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Stadt Wolfsburg So erlebt der Wolfsburger Axel Bosse die Grenzöffnung
Wolfsburg Stadt Wolfsburg So erlebt der Wolfsburger Axel Bosse die Grenzöffnung
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20:25 01.11.2019
Bundesbürger begrüßen DDR-Bürger beim Überschreiten des Grenzübergangs Helmstedt auf der Autobahn A2. Axel Bosse hatte bei seiner ersten Einreise in die DDR die Grenze in Helmstedt überquert. Quelle: Walter Schmidt
Wolfsburg

Axel Bosse ist seit fünf Jahren Vorstandsmitglied im Grünen-Kreisverband. Viele Jahre wohnte er nur 15 Kilometer von der Grenze zur DDR entfernt. Doch bis zu seiner ersten Einreise in die DDR am 4. November 1989 spielte das eine eher untergeordnete Rolle in seinem Leben. „Dann hatten wir eine Idee“, sagt Bosse. Gemeinsam mit dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Henning Schierholz, möchten er und ein Parteikollege zu einem Atomkraftwerk (AKW) nach Stendal reisen

Es stand rund 70 Kilometer von seinem Wohnort entfernt. Seine Intention: Ein Foto vom AKW schießen. „Im Westen wussten wir kaum etwas über das AKW“, berichtet der Wolfsburger. Das Foto ist ihm gelungen, doch nur wenige Tage später war es nichts mehr wert.

An der Grenze herrschte ein rauer Befehlston

„Für Wolfsburger war es möglich, innerhalb des sogenannten ’kleinen Grenzverkehrs’, in die ehemalige DDR einzureisen. Bewohner eines grenznahen Kreises, zudem auch die Kreisfreie Stadt Wolfsburg gehörte, durften einen etwa gleich breiten Geländestreifen in der DDR besuchen“, sagt der 67-Jährige. Gemeinsam mit seinen Parteikollegen reiste Bosse über Marienborn in die DDR ein. „Beim ersten Besuch hatte ich ein beklemmendes Gefühl. Ich hatte Angst, denn ich wusste, dass es Unruhen in der DDR gab“, sagt Bosse. Am Grenzkontrollpunkt in Helmstedt wurde die Gruppe von der Grenzpolizei kontrolliert. „Es herrschte ein rauer Befehlston als wir unser Einreiseformular abgaben“, erinnert sich der Wolfsburger.

Axel Bosse besuchte vier Tage vor der Grenzöffnung das AKW in Stendal. Quelle: Boris Baschin

Eingetragenes Ziel auf dem Einreiseformular: Eine Besuchsreise zu Markus Meckel, damals Pfarrer in Niederndodeleben bei Magdeburg, später wurde er Außenminister der DDR. Offiziell fand in Niederndodeleben eine Veranstaltung mit dem Titel „Thematisches Wochenende für Interessierte“ zum Thema „Gemeinsamer (West-) Europäischer Markt – Was können wir erhoffen oder was müssen wir befürchten“ statt. „Die verwirrenden Veranstaltungstitel sind der damaligen Situation in der DDR geschuldet“, sagt Bosse.

Das eigentliche Reiseziel musste verschleiert werden

„Wir konnten nicht angeben, wo wir wirklich hinwollten, denn das AKW wurde von der Stasi intensiv kontrolliert“,sagt Bosse. Bis dato habe es keine Fotos von den Reaktorblöcken gegeben. Selbst in der Anti-AKW-Bewegung sei das Atomkraftwerk eine Art weißer Elefant gewesen.

Dieses Foto gelang dem Grünen-Politiker zu DDR-Zeiten vom AKW in Stendal. Quelle: Axel Bosse

Der Aufenthalt in Niederndodenleben war nur kurz, „doch wir hörten im Radio alle gebannt die Reden, die zu dieser Zeit auf dem Alexanderplatz gehalten wurden. Da unser Fokus auf der Baustelle des Atomkraftwerks lag, wollten wir jedoch weiter “, sagt Bosse. Ohne Straßenkarte machten sie sich auf den Weg. Am Ziel angekommen, stellte die Gruppe ihr Auto bei einem Haus in der Nähe eines Bahnüberganges ab. An einem der Fenster des Hauses klebte ein Zettel der Bürgerbewegung des „Neuen Forums“. Dort bekamen sie den Schlüssel für eine Wohnung im Stadtzentrum. „Wir schliefen dort alle erschöpft auf dem Boden ein“, erinnert sich Bosse.

Der erste Blick auf das AKW Stendal

Am nächsten Tag ging die Reise weiter in Richtung Dalchau. „Dort tauchten irgendwann die beiden riesigen Kühltürme auf“. Die Reisenden bemerkten einen Lada, der in immer gleichem Abstand folgte. Bosse machte mit seiner Pentax-Kamera Fotos, aber Henning Schierholz drängte uns zu Weiterfahrt.“ „So nah waren wir noch nie dran“, habe Schierholz zu Bosse gesagt. Vier Tage später wurde die Grenze geöffnet. „Die Fotos waren wertlos, jeder konnte selbst zu dem AKW reisen“

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Von Nina Schacht

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