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Stadt Wolfsburg Schüler lassen Träume Wirklichkeit werden
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Schüler lassen Träume Wirklichkeit werden
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15:00 09.10.2019
Extremsportler Joachim Franz (rechts) stellte mit der Sparkassen-Stiftung Gifhorn Wolfsburg die zweite Staffel der „World Youth Expedition“ vor. Quelle: Boris Baschin
Wolfsburg

Zum zweiten Mal findet das Projekt „World Youth Expedition – Entdecke deine Möglichkeiten“ in der Region Wolfsburg statt. Der Wolfsburger Extremsportler Joachim Franz rief den Workshop, der vom 14. bis zum 17. Oktober in Gifhorn stattfindet, ins Leben. Dabei haben Jugendliche aus fünf Schulen die Chance, Ideen zu verschiedensten Themen zu entwickeln und diese Herzensprojekte auch umzusetzen.

70 Schüler haben sich beworben

Gemeinsam mit dem Verein World Youth Expedition, der Abenteuerhaus AG und der Kultur- und Sozialstiftung der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg wird der Campus angeboten. Während des einwöchigen Projekts lernen die Schüler aus ihren Ideen Konzepten zu erstellen.

Vorher wurden aus dem Fördergebiet der Sparkassen-Stiftung fünf Schulen ausgewählt. Dort hielt Franz einen Impulsvortrag und begeisterte die Schüler für den Workshop. In diesem Herbst war der ehemalige VW-Mitarbeiter in der Freien Waldorfschule Wolfsburg, dem Albert-Schweitzer-Gymnasium, der IGS Gifhorn und den Oberschulen in Wesendorf und Weyhausen zu Gast. „Es haben sich 70 Schüler angemeldet, davon haben wir 16 per Losverfahren ausgesucht“, erklärte Franz.

In die Fußstapfen vom Extremsportler

Die Schüler müssen mit keinem ausgereiften Projekt zum Campus kommen. Es reicht auch schon ein Traum oder eine Idee. So war es auch bei den Schülern Mark Bialas und Merlin Beyer aus Wittingen. Die 14-jährigen Schüler haben am Campus die„Mut zu Reden“-Tour – eine Radtour gegen Depressionen – entwickelt. „Wir kennen das Thema aus unserem familiären Umfeld und wollten so darauf aufmerksam machen“, betonte Mark.

Gemeinsam mit Reiko Marx vom Verein „World Youth Expedition“ fuhren die Jugendlichen die 400 Kilometer lange Strecke von Goslar nach Rostock. Unterwegs hielten sie an und sprachen über das Tabuthema Depression. Fahrradfahren, Laufen, Bergsteigen – auch der Wolfsburger Franz war von 2001 bis 2013 auf acht Expeditionen unterwegs, um auf das Thema HIV und Aids aufmerksam zu machen. „Sport ist eine gute Möglichkeit, auf solche Themen hinzuweisen“, so Sandra Wukovich vom Abenteuerhaus.

Persönlichkeit entwickelt sich

Für den Stiftungsvorsitzenden Jürgen Kröger steht der Campus auch für die Persönlichkeitsentwicklung. „Viele Eltern rufen mich danach an und erkennen ihre Kinder kaum wieder“, sagte Kröger. Die Schüler seien mutiger, aufgeweckter und trauen sich frei zu sprechen. So war es auch bei der 20-jährigen Romina Lani und der 18-jährigen Cemile Arpa. Beide sind vor drei Jahren aus unterschiedlichen Ländern nach Deutschland gekommen. Sie besuchten die Hauptschule in Fallersleben und hörten den Vortrag von Franz. „Obwohl wir noch nicht fließend Deutsch sprachen, haben wir uns beworben“, erzählte Arpa.

Als Projekt suchten sich die beiden Schülerinnen ein Musikvideo zum Thema „Frei sein“ aus. Während des Workshops wurde nur eine Strophe fertig geschrieben, es gab weder Gesang noch Filmaufnahmen. Dank der Mentorin Tanja Ulbricht konnte in einem Jahr ein professionelles Musikvideo erstellt werden. „Ich freue mich, wenn ich Jugendlichen helfen kann und mit den beiden gab es eine tolle Zusammenarbeit“, sagte Ulbricht.

Talk mit Joachim Franz

Joachim Franz (58) war früher übergewichtig, heute ist er Motivationscoach und Extremsportler. Mit dem Verein „World Youth Expedition“, der Abenteuerhaus AG und der Sparkassen-Stiftung Gifhorn-Wolfsburg plant er einen Workshop für Jugendliche. Mit der WAZ sprach Franz über Angst und neue Vorbilder für junge Menschen.

Welche Tipps geben sie Jugendlichen, damit eine Idee gelingt?

Im Impulsvortrag zeige ich, dass ich damals genau die gleichen Erfahrungen machen musste wie die Jugendlichen heute. Die jungen Leute müssen sich bei ihrem Projekt um die logistischen und finanzielle Herausforderungen kümmern. Und manchmal kommt man an die Grenze des Planbaren. Dort greife ich ein und frage nach. Die Schüler müssen ganz genau erklären, warum ihnen das Projekt so wichtig ist. Wenn sie das schaffen, wird es ein Erfolg und sie wachsen mit dem Projekt.

Was sagen sie zu Leuten, die Angst vorm Scheitern haben?

Zu dem Thema werde ich häufiger eingeladen und befragt. Am Anfang stelle ich die Gegenfrage: Weißt du eigentlich wo der Mut herkommt? Mut kommt nämlich von Angst. Das wissen die meisten Menschen zuerst nicht. Erst wenn einem bewusst ist, wovor man Angst hat, kann eine Lösung gefunden werden – und das Projekt kann beginnen. Dieses Denken bringe ich sowohl älteren als auch jüngeren Menschen gerne bei.

Es gibt im Internet viele falsche Vorbilder. Glauben sie, dass die Jugendlichen neue Vorbilder brauchen?

Ich habe dazu eine sehr starke Meinung. Ich glaube, dass wir sicherlich viele vermeintliche Vorbilder haben. Daher müssen wir die jungen Menschen anleiten, damit sie selber gute Vorbilder werden.

Interview: Ann Kathrin Wucherpfennig

Von Ann Kathrin Wucherpfennig

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