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Stadt Wolfsburg Rangelei mit Pistole: Enkel verletzt seine Großeltern
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Rangelei mit Pistole: Enkel verletzt seine Großeltern
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12:00 16.05.2019
Amtsgericht Wolfsburg: Ein 25-Jähriger wurde vom Vorwurf der Körperverletzung freigesprochen. Quelle: Archiv
Wolfsburg

Ein 25-jähriger Arbeitsloser aus Lehre musste sich jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung seines Großvaters (78) und seiner Großmutter (76) vor dem Amtsgericht Wolfsburg verantworten. Da die Großeltern jedoch nicht wollten, dass ihr Enkel ins Gefängnis muss, verweigerten sie die Aussage. Demzufolge endete das Verfahren mit einem Freispruch des Angeklagten.

Laut Anklage war es am Abend des 6. August 2018, dem Geburtstag des Großvaters, in dessen Hattorfer Wohnung zu einem Streit zwischen Enkel und Großeltern gekommen. Bei einer Rangelei soll der Enkel den Großvater mit einer Dose auf den Kopf geschlagen haben. Als die Oma dazwischengehen wollte, soll sie mit dem Rücken gegen einen Tisch geschubst worden sein, so dass sie sich mehrere Rippenbrüche zuzog. Daraufhin habe der Großvater eine Schreckschusspistole aus dem Nebenraum geholt. Laut Anklage entriss der Angeklagte dem Großvater die Waffe und schlug ihm damit auf den Kopf und auf den Arm, so dass dieser eine Platzwunde auf der Stirn und Prellungen am Arm davontrug.

Soweit die Vorwürfe laut Anklageschrift. Der Beschuldigte wollte zwar am Dienstag vor dem Amtsgericht dazu aussagen, litt aber unter Erinnerungslücken: Ja, es habe Streit gegeben, und weil der Opa ihn an der Schulter angefasst habe, hätte er ihn weggeschubst. Die Schreckschusspistole sei losgegangen in dem Moment, in dem er den Opa habe „entwaffnen“ wollen. An mehr Fakten könne er sich jedoch aufgrund einer psychischen Erkrankung und seines damaligen Drogenkonsums von Kokain und Amphetaminen nicht mehr erinnern.

Da die Großeltern als Opfer und gleichzeitig Zeugen von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machten, das sie als Verwandte des Beschuldigten haben, konnte das Gericht den Tathergang nicht aufklären, so dass es auf Freispruch entscheiden musste.

Am Rande des Prozesses wurde deutlich, dass in dieser Familie seit Jahren währende Konflikte schlimmen Schaden auf allen Seiten verursacht haben. Einziger Hoffnungsschimmer: Der 25-jährige Enkel hat vor einem halben Jahr einen freiwilligen Drogenentzug erfolgreich absolviert.

Von swi

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