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Stadt Wolfsburg Rissen Wölfe den Rehbock an der Mühlenriede?
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Rissen Wölfe den Rehbock an der Mühlenriede?
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20:20 16.05.2019
Grausiger Fund: Ein komplett zerrissenes Reh fand Antje Schneider an der Mühlenriede zwischen Fallersleben und Sülfeld Dienstagfrüh, als sie mir ihrem Hund spazieren ging. Quelle: Andrea Müller-Kudelka
Fallersleben

Einen grausigen Fund machte Antje Schneider aus Fallersleben, als sie mit ihrem Hund „Nugget“ Dienstagfrüh an der Mühlenriede spazieren ging. Auf dem gemähten Weg fand sie Teile eines komplett zerfetzten Rehbocks – erst den Kopf und etwa 30 Meter Weiter dann die Gliedmaßen. „Vielleicht hat sich ein Wolfsrudel hier die Beute geteilt?“, vermutete die Fallersleberin.

Nicht ausgeschlossen, sagte Ralph Schräder, Vorsitzender der Wolfsburger Jägerschaft, als er die Handy-Fotos der Fallersleberin sah. Deshalb sollten möglichst sofort DNA-Proben gesichert werden, meinte er. Doch als der für Sülfeld zuständige Jäger sich die Sache vor Ort genauer ansah, winkte er ab: Die Reste des Rehs hätten schon zu lange dort gelegen und seien von weiteren Tieren bereits angefressen – darunter auch Krähen. „DNA-Spuren müssen spätestens 24 Stunden nach dem Riss gesichert werden“, erklärt Wolfsberater Ralf Hentschel, der für den Bereich Wolfsburg zuständig ist.

Mutmaßlicher Täter: Ein Wolf könnte den Rehbock bei Fallersleben gerissen haben. Beweisen lässt es sich angesichts der fortgeschrittenen Zersetzung des Kadavers aber nicht. Quelle: ZB

Der Wolf ist in Wolfsburgs Umgebung unterwegs

Erst in der vergangenen Woche gab es einen mutmaßlichen Wolfsriss in Barwedel: Zwei tote Schafe waren dort gefunden worden, an einem 13 Monate alten Zuchtbock zeigte sich der für einen Wolf charakteristische Kehlbiss. Die DNA-Probe von dort wird in den nächsten Wochen geprüft.

Bei Ehra hat sich inzwischen ein ganzes Rudel niedergelassen. Rudelbildungen könnte es laut Schräder auch rund um Wolfsburg durchaus geben. „Die Tiere brauchen bei einem guten Nahrungsangebot längst nicht so große Reviere, wie Fachleute ursprünglich vermutet hatten“, sagt er. Bisher waren auf dem Stadtgebiet nur durchreisende Tiere unterwegs. Am längsten verweilte zuletzt im nahen Barnbruch eine Wölfin, die mit einem Sender ausgestattet ist: Sie stammt aus Mecklenburg-Vorpommern, hielt sich mehrere Wochen in der Nähe von Fallersleben auf und wurde laut Hentschel jetzt in Belgien gesichtet.

Dass Wohnsiedlungen in Sülfeld und Fallersleben nah am Fundort des Rehbocks liegen, sei kein Grund dafür, dass sich ein Wolf fernhalten würde, meint der Wolfsberater. „Wenn der ein Beutetier wittert, nimmt er den kürzesten Weg. Dass er in Wohnsiedlungen nicht erwünscht ist, weiß er ja nicht.“

Essensreste locken Wölfe in Siedlungsnähe

Antje Schneider geht trotzdem weiterhin ohne Angst in den Wiesen Gassi. „Mich würde es mehr erschrecken, wenn ein Hund dieses Reh so zugerichtet hätte. Wildtiere sind nun einmal wild. Aber genau deshalb würden sie vor einem Menschen ja auch fliehen.“ Dafür, dass das so bleibt, sei der Mensch auch selbst verantwortlich, mahnt Schräder. Er warnt davor, Wildtiere gezielt anzufüttern oder Essen unbedacht wegzuwerfen, denn die Nahrung ist es, die vielleicht auch die Wölfe sonst dem Menschen noch näher bringt. Näher, als es für beide gut ist.

Wölfe in der Region

Im März wurde ein totes Reh mit Fressspuren überprüft, das zwischen Nordsteimke und Reislingen/Neuhaus am Straßenrand lag. Hier bestätigte sich der Verdacht auf einen Wolf nicht.

Im Februar 2019 tötete ein Wolfsrüde bei Velstove vier Schafe auf einer Weide in Nähe der Wohnsiedlung „Am Wipperteich“.

Im Januar wurde auf der A39 bei Mörse ein junger Wolf überfahren, der aus einem Rudel in der Nähe von Bremen stammte.

Ebenfalls im Januar wurde ein Wolf bei einem Verkehrsunfall zwischen Tülau und Bergfeld getötet.

Bereits im Dezember 2018 erwischte es einen weiblichen Wolf in der Nähe der Teststrecke auf der L288 nördlich von Ehra-Lessien.

Von Andrea Müller-Kudelka

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