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Stadt Wolfsburg Amtsgericht verhandelt Betrugsfall: Angeklagte Mutter schafft Drogenentzug – ihren Kindern zuliebe
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Amtsgericht verhandelt Betrugsfall: Angeklagte Mutter schafft Drogenentzug – ihren Kindern zuliebe
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10:45 02.12.2019
Amtsgericht: Eine dreifache Mutter stand vor Gericht. Quelle: Foto: Archiv
Wolfsburg

Vor dem Schöffengericht in Wolfsburg musste sich jetzt eine 30-jährige in Wolfsburg lebende Serbin wegen Betruges in drei Fällen verantworten. Sie hatte Ende 2017 mehrfach Turnschuhe und Bekleidung unter falschem Namen bei einem Online-Versandhandel bestellt und nicht bezahlt. Vor Gericht gab sie zu, diese Ware ergaunert zu haben, um sie zur Finanzierung ihres damaligen Drogenkonsums weiterzuverkaufen. Zwischenzeitlich hat der Fall eine ebenso erstaunliche wie erfreuliche Wende genommen.

Amtsgericht: Frau legte gleich zu Beginn des Prozesses Geständnis ab

Die 30-Jährige sitzt schuldbewusst auf der Anklagebank. Ihr zur Seite steht eine Familienhelferin. Die Anklage lautet: Betrug in drei Fällen, immer nach dem selben Muster: Bekleidung und Schuhe im Internet unter falschem Namen bestellt und nicht bezahlt. Gleich zu Beginn des Prozesses legt die dreifache Mutter (ihre Kinder sind 11 und 10 Jahre alt sowie 4 Monate) ein vollumfängliches Geständnis ab: „Ja, ich habe die Sachen bestellt und nicht bezahlt. Ich wollte sie weiterverkaufen, um meine damalige Drogensucht zu finanzieren.“ Der Gesamtschaden beträgt in Summe 514,37 Euro.

Was dann aber folgt, erscheint erstaunlich und dennoch glaubhaft: Die dreifache Mutter erzählt, dass ihr zum damaligen Zeitpunkt aufgrund ihrer Drogensucht sogar schon die Kinder entzogen worden waren und im Heim leben mussten. Appelle der Töchter „Mama, wir möchten wieder bei dir leben! Hol uns hier raus!“, hätten sie jedoch wachgerüttelt und ihr die Kraft gegeben, gegen die Drogensucht anzukämpfen – mit Erfolg: Anhand monatlicher freiwilliger Drogentests über einen Zeitraum von einem Dreivierteljahr konnte nachweisen, dass sie abstinent lebt.

Einmal in der Woche kommt die Familienhelferin

„Natürlich ist das schwer. Immer wieder kommen Momente, in denen es einem schwer fällt, clean zu bleiben. Aber dann bin ich immer direkt ins Heim zu meinen Kindern, bin mit denen etwas Essen gegangen, und dann wusste ich wieder, wofür es sich zu kämpfen lohnt.“ Inzwischen leben die beiden größeren Kinder wieder bei ihr, einmal pro Woche kommt eine Familienhelferin.

Während die Familienhelferin berichtet, dass ihre Arbeit in anderen Familien manchmal als Einmischung verstanden würde, sei die Entwicklung im Haushalt der Angeklagten eindeutig positiv. Mit einem neuen Partner hat die Angeklagte vor vier Monaten nun ein drittes Kind bekommen. Sie hat jetzt schon Termine im Jobcenter für nächstes Jahr gemacht, um ihre Ausbildung weiterzuführen.

Dieser Entwicklung konnten auch die „Altlasten“ kaum Abbruch tun, als die insgesamt neun Vorstrafen im Prozess verlesen wurden. Deshalb lautet das Urteil untypischer Weise: Ein Jahr Freiheitsstrafe auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt – trotz einschlägiger Vorstrafen.

Von SWI

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