Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Stadt Wolfsburg Linke und Piraten wollen Schottergärten verbieten
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Linke und Piraten wollen Schottergärten verbieten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 26.06.2019
Ist das noch ein Garten? Der Widerstand gegen Schottergärten häuft sich, auch in Wolfsburg könnte es zu einem Verbot kommen. Quelle: Carmen Jaspersen/dpa
Wolfsburg

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Doch von einer reiner Geschmackssache ist man beim Thema Schottergärten laut der Naturschutzverbände weit entfernt. Auch in mehreren Kommunen und sogar im ganzen Bundesland Bremen hat man sich den Kampf gegen diesen vor allem in Neubaugebieten immer stärker verbreiteten Trend auf die Fahnen geschrieben und will die Schotter-, Kies- oder Steingärten verbieten lassen. Die Wolfsburger Stadtpolitik zieht nun nach. Ein entsprechender Antrag wurde jetzt von der Fraktion Die Linke/Piraten in den Bauausschuss eingebracht.

Steingarten soll Ordnungswidrigkeit werden

„Zukünftig wird in Bebauungsplänen ausdrücklich festgelegt, dass nicht überbaute Flächen der Grundstücke als Grünflächen zu gestalten sind. Das Anlegen eines Gartens mit mehr als 40 Prozent Kies- oder Schotterflächen ist als Ordnungswidrigkeit zu ahnden“, heißt es in dem Antrag. „Es geht uns nicht darum, jeden Weg oder jede Kiesfläche zu verbieten, aber Gärten sollten überwiegend grün sein“, erklärt Ratsherr Bastian Zimmermann (Linke). Denn die Naturschutzverbände hätten mit Recht darauf hingewiesen, dass Steingärten unter anderem zum Insektensterben beitragen. „Mit dem Antrag wollen wir dem beunruhigenden Trend entgegenwirken und einen Teil zum ökologischen Gleichgewicht beitragen.“

Zimmermann weist zudem daraufhin hin, dass die Diskussion auch in vielen weiteren Kommunen geführt wird und parteiübergeifend weitestgehend Einigkeit besteht. „In Braunschweig hat zum Beispiel die CDU einen ähnlichen Antrag gestellt“, informiert er.

Verbot existiert bereist in der Niedersächsischen Bauordnung

Kurios an dem Thema: Eine neue politische Regelung ist theoretisch gar nicht notwendig. Denn Schottergärten sind laut niedersächsischer Bauordnung eigentlich schon längst verboten. Nicht überbaute Flächen eines Baugrundstücks müssen als Grünflächen gestaltet werden, heißt es darin. Ausgenommen sind beispielsweise Zufahrten oder Terrassen. Für die Umsetzung vor Ort sind die Städte und Gemeinden verantwortlich. Geahndet wird dieser Verstoß gegen die Bauordnung bisher aber nicht.

Die Große Koalition im Landtag will dies ändern. Nach dem Willen von SPD und CDU sollen die Kommunen – ohne dazu verpflichtet zu werden – genauer darauf achten, dass die Vorschriften umgesetzt werden. Das könnte in Wolfsburg bald der Fall sein, wenn der Antrag von Linken und Piraten eine Mehrheit findet.

Spott und Kritik im Internet

Den Schottergärten den Kampf angesagt hat auch Biologe Ulf Soltau. Auf der Facebook-Seite „Gärten des Grauens“ widmet er sich seit zwei Jahren auf humorvolle Weise dem Phänomen Steingarten und sammelt fleißig Fotos von skurrilen, tristen und besonders ideenlosen Grauflächen.

19.1386 Mit ihren fliegenden Untertassen, Alien-Eiern und kryptischen Geoglyphen entzieht sich die Gartengestaltung "...

Gepostet von Gärten des Grauens am Donnerstag, 20. Juni 2019

„Sauberkeit, Ordnung und der Krieg gegen das Unkraut sind nach wie vor Kardinaltugenden des deutschen Privatgärtners. Natur ist und bleibt ein nicht hinzunehmender Störenfried auf heimischer Scholle“, kommentiert Soltau seine umfangreiche Sammlung, mit der er neben Aufklärung auch auf Abschreckung setzt.

Warum der Steingarten die Umwelt gefährdet

Schotter- oder Steingärten liegen im Trend. Doch dieser Trend gefährdet die Umwelt, warnt der Nabu Niedersachen in einer aktuellen Pressemitteilung. Vor allem treten durch diese Art der Gartengestaltung zwei Probleme auf: Der Verlust von Biodiversität und die Versiegelung des Bodens.

Den Untergrund der Schottergärten bilden für Pflanzen und Wasser undurchdringliche Planen. Regenwasser könne so nicht mehr im Boden versickern und fließe unkontrolliert oberflächlich ab. Ebenso würden sich die zugeschütteten Gärten und gepflasterten Flächen auf das Stadtklima auswirken: Die Böden heizen sich im Sommer schnell auf, speichern die Hitze und strahlen diese wieder ab. Das befördere Klimaveränderungen in der Stadt, da notwendige Kaltluftschneisen durch diese Versiegelungen wegfallen.

Wildkräutern, heimischen Pflanzen, Insekten oder Vögeln würdem zudem durch die Steingärten, in denen oftmals einzelne Bäume oder Heckenpflanzen, Neophyten und sogar Pflanzenattrappen Naturnähe vermitteln sollen, kaum noch Chancen in den Vorgärten eingeräumt. Genau dies aber sei laut Nabu gerade in Zeiten des Insektensterbens wichtig, denn begrünte Vorgärten bilden ökologische Trittsteine für Insekten und Vögel, die sich dadurch ausbreiten und dort Nahrung finden können.

Statt der Steingärten rät der Nabu zum Anlegen einer naturnahen, artenreichen Wiese mit einheimischen Pflanzen. Das hilft beispielsweise Hummeln, Schmetterlingen und anderen Insekten. Felssteine und Totholz böten Mäusen einen Lebensraum, in deren Bauten wiederum gerne Hummeln einziehen. Ein kleiner Gartenteich sei als Vogeltränke und Lebensraum für Frösche, Kröten, Molche und Libellen geeignet.

Von Steffen Schmidt

Stadt Wolfsburg „Soli Deo Gloria-Festival“ - Großartiger Auftakt mit Weltstars

Hochkarätiger kann eine kulturelle Veranstaltung kaum besetzt sein: Zum Auftakt des „Soli Deo Gloria-Festivals“ waren die Maler Neo Rauch und Rosa Loy sowie die Pianisten Yaara Tal und Andreas Groethuysen zu Gast in Bisdorf. Ein begeisternder Abend.

26.06.2019

Unter der Beteiligung beinahe aller Stadtteil-Akteure feierten die Westhagener am Samstag ihr Bürgerfest. Das bunte Programm sorgte für gute Unterhaltung und beste Stimmung auf dem Marktplatz.

23.06.2019

Aus bisher ungeklärten Gründen gerät ein 36-jähriger Motorradfahrer aus dem Kreis Gifhorn am Samstag auf der Fallersleber Westrampe in die Leitplanke. Dabei wird er schwer verletzt.

23.06.2019