Silvester-Besuch: Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs dankt Feuerwehr
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Stadt Wolfsburg Silvester-Besuch: OB Mohrs dankt Feuerwehrleuten für ihren Einsatz
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Silvester-Besuch: Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs dankt Feuerwehr

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15:34 01.01.2021
Silvesterbesuch bei der Berufsfeuerwehr: Oberbürgermeister Klaus Mohrs (l.) bedankte sich zum Jahresende bei den Einsatzkräften für die geleistete Arbeit. Quelle: Roland Hermstein
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Wolfsburg

Zur Tradition am Jahresende gehört der Silvesterbesuch von Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) bei der Wolfsburger Berufsfeuerwehr. Fast schon eine eigene Tradition ist es, dass dabei neben Dankesworten auch die Notwendigkeit einer neuen Feuerwache für die Einsatzkräfte betont wird. Dieses Jahr allerdings konnte Mohrs statt vager Hoffnungen einen konkreten Planungshorizont für das Bauprojekt in Aussicht stellen.

Der Rat der Stadt habe in seiner Sitzung im Dezember einen „entscheidenden Beschluss“ für die Planung von zwei neuen Feuerwachen gefasst, sagte Mohrs am Donnerstag. „Das war höchste Zeit“, betonte der Oberbürgermeister, denn in den aktuellen Räumen in der Dieselstraße müssten die Beschäftigten ihren Dienst unter „teilweise unzumutbaren Bedingungen“ verrichten.

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Die Verwaltung rechnet mit Kosten von bis zu 115 Millionen Euro

Mit dem Ratsbeschluss wurde die Planung der sogenannten Zwei-Wachen-Strategie angeschoben. Die Stadt will eine neue Hauptwache auf dem Grundstück neben der bestehenden Feuerwache in der Dieselstraße bauen. Eine neue Nebenwache soll im Heinenkamp entstehen. Die Verwaltung rechnet mit Kosten von bis zu 115 Millionen Euro.

Mohrs äußerte die Hoffnung, „dass im nächsten Jahr der Beschluss zum Bau gefasst wird“. Der stellvertretende Leiter der Berufsfeuerwehr, Christian Ebner, zeigte sich erfreut: „In den letzten Monaten war immer deutlich zu sehen, dass der Wille da ist, die neue Feuerwache umzusetzen.“ Das Projekt wäre heute sicherlich schon deutlich weiter, betonte Mohrs, wenn in den vergangenen Jahren nicht die Finanzprobleme der Stadt und der Abschied von der ursprünglichen Ein-Wachen-Strategie zusammengekommen wären.

Auch Ebner lobte die Disziplin der Mannschaft bei der Umsetzung der Corona-Hygieneregeln

Der Oberbürgermeister dankte den Feuerwehrleuten für ihren Einsatz in einem besonderen Jahr. „Bemerkenswert finde ich, dass Sie keinen einzigen Corona-Fall auf der Wache hatten“, sagte Mohrs bei dem Besuch, der in diesem Jahr in der gut belüfteten Fahrzeughalle und ausnahmsweise ohne die Vertreter der Hilfsorganisationen stattfand. Auch Ebner lobte die Disziplin der Mannschaft bei der Umsetzung der Corona-Hygieneregeln, betonte aber mit Blick auf das neue Jahr: „Wir dürfen nicht nachlassen.“

Die Einsätze für Hilfeleistungen stieg deutlich an

Die Berufsfeuerwehr musste im Jahr 2020 zu rund 26 000 Einsätzen ausrücken, etwa 1000 weniger als im Vorjahr. „Ein Rückgang, der durchaus auch Corona geschuldet sein kann“, wie Ebner erklärte. Allerdings liegt noch keine abschließende Einsatzstatistik für 2020 vor, es handelt sich um eine Hochrechnung basierend auf den Zahlen bis Ende November. Demnach sank die Zahl der Brandeinsätze von 835 auf etwa 750. Dagegen musste die Berufsfeuerwehr zu rund 1600 Hilfeleistungen ausrücken (2019: 1400). Ebner begründete diesen Anstieg mit allein 300 Einsätzen in Folge eines schweren Unwetters mit Starkregen am 13. Juni. Alle 20 Ortsfeuerwehren seien im Einsatz gewesen und auch das THW wurde alarmiert – insgesamt 250 Einsatzkräfte mussten ausrücken.

Besonders in Erinnerung blieben den Feuerwehrleuten einige weitere Einsätze. Darunter der Brand einer Scheune in Hehlingen am 6. April – insgesamt 35 Einsatzkräfte hatten die Nacht über zu arbeiten, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Auch der Gefahrgutunfall auf dem Gelände einer Spedition im Heinenkamp am 14. August sticht hervor. Dort waren rund 770 Liter Phosphorsäure ausgelaufen – 80 Einsatzkräfte kämpften mit den Folgen. „Das ist eine besondere Einsatzlage, weil sie selten vorkommt“, so Ebner.

Aufgereiht: Oberbürgermeister Klaus Mohrs und der stellvertretende Leiter der Berufsfeuerwehr, Christian Ebner, mit der Wachmannschaft auf dem Hof der Feuerwache in der Dieselstraße. Quelle: Roland Hermstein

In unschöner Erinnerung bleibt die vergangene Silvesternacht, als es am Schulzentrum in Westhagen zu Brandstiftungen und Ausschreitungen kam und Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr angegriffen wurden. Oberbürgermeister Mohrs äußerte die Hoffnung, dass die Feuerwehrleute dieses Jahr aufgrund der Kontaktbeschränkungen und des Böller-Verkaufsverbots einen ruhigeren Jahreswechsel erleben. „Dass wünsche ich Ihnen, dass Sie heute Nacht deutlich weniger Einsätze haben“, so Mohrs.

Von Florian Heintz