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Stadt Wolfsburg Sommerbühne für Kids: Hänsel und Gretel ganz jugendfrei
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Sommerbühne für Kids: Hänsel und Gretel ganz jugendfrei
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11:02 23.06.2019
Schloss, Sommerbühne für Kids, Kleine Oper Bad Homburg, Kinderprogramm, Britta Schulze, Wolfsburg Quelle: Britta Schulze
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Nordstadt

Aus den Märchen der Brüder Grimm weiß man, dass sie manchmal nicht zimperlich sind in ihren Szenenbeschreibungen. Da ist bei „Hänsel und Gretel“ die Ausdrucksweise schon mal deftig, wenn die böse Hexe Hänsel in handliche Portionen zerteilen und Gretel am Spieß braten möchte. Dies allerdings in eine witzig-erträgliche Form für Kinder ab fünf Jahren zu bringen, gelang gestern der „Kleinen Oper Bad Homburg“.

Angelehnt an die Oper von Engelbert Humperdinck

Im Rahmen der 29. Internationalen Sommerbühne hielten fünf glänzend aufgelegte Akteure die Kinder gefangen und auch die erwachsenen Besucher bei Laune. Angelehnt ist diese Version von „Hänsel und Gretel“ zwar an die gleichnamige Oper von Engelbert Humperdinck, hier allerdings ist sie mehr Musical und statt drei Stunden auf kindgerechte 70 Minuten komprimiert.

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Die saueren Äpfel kommen aus Gifhorn

Künstlerische Freiheiten werden voll ausgekostet. Der fröhliche Pianist Fridolin Fingerflink (Markus Neumeyer) ist so etwas wie ein Moderator, und die Hexe (Wolfgang Vetter in einer Doppelrolle auch als Vater) braust auf einem Motorrad statt auf dem schwefligen Besen heran. Lustig, wenn auch lokale Bezüge einfließen. Die süßen Äpfel im Körbchen sollten demnach direkt aus einem Wolfsburger Garten kommen, die sauren indes, wer denkt schon Böses dabei – aus Gifhorn. Ist doch nur ein Märchen!

Ensemble bot eine tolle Show

Und ein wunderbar dargebrachtes zudem: Stimmlich und tänzerisch boten Gretel (Ingrid El Sigai), Hänsel (Jana Degebrodt), der Kater (Julia El Khoury), kurz, und das gesamte Ensemble eine tolle Show vor hübschen wechselnden Kulissen. Für die perfekte Steuerung sorgte Thorsten Knös.

Und auch die bekannten Kinderlieder fehlten nicht: „Brüderlein, komm´ tanz mit mir“, „Suse, liebe Suse“ und schließlich „Ein Männlein steht im Walde“ von Hoffmann-von-Fallersleben. „Die Lieder kenne ich“, nickte Ina Stegemann (4), eine aus der jüngeren Garde der Besucher. „Und das Märchen auch.“ Sofia Krüger (10) konnte sich indes kaum entscheiden, was ihr besser gefallen hat: Tanz oder Gesang? „War eigentlich alles ganz toll!“, erklärte Sofia.

Stuhlreihen waren nur mäßig gefüllt

Einziger Wermutstropfen an diesem fesselnden, farbenprächtigen Nachmittag am Sonntag im Festzelt Schlosshof: die Stuhlreihen waren nur mäßig gefüllt. Das verblüffte auch eine Besucherin aus Ehmen: „Mit dieser Aufführung würde das hervorragende Ensemble in Braunschweig oder Hannover sicher eine der großen Hallen füllen“, war sie überzeugt.

Von Burkhard Heuer