkommunales Gewerbegebiet am Autobahnkreuz Wolfsburg-Königslutter gemeinsam mit der Stadt Braunschweig und den Landkreisen Helmstedt und Wolfenbüttel. Der Rat der Stadt soll im Dezember eine entsprechende Kooperationsvereinbarung beschließen und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben.

Durch die Kooperation sollen alle Beteiligten profitieren

Hintergrund: Die wirtschaftsstarken Städte Wolfsburg und Braunschweig sehen zusätzlichen Bedarf an Flächen für Unternehmensansiedlungen, der strukturschwache Landkreis Helmstedt benötigt dringend zukunftsorientierte Projekte. Durch die Kooperation sollen alle Beteiligten profitieren. „Interkommunale Gewerbegebiete sind wichtig, weil sie flächenschonend sind, die kommunalen Haushalte entlasten und sowohl der Wirtschaft als auch den Menschen in der Region helfen“, begründet Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) das Projekt. Das Gewerbegebiet am Autobahnkreuz Wolfsburg-Königslutter steche vor allem durch seine besonders günstige verkehrstechnische Lage mit Anschluss an die A2 und A39 hervor.

„Für eine positive wirtschaftliche Entwicklung Wolfsburgs ist es unerlässlich, weitere Gewerbeflächen für Neuansiedlungen oder zur Expansion bereits vorhandener Unternehmen zu erschließen“, betont Wirtschaftsdezernent Dennis Weilmann. Um Arbeitsplätze zu erhalten und auszubauen, müsse man optimale Rahmenbedingungen schaffen. „Und dazu zählt natürlich die Bereitstellung attraktiver Flächen“ so Weilmann.

Dennis Weilmann, Wirtschaftsdezernent: „Für eine positive wirtschaftliche Entwicklung Wolfsburgs ist es unerlässlich, weitere Gewerbeflächen zu erschließen.“ Quelle: Boris Baschin

Auch die entstehenden Verkehrsströme sowie Umwelt- und Klimaschutz stehen im Fokus

Bei den Planungen für das Gewerbegebiet im Nordwesten des Landkreises Helmstedt soll die Transformation hin zu einer ökonomischen, ökologischen und sozial nachhaltigen Wirtschaftsstruktur an oberster Stelle stehen, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Die Stadt Wolfsburg soll sich zu einem Viertel an den Gesamtkosten der Machbarkeitsstudie in Höhe von 200 000 Euro beteiligen. Dabei geht es insbesondere auch um die Ermittlung des Flächenbedarfs, um entsprechende Ausbaustufen zu ermöglichen. Auch die entstehenden Verkehrsströme sowie Umwelt- und Klimaschutz stehen im Fokus.

Zustimmung aus den Ratsfraktionen für das Projekt

Aus den Ratsfraktionen gibt es ganz überwiegend Zustimmung. Das Projekt sei „ein starkes Zeichen für die Region“, sagt SPD-Fraktionssprecher Hans-Georg Bachmann. Die Lage an den Hauptverkehrsadern biete optimale Voraussetzungen. Das sieht auch die CDU so. „Es stärkt unsere Region als Wirtschaftsstandort. Um die Zukunftsfähigkeit zu gewährleisten, wird es auch darauf ankommen, weitere Gewerbeflächen zu entwickeln“, erklärt Fraktionssprecher Peter Kassel. Die PUG betont, dass der Umweltschutz dabei besonders berücksichtigt werden müsse. „Auch würden wir befürworten, wenn sich Unternehmen aus Branchen ansiedeln, die in Wolfsburg noch nicht tätig sind“, sagt Fraktionssprecher Andreas Klaffehn und nennt die Pharmaindustrie und die Fertigung von Photovoltaikanlagen.

Zurückhaltend äußert sich die Fraktion von Linken und Piraten

Positiv aus Sicht der Grünen ist, dass keine ökologisch wertvollen Flächen direkt bebaut werden. „Jedoch muss hier ein großes Augenmerk auch auf die umliegenden Flächen gerichtet werden. Eine Zerschneidung von wichtigem ökologischen Habitat muss vermieden werden“, sagt Grünen-Fraktionssprecher Frank Richter. Aus Sicht der AfD wäre ein interkommunales Gerbegebiet eine „Win-win-Situation“ für alle Beteiligten und hätte schon deutlich früher umgesetzt werden müssen. „Leider wurde von den Verantwortlichen in Wolfsburg, aber vor allem in Helmstedt schon viel wertvolle Zeit vertan“, kritisiert Fraktionssprecher Thomas Schlick. Die FDP wünscht sich auch in anderen Bereichen mehr Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen: „Erklärtes Ziel muss es sein, zusammen eine starke Region zu bilden, die für die Zukunft bestens aufgestellt ist und die innovativen Unternehmen eine Heimat bietet“, sagt Fraktionssprecherin Kristin Krumm.

Zurückhaltend äußert sich die Fraktion von Linken und Piraten, die zunächst im Strategieausschuss über Vor- und Nachteile des Projekts diskutieren möchte. „Angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie ist unseres Erachtens schwer einschätzbar, ob das Gewerbegebiet am Autobahnkreuz A2/A39 wirklich erforderlich sein wird“, sagt Fraktionssprecher Bastian Zimmermann (Linke).“

Von Florian Heintz