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Stadt Wolfsburg Wortakrobat Nektarios Vlachopoulos liefert gestochen scharfe Pointen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Wortakrobat Nektarios Vlachopoulos liefert gestochen scharfe Pointen
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16:00 17.11.2019
Auftritt in der Bücherei: Nektarios Vlachopoulos. Quelle: Gero Gerewitz
Wolfsburg

Eine Bücherei ist normalerweise ein Ort der Stille. Am Samstag hingegen war in der Stadtbibliothek vor allem eines zu hören: lautstarkes Lachen. Die Hallenbad Lesetage gastierten dort und hatten mit dem Slam-Poeten Nektarios Vlachopoulos einen beeindruckend versierten Wortakrobaten engagiert.

Nektarios Vlachopoulos glänzte durch reichlich Humor

Statt des geschriebenen Wortes stand also das gesprochene im Mittelpunkt. Und wie: Vlachopoulos glänzte mit rhythmischer Lyrik, unfassbar schneller und doch gestochen scharfer Artikulation und vor allem reichlich Humor – mal grobschlächtig und dann wieder geistreich.

Und hier ein Video von der Lesung in Wolfsburg:

Dass es sich bei dem Slam-Poeten mit griechischem „Integrationshintergrund“, wie er selbst sagt, noch um einen Geheimtipp handelt, zeigte ein Blick in den Zuschauerraum. Knapp 80 Zuhörer waren gekommen. Vlachopoulos nahm’s gelassen und natürlich mit Humor: „So ausverkaufte Kommerz-Nummern wie Strunk und Gysi, mach ich eh nicht“, sagte er mit einem augenzwinkernden Blick auf das restliche Programm der Lesetage.

Dass auch er ein wesentlich größeres Publikum verdient gehabt hätte, stellte er anschließend unter Beweis. Sein fast zweistündiges Programm strotze nur so vor Pointen. Thematisch im Mittelpunkt standen dabei die verschiedenen Masken, die sich ein jeder in der heutigen Gesellschaft zulegt. Und passend dazu zeigte auch Vlachopoulos alle seine Facetten.

Mit Pandabärchen-Maske: Nektarios Vlachopoulos zeigte all seine Facetten. Quelle: Gero Gerewitz

Als Kabarettist teilte er kräftig gegen Gesellschaft und Politik aus. Als Philosoph sinnierte er schreiend komisch und doch tiefgründig über das Thema Identität. Intelligent drehte er die Vorurteile und scheinheiligen Aussagen des rechten Spektrums um. „Ich habe nichts gegen Deutsche, einige sind sogar sehr gute Fußballer, aber trotzdem will ich Lothar Matthäus nicht als Nachbarn haben“, so Vlachopoulos. Denn mit deutschen Nachbarn rieche es immer so nach Sauerkraut. Ein Hamburg, in dem Oktoberfest gefeiert werde, sei nicht mehr sein Hamburg und das Dirndl wurde in seinem Vortrag zum Äquivalent des muslimischen Kopftuchs.

Der ehemalige Deutschlehrer entspann absurde Geschichte

Als ehemaliger Deutschlehrer präsentierte er dann handwerklich höchste Kunst. Etwa bei seiner „Vokaltragödie“ – seiner persönlichen Weiterentwicklung des Vokal-Gedichts. Eine absurde Geschichte entspann sich anhand der Redebeiträge der fiktiven Personen Iris, Elke, Otto, Anna und Ulf, die immer nur je einen Vokal verwendeten. Welchen? Ein Blick auf die Namen verrät es. Herrliche Satzblüten wie „Der Sprech der ehrenwerten Gelehrten entbehrt jedweder Belege“ waren das Ergebnis.

„50 Shades of Grey“ ins Schwäbische übersetzt

Gar nicht mehr aus dem Lachen heraus kamen die Zuschauer, als Vlachopoulos seine Dialekt-Künste herauskehrte. Textpassagen aus dem Erotik-Bestseller „50 Shades of Grey“ übersetzte er in breitestes Schwäbisch. Kostprobe: „Komm Herr Spätzle. Sie sind mir ja a Saumädel, Frau Stahl.“ Damit bewies er seine davor aufgestellte These. „Schwäbisch im Schlafzimmer – das ist nicht vereinbar“.

Die nächste Lesung im Rahmen der Lesetage findet am Freitag, 22. November, im Hallenbad-Kulturzentrum statt. Dann tritt der Allrounder Heinz Strunk auf – die Veranstaltung ist bereits ausverkauft.

Von Steffen Schmidt

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