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Stadt Wolfsburg Patchwork-Familien: So gelingt ein stressfreies Weihnachtsfest
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Patchwork-Familien: So gelingt ein stressfreies Weihnachtsfest
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17:57 24.12.2019
Freude über das Geschenk: Getrennt lebende Elternteile sollten sich mit Geschenken nicht übertrumpfen wollen, rät Karsten Thabo Piehl, von der evangelischen Familienbildungsstätte (Fabi). Quelle: Mascha Brichta/dpa
Wolfsburg

Geschenke auspacken, gemeinsam unter dem Weihnachtsbaum singen und zusammen in die Kirche gehen. So oder so ähnlich sieht der Weihnachtsabend in vielen Familien aus. Doch für Alleinerziehende, Patchwork-Familien oder Eltern mit einem Pflegekind sind der 24. Dezember und die Feiertage oft eine Herausforderung. Denn: Bedürfnisse vieler Familienmitglieder prallen aufeinander. Kinder geschiedener Eltern verbringen die Weihnachtstage oft im Wechsel bei den Elternteilen. Pflegekinder haben eine Pflege- und eine Herkunftsfamilie. Wie gelingt es allen Bedürfnissen der Beteiligten am Heiligen Abend und an den Feiertagen gerecht zu werden?

Experte: Besuche an den Feiertagen frühzeitig klären

„Gar nicht“, sagt Karsten Thabo Piehl, von der evangelischen Familienbildungsstätte (Fabi). Wie die Feiertage um Weihnachten gestaltet werden: diese Herausforderung kenne zwar fast jede Familie, wenn es um die Besuche bei Verwandten geht. „In Pflege- oder Patchworkfamilien multipliziert sich jedoch der Stress, weil einfach noch mehr Menschen beteiligt sind“, so Piehl. Er rät Familien, die Organisation der Feiertage möglichst früh anzugehen. „An den Feiertagen hilft oft ein Wechselmodell, die Kinder feiern bei den getrennt lebenden Elternteilen jedes Jahr abwechselnd“, sagt der Fabi-Geschäftsführer.

Pflegemutter: Weihnachten wird für alle ein emotionales Fest

Die Herausforderung, alle Familienmitglieder an Weihnachten „unter einen Hut zu bekommen“, hat Sarah (Name von der Redaktion geändert) im Moment noch nicht. Sie ist Pflegemutter eines vierjährigen Mädchens. Seit drei Jahren lebt Melina, deren Name wir ebenfalls geändert haben, bei Sarah und ihrem Mann, denn das Kindeswohl war bei den leiblichen Eltern gefährdet.

Die leiblichen Eltern von Melina möchten im Moment keinen Kontakt zu ihrem Kind.Weihnachten feiert die Vierjährige in der Familie, die sie aufgenommen hat. „Und doch ist Weihnachten für uns ein sehr emotionales Fest, denn wir wissen nicht, wie es den Herkunftseltern geht, wenn sie ohne ihre Tochter feiern“, sagt Sarah.

Bis zum 12. Lebensjahr des Kindes sollten die Eltern entscheiden

Je älter Melina wird, desto schwieriger wird die Entscheidung, in welcher Familie sie den 24. Dezember und die Feiertage verbringt. Ob sie Weihnachten gemeinsam mit ihren leiblichen Eltern feiern wird, hängt von vielen Faktoren ab. „Das lässt sich nur schwer vorhersagen“, berichtet Sarah. Dabei spielen auch Ängste eine Rolle in der Pflegefamilie. „Wir machen uns als Pflegeeltern natürlich Gedanken darüber, ob Melina eines Tages in ihrer Herkunftsfamilie das Weihnachtsfest feiern möchte“, berichtet Sarah. Dass sie eines Tages alle gemeinsam -also Herkunftsfamilie und Pflegefamilie- am Weihnachtsbaum sitzen würden, kann sich Sarah nicht so recht vorstellen.

Je älter Melina wird, desto mehr stellt sie Fragen nach ihren leiblichen Eltern. „Sie weiß natürlich, dass sie leibliche Eltern hat und fragt, weshalb sie nicht bei ihr sind. Diese Frage kann natürlich auch an Weihnachten aufkommen“, berichtet Sarah. Sie möchten mit Melina offen über ihre Lebenssituation sprechen. Die Vierjährige bestimmt, wieviel sie über ihre leiblichen Eltern reden möchte.

Patchwork-Familien rät Piehl die Entscheidung, bei wem das Fest gefeiert wird, nicht den Kindern zu überlassen – jedenfalls nicht bis zum 12. Lebensjahr. „Das bringt Kinder in einen Loyalitätskonflikt. Sie denken, dass sie den jeweils anderen Elternteil enttäuschen“, sagt der Familienexperte.

„Die Zeit um Weihnachten ist meist angespannt. Es können nicht alle Erwartungen und Hoffnungen der Familienmitglieder erfüllt werden“, sagt Karsten Thabo Phiel von der Evangelischen Familienbildungsstätte. Quelle: Boris Baschin

Rivalitäten unter den Elternteilen vermeiden

Ein viel diskutiertes Thema in den Familien sind auch die Geschenke. „Ich rate Eltern, ihre Kinder nicht mit Geschenken gegeneinander auszuspielen“, sagt Piehl. Auch hier helfen klare Absprachen. So auch bei Sarah: Bevor an Weihnachten die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum liegen, spricht Sarah mit Mitgliedern aus der Herkunftsfamilie. „Die Organisation läuft gut. Tanten und Großeltern haben gefragt, was sie schenken können“, berichtet die Pflegemutter.

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Von Nina Schacht

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