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Stadt Wolfsburg Corona-Beschränkungen an Silvester: Drohen in Wolfsburg Böllerverbote?
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Silvester und Corona: Entscheidung zu Verbot von Feuerwerk in Wolfsburg steht noch aus

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14:39 30.11.2020
Feuerwerk in Wolfsburg beim Jahreswechsel 2019/2020: In diesem Jahr werden wegen Corona wohl weniger Raketen fliegen als sonst.
Feuerwerk in Wolfsburg beim Jahreswechsel 2019/2020: In diesem Jahr werden wegen Corona wohl weniger Raketen fliegen als sonst. Quelle: Roland Hermstein
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Eines ist sicher: Die Feiern zu Silvester werden wie das Weihnachtsfest wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen in diesem Jahr kleiner ausfallen müssen als sonst. Doch muss deswegen das Feuerwerk ausfallen? Bund und Länder haben sich auf ein Verbot von Pyrotechnik auf belebten Straßen und Plätzen geeinigt – die Entscheidung, wo solche Verbotszonen eingerichtet werden, liegt bei der Stadt Wolfsburg.

Doch die Definition, welche Straßen und Plätze als „belebt“ gelten, dürfte schwierig fallen. Geböllert wird schließlich überall. „Das müssen wir in den nächsten Wochen bewerten“, sagte Wolfsburgs Polizeisprecher Sven-Marco Claus. Auch bei der Stadtverwaltung hält man sich bedeckt. „Der Krisenstab wird darüber entscheiden, welche Regelungen in Wolfsburg getroffen werden“, hieß es aus dem Rathaus.

Die Länderchefs wollen Menschenansammlungen und damit eine Ausbreitungen von Infektionen verhindern

Ins Visier geraten könnten Teile der Innenstadt oder zum Beispiel die Wiese am Klieversberg, wo sich zum Jahreswechsel gern Menschenansammlungen bilden. Denn genau das wollen die Länderchefs in diesem Jahr verhindern. „Bei solchen Gelegenheiten kreisen schon mal die Flaschen“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil im Mittagsmagazin des ZDF. Und mit dem Alkohol fielen Grenzen. „Wir wissen, dass solche Feiern echte Risikopunkte für das Infektionsgeschehen sind.“

► Umfrage zum Böllerverhalten an Silvester

Feuerwehrleute, Sanitäter und Ärzte in Wolfsburg werden gerade im Corona-Jahr froh sein über jeden Böller, der nicht gezündet wird. Vergangenes Silvester gab es in Wolfsburg 57 Einsätze für den Rettungsdienst und sieben Brände, vom brennenden Müllcontainer bis zur Brandstiftung im Schulzentrum Westhagen, wo auch Einsatzkräfte angegriffen wurden.

Brennende Mülltonne: Im vergangenen Jahr rückte die Feuerwehr zu sieben Bränden aus, der Rettungsdienst hatte 57 Einsätze. Quelle: Feuerwehr Vorsfele

Neben dem Böllerverbot auf belebten Plätzen haben sich die Ministerpräsidenten dafür ausgesprochen, den Bürgern den Verzicht aufs Feuerwerk zu empfehlen (siehe dazu auch unsere aktuelle Online-Umfrage). Ein Verkaufsverbot ist hingegen nicht geplant.

Die Händler mussten bereits im Sommer über die Aufnahme von Pyrotechnik ins Sortiment entscheiden

Die Händler sehen die aktuelle Diskussion unabhängig davon entspannt, denn sie mussten sich schon viel früher entscheiden, ob sie Pyrotechnik ordern: „Diese Waren werden bereits im Sommer bestellt – das Geschäft hat einen langen Vorlauf“, erklärt Marktleiter Heike Matthies vom Edeka im Drömling Center. Vier Europaletten mit Batterien und Böllern seien bestellt. Sorge, nicht alles losschlagen zu können, hat er nicht. „Da bin ich eigentlich ganz entspannt.“ Was nicht verkauft werde, werde retourniert.

Hagebaumarkt-Leiter Michael Steiner: „Wir haben kein Feuerwerk bestellt.“ Quelle: Britta Schulze

Einige Händler verkaufen auch unabhängig von Corona keine Böller mehr. Hornbach im Gewerbegebiet Heinenkamp hatte schon im vergangenen Jahr angekündigt, kein Feuerwerk mehr anzubieten – wegen der Feinstaub- und Lärmbelastung. Und auch im Hagebaumarkt liegen dieses Jahr allenfalls Wunderkerzen in den Regalen. „Ich war schon im Sommer skeptisch mit Blick auf Silvester in diesem Jahr. Wir haben kein Feuerwerk bestellt“, sagt Marktleiter Michael Steiner. Es sei eine geringere Nachfrage zu erwarten, auch der Umweltaspekt habe eine Rolle gespielt. Und mit Blick beispielsweise auf die durch Corona hart getroffenen Gastronomen sei der Verzicht auf ein wenig Knallerei verschmerzbar.

Von Christian Opel