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Stadt Wolfsburg Ludmilla Neuwirth geht in Ruhestand
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Ludmilla Neuwirth geht in Ruhestand
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16:00 12.07.2019
Packt ihren Sachen: Ludmilla Neuwirth geht in den Ruhestand. Über 30 Jahre lang half sie Zuwandern bei der Integration in Wolfsburg. Quelle: Sebastian Bisch
Westhagen

Eigentlich wollte Ludmilla Neuwirth den Job nur zwei Jahre machen, am Ende blieb sie 30 Jahre und acht Monate beim Diakonischen Werk. Jetzt geht die Leiterin des Integrationszentrums MeiNZ in Westhagen in den Ruhestand. Zuerst half die 65-Jährige Spätaussiedlern aus Osteuropa bei deren Neufang, mittlerweile betreuen sie und ihr Team Menschen aus unterschiedlichsten Nationen. Ihr letzter Arbeitstag war schon Ende Juni, „aber im August mache ich noch drei Wochen Urlaubsvertretung“, verriet die 65-Jährige.

Eng mit der Arbeit verbunden

Das zeigt, wie sehr sie mit ihrer Arbeit verbunden ist. Dass Ludmilla Neuwirth genau in diesem Themenbereich gelandet ist, ist auch ein bisschen dem Zufall zu verdanken: Im Sommer 1987 siedelte sie mit Ehemann und zwei kleinen Töchtern aus Russland nach Wolfsburg um. In Russland hatte sie Sozial- und Kulturwissenschaft studiert – und nie daran geglaubt, dass ihr Diplom in Deutschland anerkannt wird. Doch so war’s. „Man sagte mir: Gehen Sie und arbeiten“, erzählt die CDU-Politikerin, die auch Ortsbürgermeisterin von Westhagen ist.

Also ging sie los, bildete sich weiter – dort war man über die Anerkennung ihres russischen Studienabschlusses gar nicht erfreut. „Wie kann man ein Diplom aus einem kommunistischen Land anerkennen“, sagte man respektlos. Das Diakonische Werk des Wolfsburger Kirchenkreises war jedenfalls sehr froh darüber und sah sofort das Potenzial von Ludmilla Neuwirth.

In den 90er-Jahren kamen viele Spätaussiedler

Eine Sozialpädagogin, die Russisch spricht – der damalige Vorstand Arnulf Baumann holte sie für die Spätaussiedler-Beratung nach Westhagen. Genauer zum Jugendtreff „Hütten“. Die Arbeit war wichtig, denn in den 90er Jahren kamen sehr viele Spätaussiedler aus Osteuropa nach Wolfsburg.

Der Treff war in altersschwachen Hütten untergebracht. Nicht nur das ließ Familie Neuwirth zunächst etwas zögern. „Meine jüngste Tochter war damals erst drei Jahre alt. Die Arbeitszeiten waren aber von 13.30 bis 22 Uhr“, erklärt Ludmilla Neuwirth. Weil der Job nur auf zwei Jahre befristet sein sollte und außerdem Eltern samt Ehemann unterstützen, funktionierte alles.

Beratung, Sprachkurse und Unterstützung

Bald wurde die Beratung für Spätaussiedler auf Migranten aus sämtlichen Ländern ausgeweitet. Sprachkurse, Unterstützung für Kinder in sämtlichen Altersstufen, Hilfe bei beruflicher Fortbildung – das und noch mehr gehört zu den Aufgaben. Die Namen der Einrichtung wechselten, jetzt ist es das Integrationszentrum MeiNZ. Auch die Aufgaben änderten sich, das Klientel blieb ähnlich. 60 Prozent der Ratsuchenden kommen aus Russland und anderen GUS-Staaten.

Im Laufe der Jahrzehnte gab es viele Hilfsprojekte. Auf zwei ist Ludmilla Neuwirth besonders stolz: auf „ProIntegration“, das Zuwandererfamilien von Jobsuche bis zu Erziehungsfragen unterstützt, und das Elternhilfsangebot “HIPPY“. HIPPY setzt schon bei Kindern an, die erst sechs Monate alt sind. Das sei wichtig, denn eines hat Ludmilla Neuwirth bei der Arbeit gelernt: „Früh investieren ist besser als reparieren.“ Trotz Ruhestand bleibt sie dem MeiNZ erhalten –im Förderverein. Sie gehe guten Gewissens. Denn die Nachfolge sei geregelt, einen Namen will die Diakonie noch nicht nennen.

Von Sylvia Telge

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