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So lief das Corona-Jahr für den Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen

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15:30 19.07.2021
Gottesdienst mit Abstand: Corona stellte auch den Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen vor große Herausforderungen. Christian Berndt (kleines Foto) sieht auch positive Aspekte in der Pandemie.
Gottesdienst mit Abstand: Corona stellte auch den Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen vor große Herausforderungen. Christian Berndt (kleines Foto) sieht auch positive Aspekte in der Pandemie. Quelle: dpa/privat
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Wolfsburg

Wie hat die Evangelisch-lutherische Kirche das Corona-Jahr überstanden? Zum kirchlichen Leben 2020 legte der Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen jetzt statistische Daten vor. Die gute Nachricht: Der Rückgang der Kirchenmitgliederzahlen ist nicht ungewöhnlich hoch. Er liegt wie 2019 bei 2,3 Prozent.

Aber: Die evangelische Kirche sei durch die Pandemie stark in ihrem Alltagsleben eingeschränkt gewesen. Viele regelmäßige Angebote wie Gemeindegruppen und Jugendveranstaltungen hätten nicht oder nur sehr eingeschränkt stattfinden können.

Viele Zahlen sind erwartungsgemäß

Superintendent Christian Berndt fasst den Bericht so zusammen: „Viele Zahlen sind erwartungsgemäß, manche allerdings auch überraschend und erfreulich.“ Zu den erfreulichen Dingen gehört sicherlich der nicht so starke Mitgliederrückgang.

Dass sich Menschen in den Gemeinden wegen Corona weniger treffen konnten, war nicht so schön. „Kirchliches Lebens ist Gemeinschaft, wird geprägt von Gemeinschaft. Es war schwer für uns, vieles nicht leben zu können“, so Berndt. Insbesondere die Jugendarbeit, kirchenmusikalische Veranstaltungen und die Heiligabend-Gottesdienste seien davon betroffen gewesen.

Zahl der Trauungen stark zurück gegangen

Auch die Zahl der Trauungen sei stark zurück gegangen. „Hochzeit feiern war kaum möglich im vergangenen Jahr. Ich gehe aber davon aus, dass die meisten dieses Lebensfest nachholen werden“, hofft der Superintendent. Erstaunlicherweise seien im Jahr 2020 nur minimal weniger junge Menschen konfirmiert worden, obwohl auch Familienfeiern von den Corona-Beschränkungen betroffen waren.

„Glaube und Kirche mögen vielleicht nicht mehr die Rolle spielen, die sie in früheren Zeiten gespielt haben, aber das bedeutet nicht, dass beides für Menschen nicht mehr relevant ist“, sagt Berndt. Dies zeigten nicht nur die erstaunlich stabilen Konfirmationszahlen im vergangenen Jahr. „Wir haben die Pandemie-Beschränkungen nach den ersten Schreckmomenten konstruktiv nutzen können“, freut sich der Theologe.

Kirche ist in der Pandemie digitaler geworden

 Es sei gelungen, mit ganz neuen Formaten und Ideen kirchliche Arbeit anders zu gestalten und Menschen zu erreichen. „Wir sind digital geworden: Mit YouTube-Andachten, VideoAbendmahlsfeiern, Angeboten auf Socialmedia-Kanälen und vielem mehr“, so Christian Berndt. Mit 130 digitalen Gottesdiensten habe man kirchenkreisweit fast 20 000 Menschen erreicht.

Es gab aber auch analoge Formate:„Pastorinnen und Pastoren haben vermehrt Menschen in ihren Gemeinden angerufen oder Impulse für Geist und Seele an die Kirche gehängt, die mit nach Hause genommen werden konnten“, zählt der Superintendent auf. Besondere analoge Gottesdienste habe man gefeiert, wie open-air-Angebote oder einen Autogottesdienst vor der VW-Arena.

Der Bedarf, in schwierigen Zeiten Unterstützung zu erhalten, sei ungebrochen. Berndt: „Unsere diakonischen Angebote wie LernRäume für Kinder, unsere Beratungsangebote und unsere seelsorgerlichen Angebote wurden im vergangenen Jahr sogar verstärkt wahrgenommen.“

Von der Redaktion