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Stadt Wolfsburg So warnt die Polizei in Banken vor dem Enkeltrick
Wolfsburg Stadt Wolfsburg So warnt die Polizei in Banken vor dem Enkeltrick
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14:08 12.12.2019
Präventionsarbeit: Mario Dedolf (v.l.), Klaus Pudelko, Sven-Marco Claus und Claudia Kayser zeigen in der Volksbankzentrale am Mühlengraben ein Plakat der Aktion, mit auf Enkeltrick-Betrüger aufmerksam gemacht werden soll. Quelle: Boris Baschin
Wolfsburg

Trotz der Berichterstattung über die Betrugsmasche und umfassender Aufklärungsarbeit der Polizei schaffen es Betrüger immer wieder: Sie rufen Senioren an, geben sich als Polizisten oder Verwandte aus und bringen alte Menschen mit perfiden psychologischen Tricks dazu, ihnen hohe Geldbeträge zu übergeben. Der jüngste Fall ereignete sich am Dienstag in Lehre. Nun startet die Polizei eine neue Plakataktion in den Bankfilialen.

Neue Welle von Betrugsversuchen

In jüngster Zeit verzeichnete die Polizei in Wolfsburg eine neue Welle solcher Betrugsversuche. „Letzte Woche wurden 50 Anrufe gemeldet“, sagt Polizeisprecher Sven-Marco Claus. Sind die Betrüger erfolgreich, liege die Schadenshöhe oft im fünfstelligen Bereich.

Die Aushänge sollen Senioren wachrütteln, die bereits von Betrügern dazu überredet wurden, ihre Ersparnisse abzuheben. „Eigentlich ist es dann schon zu spät“, erklärt Mario Dedolf, Leiter des Präventionsteams bei der Polizeiinspektion Wolfsburg-Helmstedt. Haben die Ganoven ihre Opfer am Haken, überzeugen sie die Senioren, die Banken seien korrupt, ihr Geld nicht mehr sicher. „Sie verpflichten sie zur Verschwiegenheit“, sagt der Kriminalhauptkommissar.

Ein Alarmsignal in den Bankfilialen

Mit den Plakaten greift die Polizei die Lügengeschichten der Betrüger auf und warnt vor falschen Polizeibeamten. Ein Aufsteller am Beratungstresen soll als zusätzliches Alarmsignal dienen. Dedolf hat bereits 20 Bankfilialen in Wolfsburg, Fallersleben und Vorsfelde besucht und ist dankbar für jede Unterstützung (siehe Infokasten).

Die Banken versuchen, ihre Kunden zu schützen, betont Claudia Kayser, Leiterin der Volksbankdirektion Wolfsburg. Die Angestellten sind geschult. „Bei jeder größeren Auszahlung fragen wir auch nach“, erklärt Klaus Pudelko, Geschäftsstellenleiter der Volksbank am Mühlengraben. Bei einem schlechten Bauchgefühl ist das Personal angehalten, die Polizei zu rufen.

Doch die Betrüger sind geschickt bei der Manipulation. Dedolf berichtet von einem Fall, in dem selbst die herbeigerufenen Beamten das Opfer nicht überzeugen konnten, dass es einem Betrüger aufgesessen war. „Der echte Enkel musste kommen, um die Situation zu klären.“

Warum funktioniert die Methode noch immer?

Die Beamten nutzen bereits viele Möglichkeiten der Aufklärung, besuchen zum Beispiel Seniorenkreise. Eine Social-Media-Kampagne soll das Thema an jüngere Verwandte herantragen, damit diese ihre Großeltern warnen. Trotzdem erreicht die Polizei nicht jeden. „Ältere Menschen sind oft so sozialisiert, dass sie hohen Respekt zeigen. Und die Betrüger nutzen das Vertrauen in die Polizei aus.“ Die Betrüger senden falsche Rufnummern – sogar die „110“ kann im Display des Telefons erscheinen. Eine böse Falle. „Die Polizei ruft nicht an, schon gar nicht unter dieser Nummer. Legen Sie auf und wählen Sie selbst die 110“, rät Dedolf.

Zahl der Enkeltrickfälle nimmt stark zu

Im Jahr 2013 gab es in Niedersachsen 95gemeldete Anrufe und 35 000 Euro Schaden durch die Telefonbetrüger. Im Jahr 2018 waren es bereits 4000 Anrufe. „Der Schaden belief sich auf4,1 Millionen Euro, erklärt Präventionsleiter Mario Dedolf. Und die Dunkelziffer sei hoch. Seit wenigen Tagen fährt die Staatsanwaltschaft eine neue Linie. Schon ein versuchter Betrugsanruf ist strafbar. Banken, welche die Plakataktion der Polizei unterstützen wollen, können sich unter praevention@pi-wob.polizei.niedersachsen.de an Mario Dedolf wenden.

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