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Stadt Wolfsburg So lief es diesmal beim Poetry Slam in Wolfsburg
Wolfsburg Stadt Wolfsburg So lief es diesmal beim Poetry Slam in Wolfsburg
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17:40 10.02.2019
Poetry Slam: Moderator Dominik Bartels und das Publikum gaben allen ein gutes Gefühl. Quelle: Britta Schulze
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Innenstadt

Es ist ein Abend, an dem niemand weiß, was ihn erwartet: Der Poetry Slam in Wolfsburg bietet mit seinem offenen Konzept im Kulturzentrum Hallenbad eine Bühne für jeden, der seine Wortspielereien mit der Welt teilen will. Zuletzt am Freitag.

Dominik Bartels legt gewaltig vor

Moderator Dominik Bartels erklärt die Regeln und scherzt: „Aus diesem Abend wird nur ein Sieger hervorgehen – und neun gebrochene Menschen.“ Er selbst legt als „Opferlamm“ außer Konkurrenz mit einem Slam über Spargel vor; und zwar gewaltig.

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Tiefgründigkeit ist Trend

Bei den Kandidaten ist die Bandbreite der Darbietungen groß. Sie dichten in amüsant kurzweiligen Beiträgen oder sprechen ernste Themen mit nachdenklich leisen Tönen an. Die Vielfalt der Inhalte ist dabei genauso groß wie die Art des Vortrags. Dennoch kann man eine gewisse Tendenz erkennen. Mittlerweile gehört es für manche fast zum guten Ton, den Vortrag in bestimmter Art herunterzuleiern und oft sehr tiefgründige, beinahe traurige Texte vorzustellen.

Was ist ein guter Slam?

Der Wolfsburger Wortkünstler Alexander Kales stellt im Nachgang fest: „Im Slam gibt es verschiedene Wellenbewegungen. Eine gewisse Zeit lang war ein Slam gut, wenn er voll Witz und Wortgewandtheit war.“ Man merkt, dass er selbst von dieser Richtung beeinflusst ist. Dass das Handwerk an sich inzwischen manchmal zu kurz kommt, ist schade. So klingen einige poetischen Ergüsse eher prosaisch, wie ein Tagebucheintrag.

Theresa Sperling setzt den Schlusspunkt

Aber das Wolfsburger Publikum ist gleichermaßen zugänglich für Witz und Ernsthaftigkeit, für Reim und Fließtext. Mit tobendem Applaus und häufig Bestnoten lässt es jeden Künstler mit gutem Gefühl von der Bühne gehen. Zur Siegerin des Abends gekürt wird Schriftstellerin Theresa Sperling. Sie setzt mit ihrem Spiel mit Worten und Lauten einen positiven Schlusspunkt und ruft zu mehr Selbstsicherheit auf: „Guck mal, wie schön ich bin!“

Von Mona Ickert

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