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Stadt Wolfsburg Todesrad und Co: WAZ testet Zirkusnummern
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Todesrad und Co: WAZ testet Zirkusnummern
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20:00 25.07.2019
Allerpark, Zirkus Paul Busch, ita dressiert Kamele in der Manege und testet das Todesrad, Britta Schulze; Wolfsburg Quelle: Britta Schulze
Allerpark

Im Zirkus arbeiten, durchs Land reisen und jeden Abend vor anderem Publikum auftreten: Für viele ist das ein Kindheitstraum. Das Team des ZirkusPaul Busch“ lebt diesen Traum – und kennt auch seine Schattenseiten. WAZ-Redakteurin Frederike Müller hat das ,fahrende Volk’ auf dem Schützenplatz besucht und sich als Artistin versucht. Das hat sie erlebt:

Hier ein Video aus dem Zirkus Busch:

Es ist ein besonderes Licht im Zirkuszelt. Sogar jetzt am Vormittag, ohne Besucher scheint hier ein ganz eigener Zauber zu herrschen. Um mich herum traben vier Mongolische Steppenkamele. Mit ihrer erstaunlichen Größe wirken sie einschüchternd, doch sie folgen sanftmütig den Anweisungen, die Zirkusgeschäftsführer Henry Frank mit ruhiger Stimme gibt. Dabei sind die Befehle enorm komplex: Die Kamele laufen nebeneinander, hintereinander, drehen sich, laufen in Pärchen und wechseln die Richtung, wann immer Frank sie darum bittet. Mongolisch oder nicht – ich bin mir sicher, diese Kamele verstehen Deutsch.

Und eine Bilder-Galerie - viel Spaß beim Anschauen:

Kamelrücken und Todesrad: Zwei Mutproben ganz verschiedener Art hat eine WAZ-Redakteurin im Zirkus Paul Busch selbst ausprobiert. Wie sie sich dabei anstellte, zeigt die Bildergalerie:

Was man vom Zuschauerrang übrigens nicht so sehr mitbekommt: Kamele müffeln. Das merke ich deutlich, als ich ihnen zur Belohnung Leckerlis reichen darf. Kurz darauf ist der Geruch aber mein geringstes Problem: Ringmaster Henry Frank lotst mich kurzerhand auf Samiras Rücken. Etwas mulmig ist mir schon, als ich auf dem breiten Rücken durch die Manege schaukele. Und macht es dem Kamel eigentlich gar nichts aus? „Nein“, meint Frank. „Sie sind Lastentiere – in ihrer Heimat tragen sie bis zu 500 Kilo.“ Nun gut, da komme ich dann doch noch nicht dran, auch mit Klamotten und vertilgtem Frühstück. Aber haben die Tiere es auch sonst gut im Zirkus? Tierschutzaktivisten kritisieren schließlich immer wieder, dass Zirkusse den Tieren nicht gerecht würden.

„Die am meisten kontrollierten Tierhaltungsbetriebe“

„Wir als Zirkusse sind die die am meisten kontrollierten Tierhaltungsbetriebe“, erklärt Geschäftsführer Henry Frank. In jeder Stadt kontrolliere das Veterinäramt oft und unangekündigt, wie es den Tieren gehe. In einem eigenen Online-Netzwerk tragen die Amtstierärzte ihre Befunde ein, so können sich alle über die Zirkusse informieren, die in die Stadt kommen.

Außerdem zückten heutzutage ja auch die meisten Besucher ihr Handy und filmten und fotografierten, berichtet Frank. „Was meinen Sie, was los wäre, wenn man auf den Aufnahmen halb verhungerte oder misshandelte Tiere sehen würde!“ Dann könnte der Zirkus sofort seine Genehmigung für die Tiere verlieren – und damit seine Lebensgrundlage.

Das Todesrad: Eine ganz eigene Erfahrung

Um die Tiere muss ich mir also keine Sorgen machen – über mein Leib und Leben aber schon, denn als nächstes probiere ich das Todesrad aus. Das Gerät sieht aus wie zwei überdimensionale Waschmaschinentrommel an einem langen Balken. In den Vorstellungen turnen zwei Akrobaten darin und darauf herum – in über zehn Metern Höhe und bei bis zu 35 Stundenkilometern. Mit etwas weniger Schwung setze auch ich das Monstrum in Bewegung. Und siehe da: Es macht Spaß und die Bewegung fällt überraschend leicht. Ich beginne zu verstehen, warum mein Hamster jede Nacht mit unerschütterlicher Begeisterung in seinem Rad läuft. Und kaum zurück am Bürotisch reizt es mich, umzukehren und es nochmal zu versuchen – vielleicht dieses Mal noch ein kleines Stückchen höher ...

WAZ-Info: Zirkus Paul Busch

Der Zirkus Paul Busch ist noch bis Sonntag, 28. Juli, in Wolfsburg auf dem Schützenplatz zu Gast. Vorstellungen sind noch am Freitag und Samstag, 26. und 27. Juli, jeweils 16 und 19.30 Uhr und Sonntag, 28. Juli, 11 und 15 Uhr.

Sonntags um 11 Uhr haben Mütter freien Eintritt. Der Vorverkauf findet täglich von 10 bis 12 Uhr an den Zirkuskassen statt. Die Karten kosten für Erwachsene zwischen 20 und 30 Euro, für Kinder zwischen 15 und 25 Euro.

Von Frederike Müller

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