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Stadt Wolfsburg So will die Stadt Wolfsburg den E-Scooter-Verleih regeln
Wolfsburg Stadt Wolfsburg So will die Stadt Wolfsburg den E-Scooter-Verleih regeln
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23:30 26.02.2020
Start für E-Scooter-Verleih: Die Stadt Wolfsburg und der Leihanbieter Tier haben am Mittwoch das Konzept vorgestellt. Quelle: Boris Baschin
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Wolfsburg

Rund 350 E-Scooter sollen ab Anfang März in der Innenstadt von Wolfsburg, Fallersleben und Vorsfelde aufgestellt werden. Der Anbieter Tier bietet die akkubetriebenen Roller zum Verleih an. Per App sollen sich Pendler zum Beispiel am Bahnhof mit wenigen Klicks einen E-Scooter auswählen und damit ins Büro rollern können.

„Die E-Scooter können eine tolle Ergänzung zu den bestehenden Verkehrsmitteln sein“, hofft Erster Stadtrat Dennis Weilmann aus eigener Erfahrung darauf, dass die Fahrt mit dem Roller die eine oder andere Autofahrt ersetzt. „Wir arbeiten eng mit der Stadt zusammen“, sagt Startup-Chef Philip Reinckens. Er ist überzeugt davon, dass das Angebot auch in Wolfsburg gut angenommen wird. „Ich habe selbst lange bei VW gearbeitet und kenne die Verkehrsprobleme in Wolfsburg.“

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Eine App zeigt den Standort des nächsten Rollers an

Feste Verleih- oder Ladestation soll es nicht geben. Wer sich die App von Tier auf dem Smartphone installiert, bekommt auf einer Karte den Standort und die Restreichweite der Roller angezeigt. Diese verfügen über GPS. Über das Einscannen eines QR-Codes am Lenker wird die Fahrt gebucht. Die Grundgebühr beträgt einen Euro, jede Minute kostet weitere 15 Cent.

Erster Stadtrat Dennis Weilmann fährt Probe – ein Video:

Entladene Akkus werden vor Ort gegen volle gewechselt. Dafür sollen fünf bis sechs Mitarbeiter im Einsatz sein, kündigt City-Manager Marcel Goos an. Der Transport der Akkus erfolgt mit Lastenrädern. Bei jedem Wechsel sollen die Mitarbeiter prüfen, ob die Roller ordnungsgemäß abgestellt wurden oder beschädigt sind. Ein Sensor meldet außerdem, falls ein Roller umstürzt.

Stadt und Betreiber vereinbaren Spielregeln

Der Leihanbieter Tier ist bereits in 35 weiteren Städten vertreten, darunter Hannover und Hildesheim. Weil es in anderen Standorten wegen Verkehrsrüpeln und Wildparkerei nicht nur positive Erfahrungen gab, hat die Stadt Wolfsburg mit dem Startup einige Spielregeln vereinbart, wie Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide erläutert: „Wir haben aus Erfahrungen in den großen Metropolen gelernt.“

App zeigt Zonen mit Parkverbot für die Roller an

So ist das Fahren auf Gehwegen und in der Fußgängerzone tabu. Geparkt werden dürfen die E-Scooter nicht auf öffentlichen Grünflächen oder an Fußgängerüberwegen. Die Nutzung ist auf das Geschäftsgebiet beschränkt. „Außerhalb dieses Gebietes können die Roller nicht abgemeldet werden – die Uhr läuft dann weiter“, erklärt Goos. Das gilt auch für die Fußgängerzone. Wo die Roller geparkt werden dürfen, zeigt die App an. Das Smartphone kann auf einer Halterung angebracht und dort sogar kabellos geladen werden.

Verhaltensregeln für die Nutzer

„Vor jeder Nutzung wird der Kunde darauf hingewiesen, wie er sich zu verhalten hat“, erklärt Reinckens. Derzeit läuft ein Pilotprojekt: Kunden müssen mit einem Foto nachweisen, dass sie den Roller ordnungsgemäß geparkt haben. Fahren dürfen die Roller nur auf Radwegen. „Da die Roller ähnlich schnell sind wie Radfahrer, sehen wir da keine Probleme“, meint Hirschheide.

Wer sich die App aufs Smartphone installiert und registriert ist, kann mit den Rollern sofort losdüsen.

In den Bussen der Wolfsburger Verkehrs GmbH dürfen die Tretroller nicht mitgenommen werden, da sie nicht zusammengeklappt werden können und mit etwa 25 Kilo die Gewichtsgrenze reißen. Wer sie trotzdem mitnehmen möchte, muss ein Fahrradticket lösen.

Nach einer sechsmonatigen Testphase will die Stadt zusammen mit Polizei, Verkehrsverbänden und dem Betreiber eine erste Bilanz ziehen. Laut Wolfsburgs Polizeisprecher Sven-Marco Claus seien die Roller im Stadtbild bislang nur wenig präsent. „Es gab nur sehr vereinzelt Verstöße“.

Regeln für die E-Scooter

Für die Nutzung der E-Scooter oder auch E-Tretroller ist das Fahren bundesweit nur auf Radwegen erlaubt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 20 Kilometer pro Stunde, das Mindestalter für die Nutzung 14 Jahre. Die Roller müssen versichert sein und ein Kennzeichen haben. Bei den Verleihrollern ist das bereits der Fall.

Ist kein Radweg vorhanden, darf auf die Straße ausgewichen werden. Auf Fußwegen, die für Radfahrer freigegeben sind, dürfen die Roller nur bewegt werden, wenn das Zusatzzeichen „Elektrokleinstfahrzeuge frei“ ausgeschildert ist. In Wolfsburg soll das künftig im Bereich der südlichen Porschestraße bis zur Pestalozziallee der Fall sein.


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