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Stadt Wolfsburg NS-Architektur in der Stadt des KdF-Wagens
Wolfsburg Stadt Wolfsburg NS-Architektur in der Stadt des KdF-Wagens
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00:25 21.04.2018
NS-Architektur in der Stadt des KdF-Wagens : Das war das Thema eines historischen Rundgangs durch Wolfsburg.
NS-Architektur in der Stadt des KdF-Wagens : Das war das Thema eines historischen Rundgangs durch Wolfsburg. Quelle: Sebastian Bisch
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Stadtmitte

Ein Rundgang zu typischen Bauten und Planungen der NS-Architektur ab 1938 in der damaligen Stadt des KdF-Wagens stand am Dienstag im Rahmen des „1938 Projektes“ des Leo-Baeck-Instituts New York/Berlin an. Der Architekturhistoriker Ulrich Knufinke von der TU Braunschweig führte Interessierte durch städtische Quartiere aus der Nazi-Zeit, die bis heute noch das Gesicht der Stadt prägen.

Startpunkt: Am Aalto-Kulturhaus begann die spannende Führung. Quelle: Sebastian Bisch

Die meisten Bauvorhaben dieser Zeit sind mit dem Namen des Stadtplaners Peter Koller verbunden. Die Straßen und die Wohnbebauung zum Beispiel der Höfe im ältesten Abschnitt der geplanten und zum Teil verwirklichten nationalsozialistischen Mustersiedlung südlich des Volkswagenwerkes zeugen auch heute noch von der Modernität, aber auch von der Monstrosität, die für eine Stadt in der damaligen Größenordnung eigentlich unangebracht war. Schön hierarchisch nach zwei- oder dreistöckigen Bauten gegliedert, säumten die Wohnblocks die langen Straßenachsen, die in diesem Ausmaß eher in Städten mit 100.000 und mehr Einwohnern realisiert wurden. Die Monotonie, die mit Bauvorhaben in dieser Größenordnung verbunden war, lockerten die Architekten mit Elementen wie Erkern, zusätzlichen stilfremden Fenstern oder vorspringenden Baugruppen und viel Grün auf.

Barackensiedlungen für Werksmitarbeiter

Vorrangiges Ziel in der Stadt des KdF-Wagens war die Schaffung von Wohnraum für die Arbeiter des Volkswagenwerkes. Ein Vorhaben, das wegen der anlaufenden Kriegswirtschaft nicht in Gänze realisiert werden konnte. Stattdessen wurden Barackensiedlungen für Werksangehörige und Lager für Zwangsarbeiter in großem Maßstab errichtet, von denen heute – so Knufinke – „so gut wie nichts erhalten ist“.

Von Kurt Boos