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Stadt Wolfsburg Serien-Brandstifter gefasst: 43-Jähriger legte auch Steine und Nagelbretter aus
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Serien-Brandstifter gefasst: 43-Jähriger legte auch Steine und Nagelbretter aus
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15:25 06.12.2019
Fahndungserfolg: Die Polizei hat offenbar den Serientäter gefasst. Quelle: Steffen Schmidt
Wolfsburg

Autofahrer können aufatmen: Die Polizei hat den Serientäter, der Steine und Nagelbretter rund um Fallersleben ausgelegt hat, und für zehn Brandstiftungen verantwortlich sein soll, gefasst. Er zeigte sich geständig. Insgesamt 45 Straftaten werden ihm zur Last gelegt. Der Mann ist nach Angaben der Polizei 43 Jahre alt, verheiratet und bislang noch nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Wegen mangelnder Haftgründe musste ihn die Polizei am Vormittag allerdings schon wieder entlassen. Über sein Motiv gibt es noch keine Angaben.

Wildkamera-Aufnahme lieferten Hinweise

Die intensive Öffentlichkeitsfahndung zu den Brandstiftungen und gefährlichen Eingriffen in den Straßenverkehr hätten letztlich zur Aufklärung der Serie im Bereich Sülfeld, Fallersleben und Umgebung geführt, sind sich Staatsanwaltschaft Braunschweig und die Ermittlungsgruppe der Wolfsburger Polizei einig. Mit der Veröffentlichung von drei zufällig durch eine Wildkamera am 31. März aufgenommenen Videosequenzen im Internet, die den mutmaßlichen Täter beim Legen eines Feuers Ende März zeigten, brachten eingehende Hinweise in der Folge den Durchbruch bei den Ermittlungen.

Er wollte niemanden verletzen

Der 43-jährige Wolfsburger wurde nach Angaben der Polizei am Donnerstagmorgen vorübergehend festgenommen. In der polizeilichen Vernehmung räumte der Mann ein, sowohl für die Brände als auch die gefährlichen Eingriffe in den Straßenverkehr verantwortlich zu sein. Gegenüber den Beamten soll er angegeben haben, dass er niemanden habe verletzen wollen.

Seit Februar 2019 war es zu mehreren Bränden im Bereich Sülfeld und Umgebung gekommen. Während durch die Brände ein hoher Schaden auf landwirtschaftlichen Nutzflächen entstand, wurden durch die ab Ende August auf Straßen abgelegten großen Steine und Nagelbretter und das darauffolgende Überfahren dieser Gegenstände mehrere Fahrzeuge stark beschädigt.

Die Taten hätten jeden treffen können

In der Nacht zum 24. Oktober fuhr ein Lkw-Fahrer gegen einen großen Stein, der mit einem Seil an einer Brücke befestigt war. In weiteren Fällen sollen auch Steine auf fahrende Fahrzeuge geworfen. Die Frontscheiben der betroffenen Fahrzeuge wurden dabei erheblich beschädigt. „Zum Glück wurden keine Personen verletzt. Die Delikte stellten für Verkehrsteilnehmer eine erhebliche Gefahr dar. Die Taten hätten jeden treffen können“, sagt Polizei-Pressesprecher Sven-Marco Claus. Die Ermittler gehen von einem Gesamtschaden von rund 20 000 Euro aus.

Die Polizei Wolfsburg hatte eine dreiköpfige Ermittlungsgruppe beim Zentralen Kriminaldienst eingerichtet. Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Braunschweig gingen die Beamten aufgrund der zeitlichen Abfolge und der örtlichen Nähe der Taten davon aus, dass der gesuchte Täter für alle Taten der Serie verantwortlich sein könnte.

80 Einsatzkräfte in Fallersleben unterwegs

Bei der Öffentlichkeitsfahndung verteilten 80 Einsatzkräfte von der Polizei Wolfsburg, Fallersleben und der Bereitschaftspolizei Braunschweig am Montagnachmittag in Fallersleben öffentlich unter Mithilfe von Geschäftsleuten rund einhundert Fahndungsplakate. In Sülfeld und Ehmen wurden sämtliche 1800 Haushalte von den Beamten für persönliche Gespräche aufgesucht und Fahndungsflyer verteilt.

Der Beschuldigte, der bisher polizeilich nicht in Erscheinung getreten ist, räumte die Taten ein und offenbarte dabei auch detailliertes Täterwissen. Zeitgleich wurde zur Festnahme das Wohnhaus des 43-Jährigen auf Antrag der Staatsanwaltschaft durchsucht und Beweismittel sichergestellt. Die umfassenden Vernehmungen des Wolfsburgers wurden am Freitagvormittag beendet. Wegen fehlender Haftgründe (Flucht- oder Wiederholungsgefahr) bleibt der 43-Jährige bis zur angestrebten Gerichtsverhandlung auf freiem Fuß.

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Von Michael Lieb

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