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Stadt Wolfsburg Rainald Grebe zwischen Hip-Hop und „Atemlos“
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Rainald Grebe zwischen Hip-Hop und „Atemlos“
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19:07 25.10.2019
Begnadete Hände: Nicht nur am Klavier zeigte Rainald Grebe sein Können – seinen Sarkasmus unterstrich er gewohnt gekonnt mit Mimik und Gestik. Quelle: Robert Stockamp
Innenstadt

Mit einem Programm aus hoher musikalischer Kunst und an Wahnsinn grenzenden Humor begeisterte der Kabarettist Rainald Grebe am Donnerstagabend das Publikum im Scharoun-Theater. In seinem „Elfenbeinkonzert“ erzählte er von seinem Seminar an der Elfenbeinküste. Er nutzte den Abend aber auch weidlich, um sich über die Gesellschaft auszulassen – besonders die digitale.

Im Jahr 2016 lud die damalige Leiterin des Goethe-Instituts in Abidjan, Elfenbeinküste, Rainald Grebe zu einem Workshop über deutsche Volksmusik ein. Grebe machte sich lange Gedanken, was denn heutzutage eigentlich Volksmusik sei. Dabei stieß er auf Hip-Hop und ließ die Kinder in Adidjan sogar Helene Fischers „Atemlos“ singen. Aber auch „Drei Chinesen auf dem Kontrabass“ waren dabei.

Voller Einsatz: Grebe navigierte sich durch deutsche Musik, von Helene Fischer über Hip-Hop bis zu „Drei Chinesen auf dem Kontrabass“. Quelle: Robert Stockamp

In seinem „Elfenbeinkonzert“ verarbeitete er seine Eindrücke aus den zwei Wochen, die er in der Elfenbeinküste verbrachte. Mitgebracht hatte er auch Filmmaterial, das er großflächig auf eine Leinwand werfen ließ, immer wieder im Zwiegespräch mit seinem Techniker, der vom Mischpult aus live per Bild und Ton dazu geschaltet wurde.

So konnten sich die Zuschauer nicht nur davon überzeugen, dass Grebe tatsächlich „Atemlos“ mit den Kindern und Jugendlichen sang. Er hatte auch Beispiele der modernen digitalen Gesellschaft dabei, zeigte Snap-Chat-Filter oder auch Tik-Tok-Videos. Er behauptete, unter seiner Haut einen Chip implantiert zu haben, über den er die Technik steuern könnte.

Sprudelnde Gedanken und viele Lacher

Zu sehen gab es auch besonders einfallslose Slogans aus dem bundesdeutschen Stadtmarketing oder besonders verlassene oder skurrile Orte. Den sauberen Endreim verfechtend, zwischen Hip-Hop und Kabarett kam Grebe wie gewohnt vom Hundersten ins Tausendste und ließ seine Gedanken einfach sprudeln.

Dabei setzte er sich gekonnt selbst in Szene in leicht bis schwer verstörenden Posen und wunderbaren Zwischengedanken wie „Am Samstag vor Ostern hatte Jesus Brückentag“. Seine unnachahmliche Gestik und Mimik gab seinem Humor den besonderen Touch, der ihn absolut unverwechselbar macht. Neben viel Musik gab es auch viel Performance. Die ganze erste Viertel Stunde stand Grebe im Publikum, erzählte wie ein Wasserfall, zeigte lustige Internetvideos und Nacktfotos von sich.

Das Publikum war von erster Minute an begeistert und applaudierte lange am Schluss, was zu einer langen Zugabe führte, die zumindest improvisiert wirkte, wenn sie es nicht sogar war.

Von Robert Stockamp

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