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Stadt Wolfsburg Missbrauch von Wolfsburger Pfadfinderjungen: Angeklagter gesteht Taten
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Missbrauch von Wolfsburger Pfadfinderjungen: Angeklagter gesteht Taten
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17:15 29.05.2018
Prozessauftakt vor dem Landgericht: Der 38-jährige Angeklagte – hier links neben seinem Verteidiger –  soll zwischen 2007 und 2010 mehrere Jungen aus einer Wolfsburger Pfadfindergruppe sexuell missbraucht haben.
Prozessauftakt vor dem Landgericht: Der 38-jährige Angeklagte – hier links neben seinem Verteidiger – soll zwischen 2007 und 2010 mehrere Jungen aus einer Wolfsburger Pfadfindergruppe sexuell missbraucht haben. Quelle: Jörn Graue
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Wolfsburg

Sowohl seine Aussage als auch die Aussagen der drei zur Tatzeit minderjährigen Opfer fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft ereignete sich die erste Tat bereits zwischen 2007 und 2009 in der damaligen Wohnung des Angeklagten in der Wolfsburger Nordstadt.

Damals hatten drei Jungen aus der Pfadfindergruppe bei ihm übernachtet. Dabei sollen zwei der Minderjährigen mit ihm in einem Bett, ein weiterer im Wohnzimmer geschlafen haben. Als die Jungen bereits schliefen, soll der 38-Jährige an das Glied des neben ihm liegenden Jungen gegriffen haben.

Eine Tat soll sich bei USA-Reise der Gruppe ereignet haben

Weitere Taten gab es demnach zwischen 2008 und 2010 bei Übernachtungsaktionen in dem Wolfsburger Pfadfinderheim. Dabei soll es immer dann zu sexuellen Handlungen gekommen sein, nachdem die Jungen bereits eingeschlafen waren. Neben dem Anfassen im Genitalbereich soll es in einem Fall auch zum Oralverkehr gekommen sein. Besonders fürchterlich: Auch bei einem dreiwöchigen Ferienaufenthalt im US-amerikanischen Chattanooga kam es laut Anklage zu sexuellen Handlungen an einem minderjährigen Jungen – im Swimming Pool der damaligen Gastfamilie.

Medieninteresse: Ein Fernsehteam interviewte Landgerichts-Sprecherin Dr. Rike Werner in einer Verhandlungspause. Quelle: Jörn Graue

Der Angeklagte, der beim Prozessbeginn immer wieder sein Gesicht verbarg, und zu Boden blickte, räumte die Tatvorwürfe über seinen Verteidiger in vollem Umfang ein. Aus Schutz der Intimsphäre von Angeklagtem und den Opfern schloss die vorsitzende Richterin die Öffentlichkeit am Dienstag für die Dauer der entsprechenden Aussagen aus. Der Prozess wird am Donnerstag, 7. Juni, um 9 Uhr fortgesetzt.

Von Jörn Graue