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Stadt Wolfsburg „Ohne Europa wäre Wolfsburg nicht das, was es heute ist“
Wolfsburg Stadt Wolfsburg „Ohne Europa wäre Wolfsburg nicht das, was es heute ist“
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10:00 12.04.2019
Der Politologe Ingo Espenschied warb für die „gemeinsame Vertretung“ von 500 Millionen EU-Bürgern.
Der Politologe Ingo Espenschied warb für die „gemeinsame Vertretung“ von 500 Millionen EU-Bürgern. Quelle: Burkhard Heuer
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Wolfsburg

Intensiver als je zuvor will die Stadt Wolfsburg den Wert der Wahlen des Europäischen Parlaments in die Bevölkerung tragen, die Menschen zur Abstimmung bewegen und somit die Bedeutung des geeinten Europas für die Industriestadt Wolfsburg unterstreichen. Das betonte Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) zur Eröffnung einer Informations-Veranstaltung am Donnerstagabend im Wissenschaftstheater des Phaeno. Referent des Abends war der exzellente Europakenner Ingo Espenschied, nach dem Studium der Politologie heute als freier Vortragsreferent und Multimediaproduzent unterwegs.

In seinen rund zweistündigen Ausführungen dokumentierte er die komplizierten Anfangsjahre neuer europäischer Kontakte nach zwei verheerenden Weltkriegen und kam zu dem Schluss, dass nicht nur unsere Vorväter, sondern auch wir heute noch eine Portion Geduld aufbringen müssen, ehe die Europäische Union die Einigkeit und Stärke erlangt, die es gegenüber der starken Weltkonkurrenz benötigt.

Zunächst allerdings hatte Oberbürgermeister Mohrs angekündigt, dass Wolfsburg bis zur Wahl am 26. Mai noch einige Veranstaltungen durchführen werde, um die Bevölkerung für den Wahlgang zu sensibilisieren. Niemals in der Geschichte der benachbarten Völker habe es eine so lange Zeit des friedlichen Miteinanders gegeben. „Und ohne Europa wäre Wolfsburg nicht das, was es heute ist“, sagte der Ratsvorsitzende. Das harmonische Zusammenleben von Menschen aus 150 Nationen in Wolfsburg würdigte auch Kerstin Martina Stackmann, Präsidentin des Internationalen Freundeskreises Wolfsburg, in ihrem Grußwort. Auch sie hoffte darauf, dass möglichst viele Menschen ihre Stimme für Europa abgeben.“

In der Vergangenheit hatten die Wahlen für die Vertretungen in Brüssel, Straßburg und Luxemburg die Bevölkerung allerdings wenig motivieren können. Und so fragte Ingo Espenschied zunächst einmal provokant: „Lohnt es sich, zur Wahl zu gehen? Immerhin machten nur 40 Prozent der Berechtigten bei der letzten Wahl von ihren Stimmrecht Gebrauch.

Oberbürgermeister Klaus Mohrs hob die Bedeutung des geeinten Europas für die Industriestadt Wolfsburg hervor. Quelle: Burkhard Heuer

Wie wichtig die gemeinsame Vertretung von derzeit 500 Millionen EU-Bürgern aus gegenwärtig noch 28 Nationen ist, schilderte Espenschied anhand der geschichtlichen Entwicklung ohne Kriege und vor allem der Bedeutungslosigkeit einzelner Staaten. „Deutschland ist nur ein Beispiel.“ Mit einem Prozent der Weltbevölkerung hätte man allein wohl kaum die Chance, im Konzert der großen Nationen von heute und morgen (China) ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Und nur gemeinsam könne man die zukünftigen Herausforderungen meistern, die da lauteten: Klimaschutz, Steueroasen Flüchtlingsprobleme, den Abbau nationaler Interessen und vieles anderes mehr.

Zum Schluss stellte sich Espenschied den Fragen des Publikums. Da kam natürlich der Brexit zur Sprache, dessen tragisches oder glückliches Ende der Politologe nicht voraussagen möchte. Auch die zunehmenden rechten Nationalismusströmungen einiger Mitgliedsstaaten – insbesondere im östlichen Teil der EU - wurde kritisch angesprochen.

Von Burkhard Heuer