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Stadt Wolfsburg Sozialwohnungen entstehen im Schlesierweg
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Sozialwohnungen entstehen im Schlesierweg
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00:21 07.04.2019
Abrissarbeiten am Schlesier- und Masurenweg: Hier entstehen Wohnungen zu sieben Euro pro Quadratmeter. Die Wohnhäuser werden aussehen wie die neuen Gebäude am Detmeroder Sportplatz . Quelle: Roland Hermstein
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Laagberg

Wo früher Wohnblöcke standen, liegt jetzt alles in Schutt in Asche: Zwischen Schlesierweg und Masurenweg entwickelt die Neuland das Projekt „Wohnen für alle“ – und schafft wie schon am Detmeroder Sportplatz ein großes Kontingent von Wohnungen zu erschwinglichen Mieten.

Hoher Bedarf an Sozialwohnungen

„Wohnen für alle“ heißt das Modellprojekt der Wohnungsbaugesellschaft Neuland. In Detmerode realisierte sie erstmalig diese kompakten Wohnhäuser, um dem hohen Bedarf an Sozialwohnungen in der Volkswagenstadt gerecht zu werden. Die Mieten liegen im Schnitt bei sieben Euro pro Quadratmeter – und Wohnungen gibt es nur mit Wohnberechtigungsschein.

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Zwischen Schlesier- und Masurenweg entsteht das Wohnbauprojekt „Wohnen für alle“ – die Neuland baut sozial geförderten Wohnraum. Ende 2020 sollen die neuen Blöcke bezugsfertig sein.

Auch am Laagberg entstehen nach diesem Vorbild Wohnungen. Im Januar begann der Abriss der alten, verwohnten und aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr sanierbaren Blöcke. Mittlerweile sind von den Häusern nur noch Schuttberge über, die nach und nach abgetragen werden. Nun wartet die Neuland auf die Genehmigung des Bauantrags – und sollte demnächst dafür grünes Licht gegeben werden, könnte der Bau schon im Sommer starten. Der Zeitplan sieht nämlich vor, das Projekt Ende 2020 abzuschließen.

Fertige Module helfen sparen

69 neue Wohnungen werden am Laagberg entstehen – barrierearm, modern, familien- und seniorengerecht, eben „Wohnen für alle“. Dass die Neuland die Wohnungen so günstig anbieten kann, liegt vor allem daran, dass die Gebäude exakt dieselben sind wie in Detmerode. „So sparen wir Planungskosten“, erklärt Neuland-Sprecherin Janina Thom. Außerdem werden die Häuser kompakt gebaut, so werden die Badezimmer als fertige Module angeliefert – das spart Zeit und Kosten. Weiterhin verzichtet die Neuland beim Bau auf Keller und Tiefgarage und schöpft alle Fördermittel aus. Da am Laagberg die Nachfrage nach kleinen Wohnungen hoch ist, entstehen fünf hochwärmegedämmte Häuser mit zwei bis Vier Zimmern von 43 bis 110 Quadratmetern. Insgesamt investiert die Neuland 13,6 Millionen Euro.

Weitere Baugebiete

Wohnraum in Wolfsburg wird dringend benötigt – bis 2025 plant die Stadt 10.000 neue Wohnungen bereitstellen zu können. Die größten Baugebiet entstehen aktuell im Hellwinkel an der Reislinger Straße (Hellwinkel Terrassen), in Reislingen (Wiesengarten) sowie entlang der Nordsteimker Straße (Steimker Gärten). In der Entwicklung sind das Mega-Baugebiet Sonnenkamp zwischen Nordsteimke und Hehlingen sowie die Hellwinkel Terrassen 2; dafür wurde bereits die ehemaligen Kleingarten-Anlage abgerissen.

Der Kessel brodelt

In fast allen Neubaugebieten gibt es einen Anteil von Sozialwohnungen. Denn diese fehlen in der Stadt. Das wurde jetzt auch wieder beim Landesverbandstag des Deutschen Mieterbunds vor wenigen Tagen in Wolfsburg sehr deutlich – an allen Ecken und Enden fehlt bezahlbarer Wohnraum: „Es wurde viel zu wenig gebaut, der Kessel brodelt“, so Lukas Siebenkotten, Bundesdirektor des Mieterbundes. Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs betont: „Wichtig für Wolfsburg ist eine Mischung aus komfortablem und günstigem Wohnraum.“

Richtfest für „Wohnen und Handel am Schlesierweg“

Es wird viel gebaut am Laagberg: Während sich zwischen Schlesier- und Masurenweg die Abrissarbeiten für das Projekt„Wohnen für alle“ in den letzten Zügen befinden, feiert das Projekt „Wohnen und Handel am Schlesierweg“ nur wenige Meter entfernt am heutigen Donnerstag Richtfest.

Beide Projekt realisiert die Neuland-Wohnungsbaugesellschaft. Mit „Wohnen und Handel am Schlesierweg“ wird erstmalig in Wolfsburg ein Gesamtkomplex aus Wohnhäusern in Kombinationen mit Einzelhandel und Arztpraxen realisiert. Die Kosten liegen bei fast 30 Millionen Euro, auf dem 12.000-Quadratmeter-Gelände entstehen 65 Wohnungen, die zwischen 65 und 130 Quadratmetern groß sind. In den Wohntürmen gibt es 16 Rollstuhl-gerechte Wohnungen. Außerdem entstehen auf dem Areal 3300 Quadratmeter Gewerbefläche – schon jetzt steht fest, dass ein Rewe-Markt und eine dm-Drogerie-Filiale kommen.

Der Einzug in die ersten zwei Gebäude startet im Juli, die weiteren Komplexe sind zum Ende des Jahres bezugsfertig,

Um die Bebauung der Fläche hatte es im Vorfeld heftige Diskussionen gegeben: Noch vor dem Baustart wurden gut erhaltene Fundamente eines Außenlagers des KZs Neuengamme gefunden. So lagen die Arbeiten zunächst auf Eis. Auf Drängen vom Stadthistorikern, engagierten Bürgern und Angehörigen ehemaliger Zwangsarbeiter wurde die Reste geborgen. Einige Meter weiter, auf der Wiese neben Lidl, wird eine Gedenkstätte entstehen.

Von Claudia Jeske