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Stadt Wolfsburg So erholen sich Kinder aus Tschernobyl in Wolfsburg
Wolfsburg Stadt Wolfsburg So erholen sich Kinder aus Tschernobyl in Wolfsburg
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00:27 29.06.2019
Empfang im Rathaus: Bürgermeisterin Bärbel Weist (r.) begrüßte die Kinder und ihre Begleiter. Quelle: Florian Heintz
Wolfsburg

33 Jahre nach dem Atomreaktor-Unglück in Tschernobyl sind erneut zehn Kinder und ihre Begleiter aus der Region auf Einladung des evangelisch-lutherische Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen zu einer Ferienaktion in Wolfsburg eingeladen. Die Kinder und Mütter aus Weißrussland sind in Gastfamilien untergebracht und sollen sich in gesunder Umwelt bei guter Ernährung erholen. Am Mittwoch empfing Bürgermeisterin Bärbel Weist (PUG) die Gäste im Ratssaal.

Besuch stärkt Immunsystem der Kinder

Die Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren kommen aus dem Gebiet Gomel im Süden Weißrusslands, das in der Nähe des Unglücksreaktors von 1986 liegt. Die Menschen dort litten weiter unter den gesundheitlichen Folgen der Katastrophe. „Ein vierwöchiger Aufenthalt wirkt sich deutlich auf die Stärkung des Immunsystems der Kinder aus“, hob Weist die Bedeutung des Besuchs in Wolfsburg hervor. Zudem sei es erwiesen, „dass Wolfsburg eine Stadt ist mit besonders guter Luft“.

Hier ein Video zum Besuch der Kinder – viel Spaß beim Anschauen:

In den ersten drei Wochen ihres Ferienaufenthalts besuchten die Kinder unter anderem das Badeland, den Tierpark Essehof und den DRK-Kindergarten in Fallersleben. Außerdem stand ein siebentägiger Aufenthalt auf dem Freizeitgelände Fritz in Stüde auf dem Programm. In den nächsten Tagen schauen sich die Kinder noch die Autostadt an, bevor es in einer Woche wieder zurück in die Heimat geht.

Wolfsburger sind „bereit, die Herzen und Häuser zu öffnen“

Von Wolfsburg und Deutschland sind die Gäste aus Weißrussland angenehm überrascht. Sie habe nicht erwartet, dass es in einem hoch industrialisierten Land wie Deutschland „so grün“ ist, sagte eine der Mütter. Eine andere Mutter berichtete, die Menschen hier seien „wärmer und offener“ und „bereit, die Herzen und Häuser zu öffnen“. Manche Vorstellung der deutschen Kultur – Stichworte: Lederhose und Sauerkraut – musste während des Aufenthalts korrigiert werden.

Es fehlen Gastfamilien für Tschernobyl-Kinder

Auch als einen Beitrag zur „Völkerverständigung“ sieht Eckhard Bricke aus Sülfeld die Ferienaktion. Gemeinsam mit seiner Frau Martina nimmt er bereits seit neuen Jahren regelmäßig Gäste aus der Region Tschernobyl bei sich auf. Daraus ergeben sich Gegenbesuche in Weißrussland. „Die Herzlichkeit, die wir als Gastgeber geben, kriegen wir dort zwei- und dreifach zurück“, sagt Eckhard Bricke. Er bedauert jedoch, dass es immer weniger Gastfamilien in Wolfsburg gebe. „Die Bereitschaft, eine Familie mit Kind aufzunehmen, ist in den letzten Jahren zurückgegangen.“ Was er darauf zurückführt, dass die Reaktorkatastrophe schon 33 Jahre zurückliegt und in Vergessenheit gerät. Die Menschen in der betroffenen Region müssten aber weiter mit den Folgen des Unglücks leben.

Nuklearkatastrophe von Tschernobyl

Der Reaktorunfall im ukrainischen Tschernobyl gilt als die bislang schlimmste Katastrophe in der zivilen Nutzung der Atomkraft. Bei dem Super-GAU in der Nacht zum 26. April 1986 kam es zur Kernschmelze und zu einer gewaltigen Explosion im Block 4 des Kernkraftwerks. Mehrere Tonnen radioaktives Material wurden bei der Katastrophe freigesetzt. Die Schätzungen über die Zahl der Toten infolge der Strahlenbelastung gehen weit auseinander. Während die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem Bericht aus dem Jahr 2005 von 4000 zusätzlichen Krebs- und Leukämietoten unter den am meisten belasteten Menschengruppen ausgehen, liegen die Zahlen nach Schätzung westlicher Experten und Umweltorganisationen um ein Vielfaches höher.

Von Florian Heintz

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