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Stadt Wolfsburg So bringt Diskuswerfer Lars Riedel Wolfsburger Azubis mehr Selbstvertrauen bei
Wolfsburg Stadt Wolfsburg So bringt Diskuswerfer Lars Riedel Wolfsburger Azubis mehr Selbstvertrauen bei
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20:00 20.12.2018
Erfahrungen aus eigenen Krisen: Lars Riedel erzählte von harten Zeiten im Internat – und was er daraus gelernt hat.
Erfahrungen aus eigenen Krisen: Lars Riedel erzählte von harten Zeiten im Internat – und was er daraus gelernt hat. Quelle: Boris Baschin
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Wolfsburg

Besuch vom Profi: Der fünffache Weltmeister im Diskuswerfen, Lars Riedel, hat am Donnerstagvormittag die Auszubildenden im Christlichen Jugenddorf (CJD) Wolfsburg trainiert. Allerdings nicht im Umgang mit dem Diskus, sondern in Gehirnjogging und Entspannung. Sein Besuch gehört zu einem Programm von CJD und dem SV Zukunft, das den Jugendlichen nicht nur beim Weg in den Beruf helfen soll.

Spaß als Schlüssel zum Erfolg: „Lernen funktioniert nur mit Dopaminausschüttung“

Mit viel Gelächter versuchten sich die zwölf Jugendlichen an den Übungen, die ihnen Riedel aufgetragen hatte. Zum Beispiel Jonglieren mit zwei Bällen – nicht halb so einfach, wie es aussieht! „Lernen funktioniert nur mit Dopaminausschüttung“, erklärte Riedel. Deshalb sei der Spaß daran so wichtig, gerade wenn das Kunststück nicht gleich klappt. Statt um Perfektion geht es Riedel um etwas anderes: „Diese Übungen beanspruchen mindestens drei Gehirnareale. Und je besser die vernetzt sind, desto stressresistenter werden wir.“

Entspannungsübung mit dem Diskus-Profi: „Je stärker unsere Gehirnareale vernetzt sind, desto stressresistenter sind wir. Quelle: Boris Baschin

Denn Stress ist auch im Leben der CJD-Azubis ein Thema. Viele von ihnen haben keinen Schulabschluss, einige kommen aus schwierigen Familien. „Sie erleben sich oft als personifiziertes Defizit“, weiß Birgit Mooser-Niefanger vom der Trainingsorganisation SV Zukunft. Deshalb laden der SV und das CJD regelmäßig Schauspieler, Künstler und immer wieder Sportler ein, um den Jugendlichen auch mehr Selbstbewusstsein zu vermitteln.

Das geht besonders gut, wenn die Idole auch von ihren eigenen Krisen erzählen. So wie auch Riedel, der erzählte, wie er als Jugendlicher im Internat unter Frust und Heimweh gelitten hatte.

Die Azubis sind begeistert: „Die Übungen machen einfach Spaß.“

„Wir lernen dadurch zum Beispiel, wie man sich selber motiviert und fleißig bleibt“, erklärte der Azubi Yumuy Kocabeyek. „Und die Übungen machen einfach Spaß.“

Das findet auch Ausbilderin Nicole Kustosz-Heine, die das Training mit ihren Schützlingen sehr genoss und nicht davor zurückschreckte, selbst mitzumachen: „Wir stellen uns genauso blöd bei der Koordination mit den Bällen genauso blöd an – das bringt uns näher zusammen.“

Von Frederike Müller