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Stadt Wolfsburg Muttermilchbank im Klinikum gestartet
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Muttermilchbank im Klinikum gestartet
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00:20 23.05.2019
Eine sehr gute Einrichtung: Das Klinikum hat jetzt auch eine Muttermilchbank. Die jungen Eltern Agata und Marcel Dobberkau freuen sich darüber – ihr kleiner Sohn Leon bekam Spendermilch. Quelle: Britta Schulze
Wolfsburg

Das Wolfsburger Klinikum hat jetzt auch eine Muttermilchbank. Mütter können dort ihre Milch spenden, die sie für ihr eigenes Kind nicht benötigen. Diese Spendermilch erhalten dann Frühchen, damit die einen guten Start ins Leben bekommen. Denn: „Muttermilch ist das Beste, was Babys bekommen können“, unterstreicht Dr. Nele Howold, Oberärztin in der Kinderklinik.

Sozialdezernentin Monika Müller ist begeistert von dem Projekt: „Die Muttermilchbank ermöglicht eine optimale Versorgung für alle Neugeborenen in unserem städtischen Klinikum. Frühgeborene Kinder bekommen dank der Muttermilchbank all die wichtigen Nährstoffe mit, die sie für ihren Start ins Leben dringend brauchen.“

Eltern sind begeistert

Das sagen auch Agata und Marcel Dobberkau. Ihr kleiner Sohn Leon kam drei Monate zur früh auf die Welt und erhielt am zweiten Tag Spendermilch, denn nach dem Kaiserschnitt dauerte es etwas, bis die junge Mutter selbst stillen konnte. „Muttermilch ist das Beste“, sagen die Eltern. „Wir sind begeistert, dass es Spendermilch gibt.“ Sie sind sogar so begeistert, dass sie selbst spenden möchten.

Freuen sich: (v.l.) Monika Müller, Dr. Nele Howold und Immacolata Glosemeyer mit dem Hinweisschild „Frauenmilchbank“. Quelle: Britta Schulze

Anfang Mai nahm die Muttermilchbank ihren Betrieb im Klinikum auf. Wolfsburg ist neben Hannover und Vechta einer von drei Standorten in Niedersachsen, die solch eine Einrichtung haben. Dass es so weit kam, ist der SPD-Landtagsabgeordneten Immacolata Glosemeyer zu verdanken. Sie hatte im Internet gelesen, dass Frauen Muttermilch verkaufen: „Das finde ich gesundheitlich sehr bedenklich“, so die Politikerin. Deshalb recherchierte sie nach anderen Möglichkeiten und stieß schließlich auf die Muttermilchbank. In der ehemaligen DDR habe diese Einrichtung eine lange Tradition, in Westdeutschland seien sie jedoch in den 70er/80er Jahren eingeschlafen.

Überzeugungsarbeit in der SPD

Nach ein bisschen Überzeugungsarbeit in der eigenen Partei trieb Glosemeyer das Projekt voran – und holte eine Muttermilchbank ins Wolfsburger Klinikum, weil es über eine „hervorragende Frühgeborenenstation verfügt“, begründet die Politikerin ihre Initiative. Das Land gab einen Zuschuss von 80.000 Euro für das Projekt.

Zurzeit ist die Muttermilchbank im Keller der alten Kinderklinik unterbracht, wenn der Neubau kommt, zieht sie dort hin. Zutritt zur Muttermilchbank hat nur ganz wenig Personal, und es gelten ganz besondere Hygienevorschriften.

Muttermilch schützt vor Krankheiten

Jede gesunde Frau, die stillt und über den Bedarf des eigenen Kindes hinaus Muttermilch zur Verfügung hat, kann dem Wolfsburger Klinikum Muttermilch spenden. Die Spende ist immer freiwillig und wird nicht vergütet.

Einige Dinge gibt es aber zu beachten: Die Mütter müssen vorher einige Fragen zur Gesundheit beantworten und sich einer Blutuntersuchung unterziehen. Das eigene Kind sollte nicht älter als sechs Monate sein. Eine Mutter, die sich vegan ernährt, darf nicht spenden.

Die gespendete Milch wird zunächst gründlichst untersucht und vor allem zur Versorgung von sehr kleinen Frühgeborenen genutzt, die häufig viele Wochen auf der Intensivstation liegen.

Das soll ausgebaut werden. „Wir hoffen in Zukunft, allen Eltern unserer kleinen Patienten zumindest die ersten zwei Wochen die ausschließliche Ernährung mit Frauenmilch anbieten zu können“, erklärt Dr. Nele Howold, Oberärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Experten sagen, dass diese menschliche Milch Frühgeborene vor Darm-, Augen- und Lungenerkrankungen schützt. Wer Muttermilch spenden will: Infos gibt’s unter Telefon 05361/801399 oder frauenmilchbank@klinikum.wolfsburg.de. Auch Geldspenden sind willkommen.

Die beste Spendermilch für Frühchen kommt von Frauen, die selbst Mutter eines Frühgeborenen sind. „Sie ist besonders reich an Eiweiß“, erklärt Dr. Nele Howold. Die erste Spende an die Wolfsburger Muttermilchbank kam genau von solch einer Mutter. „Sie hat mit ihrer Spende fünf Frühchen einen extrem guten Start ins Leben ermöglicht“, freut sich die Oberärztin. Sie wünscht sich noch mehr Nachahmerinnen.

Veraltete Leitlinien überarbeiten

Noch können nur Mütter, die im Wolfsburger Klinikum entbunden haben, die Muttermilchbank nutzen. Das soll sich aber ändern, dazu müssten jedoch erst einmal die veralteten Leitlinien überarbeitet werden, die noch aus den 70er Jahren stammen.

Von Sylvia Telge

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