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Stadt Wolfsburg Neue Ansagen-Stimme der Bahn – in Wolfsburg ist sie zuerst zu hören
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Neue Ansagen-Stimme der Bahn – in Wolfsburg ist sie zuerst zu hören
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21:02 09.01.2020
Ja, wer spricht denn da? Heiko Grauel spricht die Ansagen der Deutschen Bahn. Am Wolfsburger Bahnhof sind sie schon zu hören. Quelle: Boris Roessler/dpa
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Wolfsburg

Heike Grauel ist die neue Stimme der Deutschen Bahn. Der Profisprecher aus dem hessischen Dreieich ist für die Lautsprecherdurchsagen zuständig.

Großes Publikum ist ihm dabei sicher: An allen 5700 deutschen Bahnhöfen ist er bald zu hören – am Wolfsburger Bahnhof waren die Standard-Ansagen wie die Rauch-Vorschrift am Bahnsteig zuallererst zu hören. Die Zug-Hinweise folgen noch, die spricht bislang noch eine Frauenstimme. Deshalb haben viele Wolfsburger Fahrgäste den Wechsel noch nicht bemerkt.

Neue Ansage-Stimme hebt sich deutlich von Vorgänger ab

Grauels gesprochene Durchsagen informieren über verspätete Züge und Gleisänderungen – seine Stimme hebt sich deutlich von der männlichen Vorgängerstimme ab. Kurioserweise musste er aber nur ganz wenige bahnspezifische Sätze einsprechen. Stattdessen hat der 45-Jährige 14 000 ganz willkürliche und teils sehr unsinnige Sätze vorgelesen. Zwei Beispiele: „Peter geht in den Wald und sammelt Pilze" oder „Die restlichen Kräuter grob abzupfen“.

Durch das so genannte TTS-System ( Text-To-Speech) kann ein Computer die benötigten Ansagen zusammensetzen: Eine Software zerhackt die aufgenommenen Sätze in einzelne Laute und legt damit eine Bibliothek an, um sie dann zu einer beliebigen Anzahl und Auswahl an neuen Sätzen zusammenzufügen.

In ähnlichem Tempo und ohne Emotion sprechen

Deshalb war es für den professionellen Sprecher wichtig, immer gleich zu klingen, in ähnlichem Tempo und ohne Emotion zu sprechen. Also eine komplett andere Arbeitsweise als bei seinen anderen Jobs, zu denen Hörbücher, Werbespots und Dokus für ZDF sowie arte gehören. Das sei „total ungewohnt“ für ihn gewesen, so Grauel. Insgesamt 14 000 Sätze musste er in 60 Stunden, verteilt auf vier Wochen, sprechen.

In einem langwierigen Castingverfahren konnte sich Heiko Grauel gegen zig Mitbewerber durchsetzen – ganz nach dem Motto „Die Bahn sucht die Superstimme“. Hunderte Bewerber, darunter auch Mitarbeiter des DB-Konzerns, hatten sich gemeldet.

Hier können Sie eine der neuen Ansagen hören:

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Bewerberstimmen gingen sogar zum Vorstand

Und so lief das Casting ab: Nachdem Bahnmitarbeiter eine Vorauswahl getroffen hatten, gingen die Bewerberstimmen auch zum Vorstand. Am Ende standen drei Frauen und drei Männer in der engeren Wahl. In einem großen Kino wurden dann die Stimmen zusammen mit Bahnhofsgeräuschen vorgespielt. Für die Jury stand am Ende fest: Heiko Grauel klinge mit seiner angenehm dunklen Stimme am sympathischsten und könne sich am besten gegen die Bahnhofsgeräuschkulisse durchsetzen.

An den ersten Bahnhöfen sind Grauels Durchsagen schon zu hören – Wolfsburg ist bereits dabei. Nach und nach sollen weitere Halte folgen. Bald werden dann täglich 20 Millionen Reisenden und Bahnhofsbesucher in ganz Deutschland sie hören. Solch eine große Zuhörerschaft sei für den Profisprecher „schon etwas sehr Besonderes“. Heiko Grauel ist so begeistert von seinem Sprecher-Job für die Bahn, dass er künftig nicht mehr in den Zug einsteige, sondern am Bahnhof stehen bleibt, um alles zu hören, was ich so eingesprochen habe“.

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Von Sylvia Telge

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