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Stadt Wolfsburg SPD und CDU wollen Gebäude am Dunantplatz abreißen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg SPD und CDU wollen Gebäude am Dunantplatz abreißen
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20:00 25.06.2019
Abrisskommando? CDU und SPD planen eine große Veränderung am Dunantplatz. Quelle: Britta Schulze
Klieversberg

CDU und SPD des Ortsrats Mitte-West fordern eine komplette Umgestaltung des Dunantplatzes. Dafür soll das Gebäude mit Bäcker Steinecke, Olivier-Café, Hol-Ab, Pizza Time und Salzgrotte abgerissen und durch einen Supermarkt ersetzt werden.

Eigentlich war schon im Einzelhandelskonzept der WMG von 2016 die Idee verankert worden, einen Nahversorger an den Dunantplatz zu holen. Nun wird es aber langsam dringend, da der 300 Meter entfernte Nahkauf in fünf Jahren schließen will.

Wo die Geschäfte bleiben, muss erst noch geklärt werden

Wo dann die Geschäfte des bisherigen Gebäudes bleiben sollen, müsse natürlich noch geklärt werden, stellt Ortsbürgermeister Matthias Presia (SPD) klar, während er mit anderen Ortsratsmitgliedern auf einen Cappuccino vorm Olivier-Café sitzt: „Wir wollen sie ja nicht vertreiben, nachdem sie jahrelang den Platz mit Leben gefüllt haben.“ Am Ende solle der Charakter des Platzes erhalten – ja, sogar wiederhergestellt – werden, sind sich die Politiker einig.

Der Café-Besitzer Daniel Olivier beobachtet das Vorhaben nicht ganz so optimistisch: „Für mich wäre es eine Katastrophe. Ich wüsste nicht, in welchem anderen Gebäude am Platz ich mit meinem Café unterkommen könnte.“ Denkbar sei zwar auch, den Eingangsbereich des neuen Supermarktes zu nutzen, doch zwischen Abriss und Neubezug könne noch viel Zeit liegen.

Röntgenstraße soll verengt werden, um Platz zu machen

Weil aber auch mit dem Abriss und Neubau noch nicht genug Fläche entstehen dürfte, spielen SPD und CDU gleichzeitig mit der Idee, den Platz räumlich in Richtung der Straße zu erweitern. Die Röntgenstraße sei in den 50er-Jahren unnötig breit angelegt worden, erklärt Sabah Enversen (SPD). Da, wo sie für den Fußgängerübergang schon jetzt ohnehin verengt, könne man ruhig mehr Fläche dem Dunantplatz zurechnen.

Insgesamt wünsche man sich natürlich, mit all diesen Maßnahmen fertig zu sein, bis der Nahkauf schließt, meint Hans Niewandt (CDU). Aber selbst bei optimistischer Zeitplanung müsse schon vorher ein neues Parkkonzept für den von Autos überfüllten Platz her.

Streitpunkt Dunantplatz: Die Vorgeschichte

August 2018: Die WMG zieht einen neuen Supermarkt in Erwägung.

März 2019: Der Ortsrat streitet um die Parkplatzsituation rund ums Klinikum, die SPD will das Parken in der Mitte des Dunantplatzes ganz verbieten.

März 2019: Der SPD-Vorschlag für ein neues Parkkonzept erntet Unverständnis bei den Geschäftsleuten am Platz.

April 2019: Die Bürgergemeinschaft Eichelkamp fordert eine Sanierung, ein Lösung für die Parkplatzsituation und einen Wochenmarkt.

April 2019: Die PUG fordert die Verwaltung und die WMG, einen Plan für einen neuen Supermarkt zu entwickeln.

Geht der Antrag durch und stimmen die Gebäudeeigentümer Stadt und Neuland zu, dürfen auch die Bürger ihre Ideen und Wünsche einbringen, dafür sieht der Ortsrat Infoveranstaltungen vor. Und dann ist da noch die Frage der Finanzierung, doch das sieht Enversen gelassen: „Investoren würden sich schon finden. Aber die Planungskapazitäten bei der Stadt müssen wir erkämpfen.“

Vorerst aber wird der Ortsrat darüber diskutieren: Am heutigen Mittwoch, 26. Juni, steht das Thema auf der Tagesordnung, wenn sich das Plenum um 18 Uhr in der Heilig-Geist-Kirche trifft.

Wer hat’s erfunden? Querelen im Ortsrat

Bald soll der Dunantplatz richtig schick werden und sogar zum Verweilen einladen, fordern die Fraktionen. Fürs erste jedoch erfüllt er eine ganz andere Funktion: Als Schauplatz politischer Querelen im Ortsrat. Nicht nur schienen sich SPD und CDU beim Pressetermin nicht ganz grün zu sein, wer welchen Teil des neuen Antrags vortragen durfte – wütend ist auch die PUG.

„Wir finden das ziemlich daneben“, verkündet Velten Huhnholz von der Parteiunabhängigen Wählergemeinschaft. Denn: Erst im April hatte die PUG selbst den Antrag gestellt, einen Nahversorger am Dunantplatz anzusiedeln. Der Filialleiter des benachbarten Nahkaufs habe sich schließlich an die PUG gewandt, um seinen Abtritt zu verkünden.

CDU und SPD hätten damals aber nicht mitspielen wollen, sondern am Tag drauf ihren eigenen Antrag aufgesetzt: „Im Grunde ist das unser Antrag, nur ein bisschen bunter“, beschwert sich Huhnholz. Weil der PUG-Antrag aber keine Mehrheit bekommen dürfte, werde sich die PUG nun zähneknirschend für den ,abgekupferten’ Antrag stimmen.

Der ursprüngliche PUG-Antrag klingt tatsächlich sehr ähnlich, wenn er auch noch nicht konkret von einer Verengung der Röntgenstraße erwähnt. Doch Enversen hat dafür nur ein müdes Augenrollen übrig: Der PUG-Antrag sei überflüssig, da er nur den WMG-Plan von 2016 wiederhole.

So oder so: Die Anwohner und Klinikumsbesucher, -patienten und -mitarbeiter dürften sich freuen, direkt gegenüber der Zufahrt zum Krankenhaus einen Supermarkt zu bekommen – solange die bestehenden Geschäfte darunter nicht leiden.

Von Frederike Müller

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