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Stadt Wolfsburg Bakterien im Trinkwassersystem – neue Kinderklinik öffnet erst im Sommer
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Bakterien im Trinkwassersystem – neue Kinderklinik öffnet erst im Sommer
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20:14 12.02.2020
Eröffnet noch später: Der Neubau und Umbau der Kinderklinik dauerte eh schon länger, jetzt verzögert sich auch noch der Eröffnungstermin von März auf den Sommer. Im Neubau wurden Bakterien im Trinkwassersystem gefunden. Quelle: Roland Hermstein
Klieversberg

Jetzt passiert auch das noch. Der Umbau und Neubau der Kinderklinik ist nicht nur deutlich teurer geworden als geplant und dauert auch deutlich länger. Jetzt hat die Stadt außerdem den Termin für die Eröffnung und Inbetriebnahme, die eigentlich Ende März sein sollte, in den Sommer verschieben müssen. Grund: Bei einer routinemäßigen Kontrolle des Trinkwassersystems Anfang Januar im Neubau wurden Bakterien festgestellt.

„Für Erwachsene und gesunde Kinder sind sie kein Problem“, erklärte Stadträtin Monika Müller am Mittwoch im Klinikums-Ausschuss die Verzögerung. Für Frühchen und kranke Kinder aber schon. Deshalb entschied die Stadt: Es wird später eröffnet.

„Wir wollen kein Risiko eingehen. Sicherheit geht vor“

„Wir wollen kein Risiko eingehen. Sicherheit geht vor“, erklärte Monika Müller. Deshalb die deutliche Termin-Verschiebung. Aktuell seien die Trinkwasser-Werte zwar gut, aber man müsse die nächsten drei Monate abwarten, ob das weiterhin so bleibe.

So genannte mikrobielle Spuren fanden die Experten Anfang 2020 im Trinkwasser. Wo die genau herkommen, sei noch nicht geklärt, so der Medizinische Direktor Dr. Akhil Chandra. Die gefundenen Bakterien sind überall in der Natur zu finden, zum Beispiel in Pfützen – die es an und in leer stehenden Gebäuden, wie dem Neubau der Kinderklinik, geben kann.

Ist ein verunreinigtes Einbauteil die Ursache?

Aber auch ein verunreinigtes Einbauteil könnte für die Bakterien verantwortlich sein. Mitarbeiter des Geschäftsbereichs Hochbau ermitteln zurzeit gemeinsam mit beteiligten Baufirmen, Klinikum, städtischem Gesundheitsamt und Landesgesundheitsamt die Ursache.

Durch die festgestellten Bakterien verzögert sich die Inbetriebnahme der neuen Kinderklinik. Denn aufwendige Spülungen des Wassersystems sind erforderlich. „Das ist unvermeidlich, da die Sicherheit der kleinen Patienten absoluten Vorrang hat“, unterstreicht Monika Müller. Eine frühere Eröffnung sei nicht zu verantworten.

Es ist nicht die erste schlechte Nachricht

Es ist nicht die erste schlechte Nachricht zum Neubau und Umbau der Kinderklinik: Im November erfuhr der Klinikums-Ausschuss, dass das Projekt statt der mal geplanten 26,5 Millionen Euro mittlerweile 6,5 Millionen Euro mehr kostet. Außerdem gab es es eine riesige Zeitverzögerung. Nun folgt eine weitere.

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Mehr Beschwerden, aber auch mehr Lob fürs Klinikum

Sie ist und bleibt das Aufreger-Thema Nummer 1 bei Besuchern des Klinikums: die Zentrale Notaufnahme (ZNA). Immer wieder beschweren sich Patienten und Angehörige über viel zu lange Wartezeiten. Ja, die gibt es, räumte Leiterin Dr. Bernadett Erdmann am Mittwoch im Klinikumsausschuss ein. Leider müssten zwei Prozent der eingelieferten Personen über fünf Stunden warten bis ein Arzt kommt. „Das sind zu viele“, gab sie zu.

Dr. Erdmann wünscht sich, dass die Zahl bei Null liegt. Daran arbeite man. Das Klinikum hatte auch eine gute Nachricht für den Ausschuss: Schwer erkrankte Personen haben nach maximal zehn Minuten Kontakt mit einem Arzt, zuvor schon mit Pflegepersonal, erklärte Direktor Wilken Köster.

Patientenzahlen in der Notaufnahme stiegen 2019

Insgesamt stiegen die Patientenzahlen in der Notaufnahme „deutlich“, so Dezernentin Monika Müller. 2019 waren es 38 610 Personen. 23 908 davon wurden wieder nach Hause geschickt, 14 702 nahm das Wolfsburger Klinikum stationär auf.

Wenn immer mehr Patienten in die ZNA kommen, benötigte sie wohl auch mehr Platz, fragte Marco Meiners (FDP). Die vorhandene Fläche werde optimal genutzt, erklärte der Medizinische Direktor Dr. Akhil Chandra. Administrative Räume wurden zum Beispiel zu Behandlungsräumen umfunktioniert.

Patientenbefragung im Klinikum

Ein weiterer Tagesordnungspunkt im Ausschuss war die Patientenbefragung im Klinikum. Dort bekam das Klinikum gute Noten. 85,9 Prozent der Patienten waren mit dem Behandlungserfolg zufrieden. Der Wert zu vergleichbaren Krankenhäusern ist ähnlich. 87, 7 Prozent würden Freunden und Bekannten das Haus am Klieversberg empfehlen.

Auch über Lob und Beschwerden führt das Klinikum eine Statistik. Das Ergebnis: Lob gab es deutlich mehr als im Jahr davor – 2019 war das 38 Mal der Fall, im Jahr davor 20 Mal. Die Beschwerden sind erfahrungsgemäß höher: 184 Beschwerden waren es 2019, 148 gab es 2018. Die meisten Beschwerden erhielt die Notaufnahme.

Von Sylvia Telge

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