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Stadt Wolfsburg Nach Jahr der VW-Krise: Von Euphorie ist keine Spur
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Nach Jahr der VW-Krise: Von Euphorie ist keine Spur
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11:00 02.01.2017
Gute Aussichten: Der Wohnungsbau sorgt für volle Auftragsbücher im Handwerk. Der Wolfsburger Einzelahndel spürt dagegen eine Kaufzurückhaltung.
Gute Aussichten: Der Wohnungsbau sorgt für volle Auftragsbücher im Handwerk. Der Wolfsburger Einzelahndel spürt dagegen eine Kaufzurückhaltung. Quelle: Boris Baschin / Gero Gerewitz
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„Natürlich haben Firmen, die direkt für VW tätig sind, gewisse Einbußen“, sagt Kreishandwerksmeister Reinhold Scholz. Das aber werde zum guten Teil aufgefangen: „Die Wolfsburger Wohnbauoffensive hat sich zum echten neuen Standbein für Baufirmen und Handwerk entwickelt. Und auch Privatleute investieren durchaus - Zinsen bekommt man ja nicht für sein Geld.“ Nach wie vor ein Thema sei in vielen Branchen der Fachkräftemangel. Die vielen zugezogenen Flüchtlinge könnten da womöglich ein wenig Entlastung bringen - „aber das eher mittel- bis langfristig“, sagt Reinhold Scholz. „Wenn überhaupt, erwarte ich das eher für 2018 als für 2017.“

Alles andere als rosig sieht Dehoga-Chef Wolfgang Strijewski die Entwicklung in der Hotellerie: „Die Übernachtungszahlen dürften in diesem Jahr um rund fünf Prozent zurückgegangen sein.“ Das liege nicht nur an VW, sondern an einem komplett geänderten Buchungsverhalten von Geschäfts- und Privatkunden: „Das wird immer kurzfristiger, am Freitag beginnt das Buchungsroulette für die neue Woche. Und die Verweildauern gehen zurück.“ Wenn demnächst das neue Hotel im Allerpark und der Anbau am Leonardo fertig seien, werde sich der Wettbewerb weiter verschärfen. In der Gastronomie bestätige sich der Trend: Die Systemgastronomie mit ihrer jüngeren Kundschaft laufe gut, die klassische Speisegastronomie sei weiter auf dem Rückzug. Strijewski: „Heute ist vielen die Location wichtiger als die Qualität der Speisen.“

Der Einzelhandel habe ein „extrem schwieriges Jahr hinter sich“, sagt Sprecher Matthias Lange: „Ich kenne nicht einen Kollegen, der wirklich zufrieden war.“ Die gefühlte Unsicherheit wegen der VW-Krise führe offenbar zur Kauf-Zurückhaltung, was er nicht recht nachvollziehen könne: „Natürlich sollen Arbeitsplätze abgebaut werden. Aber doch nicht morgen, sondern innerhalb der nächsten zehn Jahre.“ Zwei Hoffnungen hege er für 2017: „In wieder ruhigerem VW-Fahrwasser die Geschäfte machen können, die wir einfach brauchen.“ Und, mit Blick auf Stadt und WMG: „Mehr Anstrengungen, wertigen Handel in die Porschestraße zu bekommen. Nur so wird sie zu einer wirklichen Einkaufsmeile.“ Genügend freie Filetflächen gebe es am Nordkopf...

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02.01.2017
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