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Stadt Wolfsburg „Unzumutbare Härte“: PUG fordert Nahversorger am Dunantplatz
Wolfsburg Stadt Wolfsburg „Unzumutbare Härte“: PUG fordert Nahversorger am Dunantplatz
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19:41 02.05.2019
Nahversorgung im Eichelkamp: Wenn Heinrich Schmidt (2.v.r.) sein Geschäft schließt, braucht es laut den PUG-Politikern Sven Ulf Weilharter (v.l.), Velten Huhnholz und Jens Tonskötter eine Alternative für die Menschen im Stadtteil. Quelle: Boris Baschin
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Eichelkamp

Seit elf Jahren führt der 61-jährige Heinrich Schmidt den Nahkauf an der Ecke Hochring/Eichelkamp. Fünf Jahre ungefähr will er den Nahversorger noch weiter betreiben, dann wartet die verdiente Rente. „Vielleicht hänge ich auch noch ein Jahr dran, um meine Kunden nicht im Stich zulassen“, so Schmidt. Denn mit ihm würde der letzte Nahversorger aus dem Gebiet verschwinden. Die PUG-Fraktion Mitte-West schlägt deswegen jetzt Alarm.

Die Zeit drängt nach Ansicht der PUG

Durch die Schließung würde eine „unzumutbare Härte“ gerade für die älteren Anwohner, die einen Großteil der Bevölkerung ausmachen, entstehen, heißt es in einem Antrag. Mit diesem will sie die Verwaltung und die WMG damit beauftragen, konkrete Maßnahmen zur Ansiedelung eines Nahversorgers am nur wenige hundert Meter entfernten Dunantplatz einzuleiten.

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„Die Planungen müssen jetzt begonnen werden, sonst bleibt keine Zeit“, sagt Jens Tonskötter (PUG). Auch Heinrich Schmidt sieht den Zeitdruck, denn er sieht einzig die Möglichkeit eines Neubaus: „Für diesen Standort, ohne Parkplätze, wird die Suche nach einem Nachfolger so gut wie unmöglich.“

Geschäftsleute am Dunantplatz müssen einbezogen werden

Als perfekten Standort für einen neuen Nahversorger hat die PUG den Dunantplatz ausgemacht. Eine Häuserzeile, in der momentan unter anderem die Kaffee-Rösterei Olivier oder die Salzgrotte untergebracht sind, befinde sich im Besitz der Neuland. Hier könnte durch einen Abriss Platz für einen Neubau mit Nahversorger und Wohnungen entstehen. „Wichtig ist aber eine verträgliche Planung, bei der die jetzigen Geschäftsleute einbezogen werden“, betont Velten Huhnholz (PUG).

Die WMG verweist auf das Einzelhandels- und Zentrumskonzept der Stadt aus dem Jahr 2016. „Wichtig ist uns eine zukunftsfeste Nahversorgung in allen Stadtteilen. Wenn Herr Schmidt schließt, brauchen wir natürlich eine Alternative für die fußläufige Versorgung“, so WMG-Geschäftsführer Jens Hofschröer. Der Dunantplatz sei dafür prädestiniert. „Aber dabei müssen wir auch alle aktuellen Partnern am Standort berücksichtigen.“

Die Idee der PUG ist übrigens nicht ganz neu. Schon 2016 machte die SPD mit dem Vorschlag eines Neubaus samt Lebensmittelmarkt am Dunantplatz Wahlkampf.

Von Steffen Schmidt