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Stadt Wolfsburg SPD-Antrag zu Tempo 30 auf Wolfsburger Ortsdurchfahrten
Wolfsburg Stadt Wolfsburg SPD-Antrag zu Tempo 30 auf Wolfsburger Ortsdurchfahrten
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22:00 24.08.2018
Tempo 30: In Velstove gilt schon ein Tempolimit auf der Ortsdurchfahrt – auch, weil es sich um den Schulweg zur Bushaltestelle handelt.
Tempo 30: In Velstove gilt schon ein Tempolimit auf der Ortsdurchfahrt – auch, weil es sich um den Schulweg zur Bushaltestelle handelt. Quelle: Roland Hermstein
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Wolfsburg

Im Juni hatte die SPD-Fraktion ihren Tempo-30-Prüfantrag für Ortsdurchfahrten angekündigt (WAZ berichtete), am Mittwoch, 29. August, liegt er nun im Bürgerdienste-Ausschuss zur Beratung vor. Das Echo ist allerdings verhalten.

Hintergrund des Antrags sind die seit Jahren fruchtlosen Bemühungen des Ortsrats Kästorf-Sandkamp, den Durchgangsverkehr aus den Ortsteilen herauszuhalten. Aber Messungen boten bisher aus Sicht der Verwaltung keine Grundlage für Tempo 30. Jetzt wird zumindest auf Stadtebene grundsätzlich nochmal geredet.

Hauptverkehrsstraße in Kästorf: Seit Jahren versucht der Ortsrat, den Durchgangsverkehr zu verbannen. Parallel verläuft die B 188, doch viele fahren weiterhin hier entlang. Quelle: Roland Hermstein

Ausschuss-Vorsitzender Günter Lach (CDU) sieht allerdings in Kästorf und Sandkamp wegen der Nähe von Volkswagen einen schwer zu vergleichenden Sonderfall und plädiert dafür, dort andere Lösungen zu suchen. Er persönlich ist sowieso kein Freund einer Pauschalregelung, zweifelt auch am Nutzen für den Umweltschutz von Tempo 30. „Wenn Staus entstehen, ist der Abgas-Ausstoß höher. Man muss also von Ort zu Ort entscheiden.“

Beratungen laufen am Montag

Parteiintern habe sich die CDU aber noch nicht beraten, betont Lach. Und auch einige andere Fraktionen verweisen darauf, dass die Vorberatungen erst am kommenden Montag stattfinden.

Zustimmung signalisiert aber schon einmal Katrin Weidmann (Bündnis 90/Die Grünen). „So etwas prüfen zu lassen, finde ich grundsätzlich interessant. Wir hatten ja schon einen ähnlichen Antrag im Ortsrat Stadtmitte gestellt“, sagt sie und erläutert: „Niemand sollte dafür bestraft werden, wo er wohnt. Es geht ja nicht nur um Abgase, sondern auch um Lärm.“ Schade sei nur, dass die SPD sich auf einen Prüfauftrag beschränke und nicht gleich in Richtung Realisierung steuert.

Zu den noch kritischen Kandidaten innerhalb der SPD gehört offensichtlich Detmerodes Ortsbürgermeister Ralf Mühlisch, stellvertretender Vorsitzender im Ausschuss. „Ich sehe das differenziert“, sagt er, „ich bin dagegen, dass man Autofahrer überall gängelt. Sinn macht es dort, wo es unübersichtlich ist. Aber: Diejenigen, die man damit treffen will, interessieren sich letztlich sowieso nicht für Tempo-30-Schilder.“

Von Andrea Müller-Kudelka