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Stadt Wolfsburg Obdachloser schlägt Zimmergenossen Wodka-Falsche über den Kopf
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Obdachloser schlägt Zimmergenossen Wodka-Falsche über den Kopf
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18:30 28.03.2019
Schlag mit Wodka-Flasche: Ein 65-Jähriger wurde am Amtsgericht zu einer Haftstrafe verurteilt. Quelle: Boris Baschin
Stadtmitte

Für den Angriff mit einer Wodka-Flasche auf seinen Zimmergenossen, verurteilte die Richterin am Amtsgericht einen 65-Jährigen zu neun Monaten Gefängnis.

Schwierige Urteilsfindung

Der Weg zum Urteil war holprig. Denn: Der Angeklagte wehrte sich vehement während des Transports aus der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel. Deshalb ging der Prozess später los. Vorgeworfen wurde dem 65-Jährigen, am 17. Juni 2018 in der Obdachlosenunterkunft Borsigstraße während eines Streits seinem Zimmergenossen eine halbleere Wodka-Glasflasche auf den Kopf geschlagen zu haben. Diese sei dabei zerbrochen und habe bei dem Opfer eine Gehirnerschütterung sowie eine Platzwunde verursacht, die im Krankenhaus genäht werden musste.

Angeklagter stritt zunächst alles ab

Befragt, ob er sich äußern möchte, antwortete der Angeklagte ärgerlich: „Alles gelogen! Davon ist nicht ein Wort wahr!“ Als die Richterin dann noch einmal nachhakte: „Also Sie haben ihm keine Flasche über den Kopf gezogen?“ lautete seine Antwort dann aber: „Natürlich! Aber das war alles halb so schlimm. Das war nur ’ne ganz kleine Platzwunde! Alles übertrieben!“

Zeugen bestätigen Tathergang

Weitere Zeugen bestätigten den Tathergang laut Anklage. Insbesondere das Opfer, ein 57-jähriger Obdachloser, konnte trotz eines Atem-Alkoholgehalts von 3,6 Promille (!) zum damaligen Zeitpunkt noch recht detailliert den Tathergang schildern. Der zeitgleich beim Angeklagten festgestellte Atem-Alkoholwert betrug 1,94 Promille.

Ein 30-jähriger Nachbar hatte den Kampf im Nebenzimmer gehört, war hinübergeeilt und ertappte so den Täter auf frischer Tat über das Opfer gebeugt, mit der Wodka-Flasche in der Hand.

Strafe nicht zur Bewährung ausgesetzt

Die Richterin hielt wie von der Staatsanwaltschaft gefordert eine Freiheitsstrafe von neun Monaten für tat- und schuldangemessen. Diese wurde nicht zur Bewährung ausgesetzt mit folgender Begründung: „Ihnen fehlt hier jegliche Einsicht. Sie sind einschlägig vorbestraft und trotzdem sagen Sie einfach nur, das stimmt alles nicht. Eine positive Sozialprognose sehen wir hier absolut nicht.“

Von der Redaktion

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